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19.08.2021 | 09:23

Starke Aussichten für BioNTech, Varta, aifinyo

  • Investments
Bildquelle: pixabay.com

Die Kurse von Highflyern wie BioNTech und Varta mussten in den vergangenen Tagen Federn lassen. Doch solange die Zukunftsperspektiven stimmen, sollten sich auch die Aktien wieder erholen und sich überdurchschnittlich gut entwickeln. Bei BioNTech zeigen die neusten Nachrichten aus den USA, dass der COVID-19-Impstoff länger Milliarden in die Kassen spült als viele erwarten. Bei Varta hatten viele auf eine Prognoseanhebung spekuliert, aber jetzt wechseln auch kritische Analysten in das Lager der Bullen. Und das B2B-FinTech aifinyo hat den Corona-Schock verdaut, will wieder mit bis zu 50 Prozent p.a. wachsen und arbeitet an einer Neubewertung.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Mario Hose
ISIN: AIFINYO AG INH O.N. | DE000A2G8XP9 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , VARTA AG O.N. | DE000A0TGJ55

Inhaltsverzeichnis:


    AIFINYO: WACHSTUMSSTARK UND MIT NEUBEWERTUNGS-PHANTASIE

    Als B2B-FinTech bietet aifinyo kleinen und mittelständischen Unternehmen – so genannten KMUs – eine in Deutschland einzigartige Onlineplattform rund um die Themen Finanzierung, Zahlung und Abwicklung von Rechnungen. Die Kunden können ihren Wareneinkauf finanzieren, ihre Rechnungen erstellen, sie per Mail oder Post versenden, wenn nötig ein Mahnverfahren einleiten und sich den Betrag auch vorfinanzieren – alles in einem One-Stop-Shop. Ungewöhnlich für FinTech-Startups: auch in der Aufbauphase, mit Wachstumsraten von 20 bis 50 Prozent pro Jahr, war das Technologieunternehmen – mit Ausnahme des Corona-Jahres 2020 – immer profitabel. Allein in Deutschland spricht aifinyo ein Kundenuniversum von rund 4 Mio. Gewerbe- und Firmenkunden (KMUs) an. Wenn diese im Jahr durchschnittlich rund 2.000 Euro für Kontoführung und Finanzierungen ausgeben, liegt das Marktvolumen bei rund 8 Mrd. Euro. Zur Einordnung: aifinyo hat im ersten Halbjahr 2021 mit ca. 1.100 Kunden netto rund 4 Mio. Euro umgesetzt.

    Analysten sehen die Zukunftsperspektiven von aifinyo positiv. Nach starken Q2-Zahlen hat SMC Research das Kursziel für die aifinyo-Aktie von 48 Euro auf 50 Euro angehoben und die Kaufempfehlung bestätigt. Derzeit notiert die Aktie erst bei rund 30 Euro. Da aifinyo wesentliche Investitionen in die Online-Plattform bereits getätigt hat, soll das EBIT bis 2023 sogar bis auf 10 Mio. Euro zulegen. Ähnlich optimistisch sind die Analysten von Warburg. Sie erwarten einen EBIT-Anstieg bis auf 8,8 Mio. Euro. Das Kursziel von Warburg liegt bei 40 Euro.

    Über die Analystenschätzungen hinaus gibt es Kursphantasie. Zum einen könnte eine klassische Bank ihren Geschäftskundenbereich komplett an aifinyo auslagern – ähnlich wie es Hypoport (ISIN: DE0005493365) erfolgreich bei der Baufinanzierung praktiziert. Gespräche dazu gab es bereits, sie liegen seit Beginn der Corona-Pandemie jedoch auf Eis. Langfristig noch spannender: aifinyo beantragt derzeit bei der Bafin verschiedene Lizenzen zur Zahlungsabwicklung. Diese Lizenzen sind die Voraussetzungen, um künftig Kunden diverse Zahlungsdienstleistungen rund um Girokonto und Kreditkarten anbieten zu können. Stefan Kempf: „Unsere Vision ist es, Kunden über ein monatliches Abo sämtliche Leistungen rund um Zahlungen, Rechnungen und Cashmanagement anzubieten. Zusätzlich stehen ihnen durch unsere KI-basierte Software dann verschiedenste Finanzierungen auf Knopfdruck zur Verfügung.“ Dies würde eine neue Umsatz- und Ertragsdimension für aifinyo bedeuten und für die Aktie einen Neubewertung.

