10.02.2026 | 05:30
Antimony Resources Corp.: Wenn ein unscheinbares Metall plötzlich über Macht, Sicherheit und technologische Souveränität entscheidet
Es gibt Zeiten, in denen die Märkte leise bleiben, während sich im Hintergrund tektonische Verschiebungen anbahnen. Zeiten, in denen ein unscheinbares Metall, das jahrzehntelang kaum Beachtung fand, plötzlich zum strategischen Faktor wird. Und Zeiten, in denen kleine Unternehmen, die gestern noch niemand kannte, über Nacht in den Fokus geopolitischer Interessen rücken. Genau in einer solchen Phase befinden wir uns heute.
Lesezeit: ca. 6 Min.
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Autor:
Mario Hose
ISIN:
ANTIMONY RESOURCES CORP | CA0369271014
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Mario Hose
In Hannover geboren und aufgewachsen, verfolgt der Niedersachse die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung rund um den Globus. Als leidenschaftlicher Unternehmer und Kolumnist erklärt und vergleicht er die verschiedensten Geschäftsmodelle sowie Märkte für interessierte Börsianer.
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Das Metall, das die Weltordnung herausfordert
Antimon ist kein Metall, das man an der Börse in jeder Analyse findet. Es ist kein Lithium, kein Kupfer, kein Nickel. Und doch entscheidet es darüber, ob moderne Armeen funktionieren, ob Halbleiter produziert werden können, ob Energiespeicher stabil laufen und ob westliche Volkswirtschaften technologisch souverän bleiben. Über 90% der globalen Produktion stammen aus China, Russland und Tadschikistan. Damit kontrollieren geopolitische Rivalen ein Metall, das für militärische Systeme, optische Sensorik, Infrarot-Technologie, Speziallegierungen, Halbleiterfertigung und moderne Energiespeicher unverzichtbar ist. Die Abhängigkeit ist so extrem, dass westliche Regierungen inzwischen offen von Erpressbarkeit sprechen. Und sie reagieren – entschlossener und schneller als je zuvor.
In den USA hat Präsident Donald Trump Anfang Februar das Projekt „Vault“ angekündigt, ein Programm, das mit aktuell 12 Mrd. USD ausgestattet wird, um eine strategische Reserve kritischer Rohstoffe aufzubauen. Die Botschaft ist eindeutig: Die Vereinigten Staaten wollen sich gegen Lieferengpässe schützen und die Abhängigkeit von China radikal reduzieren. Kanada zieht nach, beschleunigt Genehmigungsverfahren, erweitert Förderprogramme und schafft steuerliche Anreize für Projekte, die kritische Rohstoffe erschließen. In diesem Umfeld entsteht ein Momentum, das man in der Rohstoffbranche nur selten erlebt. Und genau in diesem Moment tritt ein Unternehmen auf die Bühne, dass das Potenzial hat, zu einem der wichtigsten westlichen Anbieter eines strategischen Metalls zu werden: Antimony Resources Corp.
Warum ein kleines Unternehmen plötzlich im Fokus globaler Interessen steht
Das Bald-Hill-Projekt des Unternehmens liegt in der kanadischen Provinz New Brunswick und umfasst 1.100 Hektar. Was zunächst wie ein weiteres Explorationsprojekt wirkt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als eines der bedeutendsten Antimonvorkommen der westlichen Welt. Ein technischer Bericht kalkuliert rund 2,7 Mio. Tonnen Gestein mit Gehalten von drei bis vier Prozent Antimon. Daraus ergibt sich ein potenzielles Metallvorkommen von 81.000 bis 108.000 Tonnen – genug, um Bald Hill zum größten bekannten Antimonvorkommen Nordamerikas zu machen. Und das in einer politisch stabilen Region, die von den USA als strategischer Partner betrachtet wird.
Die Bohrergebnisse der vergangenen Jahre untermauern dieses Potenzial. Mehr als 13.800 Bohrmeter wurden, bereits niedergebracht, davon über 8.000 Meter allein im Jahr 2025. Die Trefferquote ist außergewöhnlich: Zwischen 75 und 80 Prozent aller Bohrungen enthalten hochgradige Stibnit-Mineralisierungen. Abschnitte mit über fünf Prozent Antimon über mehrere Meter sind keine Ausnahme, sondern Teil eines Musters, das auf ein ausgedehntes, hochgradiges System hinweist. Die Main Zone erstreckt sich inzwischen über eine Länge von mehr als 700 Metern und eine Tiefe von über 400 Metern. Und dann kam die Entdeckung, die das Projekt noch einmal in ein neues Licht rückte: In der Marcus Zone, westlich der Hauptzone, wurde eine massive Stibnit-Mineralisierung über 25 Meter im Festgestein freigelegt. Ein Fund, der darauf hindeutet, dass Bald Hill nicht nur groß ist, sondern möglicherweise größer als bisher angenommen.