    BIONTECH – HIGHFLYER NICHT ZU STOPPEN

    In eine nicht für möglich gehaltene Umsatz- und Ertragsdimension ist BioNTech in diesem Jahr schon gewachsen. Während man bisher davon ausgegangen ist, dass die Nachfrage nach dem COVID-19-Impstoff ab 2022 deutlich zurück gehen soll, scheint dieser doch noch länger Milliarden in die Kasse von BioNTech zu spülen. Abgesehen davon, dass in weiten Teilen der Welt die Impfquoten noch sehr niedrig sind, sollte auch in den westlichen Ländern der Bedarf hoch bleiben. In Deutschland hat die Stiko inzwischen die Impfung von Kindern und Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren empfohlen. In den USA hat die Regierung entschieden, ab Mitte September mit den Auffrischungsimpfung zu beginnen. Rund acht Monate nach der zweiten Impfungen solle es eine dritte Dosis geben. Und vielleicht dann acht Monate später die vierte?

    Der Impfweltmeister Israel hat sogar schon mit die sogenannten Booster-Impfungen begonnen. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass Analysten ihre Schätzungen für 2022 und 2023 anheben müssen. Und darüber hinaus ist noch ein positiver Newsflow bezüglich der Produktpipeline möglich. So arbeiten die Marbuger unter anderem an individualisierten Neoantigen-TCR-Zelltherapien für solide Tumore und einem Impfstoff gegen die gefährliche Tropenkrankheit Malaria.

    VARTA – IST DIE ENTTÄUSCHUNG SCHON VERDAUT?

    Darüber, dass Varta mit seinen Quartalszahlen enttäuscht hat, haben wir bereits berichtet. Doch könnte der Ärger der Anleger schneller verfliegen, als gedacht. Denn die Zahlen waren eigentlich solide. In den ersten sechs Monaten 2021 hat Varta den Umsatz nur um 1,8 % auf 397,6 Mio. Euro gesteigert. Das EBITDA konnte immerhin um rund 10 % auf 112,3 Mio. Euro erhöht werden. Der Nettogewinn legte in den ersten sechs Monaten 2021 von 39,9 Mio. Euro auf 45,6 Mio. Euro zu. Enttäuscht hat in erster Linie, dass die Prognose nach der Eröffnung des neuen Werkes nicht angehoben wurde. Dabei ist das Management für eine konservative Kommunikation bekannt. Daher ist es wohl nur etwas Geduld gefragt. Aufgrund der größeren Produktionskapazitäten und der weiterhin hohen Nachfrage nur kabellosen Geräten, sollte die Anhebung nur eine Frage der Zeit sein.

    Mut macht auch, dass nun das erste Researchhaus in das Lager der Bullen wechselt. So hat die DZ Bank ihre Empfehlung für die Varta-Aktie von „Halten” auf „Kaufen” angepasst. Auch wenn das Kursziel noch bei 145 Euro belassen wurde. Die DZ Bank erwartet, dass das Geschäft bei Varta in der zweiten Jahreshälfte anziehen wird. Die Nachfrage nach den Mikrobatterien – dem bisherigen Kerngeschäft von Varta – sollte sich positiv entwickeln und auch der neuen V4Drive-Zelle, mit der Varta in den Milliardenmarkt Elektromobilität einsteigt – trauen die Analysten einiges zu.

    Bei allen drei Aktien stimmen die Zukunftsperspektiven. BioNTech profitiert weiter von seinem Impfstoff und baut die Produkt-Pipeline aus. aifinyo ist im B2B-FinTech-Markt gut positioniert und will wieder mit bis zu 50 Prozent wachsen. Die Nachfrage nach Varta-Batterien ist weiterhin hoch, Anleger verdauen die Enttäuschung und Analysten werden bullisher.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Mario Hose

    In Hannover geboren und aufgewachsen, verfolgt der Niedersachse die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung rund um den Globus. Als leidenschaftlicher Unternehmer und Kolumnist erklärt und vergleicht er die verschiedensten Geschäftsmodelle sowie Märkte für interessierte Börsianer.

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