Während die geopolitische Lage den Druck auf westliche Staaten erhöht, eigene Lieferketten aufzubauen, arbeitet Antimony Resources mit bemerkenswerter Geschwindigkeit. Die jüngste Finanzierung über zehn Millionen kanadische Dollar stellt sicher, dass die umfangreiche Bohrkampagne für 2026 vollständig finanziert ist. Zwei Bohrgeräte sind bereits im Einsatz, ein drittes kommt hinzu. Das Ziel ist klar: Bis spätestens Frühjahr 2027 soll eine nach dem kanadischen Standard NI 43 101 konforme Ressourcenschätzung vorliegen. Für Investoren ist dieser Moment entscheidend, denn eine Ressourcenschätzung ist häufig der Auslöser für eine Neubewertung – bei Almonty war genau dieser Schritt der Katalysator für massive Kursbewegungen.
Die Antimon-Supermächte – und warum ihre Dominanz das Fenster für Antimony Resources öffnet
Die globale Antimonindustrie wird seit Jahrzehnten von einer kleinen Gruppe mächtiger Produzenten dominiert, allen voran chinesische Konzerne wie die Hunan Gold Group, China Minmetals und die Yunnan Tin Group. Diese Unternehmen kontrollieren nicht nur die Förderung, sondern auch die Raffination und Weiterverarbeitung – eine vertikale Integration, die ihnen eine enorme Marktmacht verleiht. Die Hunan Gold Group zählt zu den größten Antimonproduzenten der Welt und betreibt ein eng verzahntes Netzwerk aus Bergbau, Metallurgie und Export. China Minmetals, ein staatlicher Rohstoffgigant, beeinflusst durch seine Raffineriekapazitäten und Exportpolitik die globalen Preise wie kaum ein anderer Akteur. Selbst Unternehmen, die eigentlich in anderen Segmenten tätig sind, wie die Yunnan Tin Group, spielen durch ihre Rolle in der chemischen Weiterverarbeitung von Antimonoxid eine zentrale Rolle in der Lieferkette. Ergänzt wird dieses Machtgefüge durch Produzenten wie Anzob Mining in Tadschikistan, die zwar außerhalb Chinas operieren, aber stark von chinesischem Kapital und Abnahmeverträgen abhängig sind.
Diese Konzentration schafft eine geopolitische Abhängigkeit, die für westliche Industrien zunehmend problematisch wird. Jede Exportbeschränkung aus China führt zu Preissprüngen, Lieferengpässen und strategischer Unsicherheit. Genau hier entsteht das strukturelle Potenzial für Antimon: Die westliche Welt sucht dringend nach Alternativen. Unternehmen wie Antimony Resources profitieren indirekt von dieser Entwicklung, weil sie in politisch stabilen Regionen operieren und damit eine glaubwürdige Antwort auf die chinesische Dominanz darstellen. Bald Hill kann in diesem Kontext als eine Art „China Hedge“ positioniert werden – ein Projekt, das nicht nur geologisch attraktiv ist, sondern auch geopolitisch.
Auch die westlichen Produzenten, die Antimon als Beiprodukt fördern, verdeutlichen die Knappheit des Angebots. Mandalay Resources betreibt in Australien eine der wenigen Minen, die nennenswerte Mengen Antimon liefern, doch die Produktionskapazitäten sind begrenzt. Perpetua Resources in den USA verfügt zwar über eines der größten Antimonvorkommen der westlichen Welt, doch das Projekt befindet sich noch in der Entwicklung und ist stark von regulatorischen Prozessen abhängig. US Antimony Corp. produziert und raffiniert zwar in Montana, kann aber bei weitem nicht den Bedarf der US Industrie decken. Diese Unternehmen zeigen, wie wertvoll westliche Antimonquellen sind – und wie rar sie bleiben.
In diesem Umfeld entsteht das eigentliche Potenzial für Antimon: Es ist nicht nur ein Metall, sondern ein geopolitischer Hebel. Die Nachfrage wächst nicht, weil Antimon plötzlich modisch geworden wäre, sondern weil es in militärischen Anwendungen, Halbleitern, Speziallegierungen und Energiespeichern praktisch unverzichtbar ist. Gleichzeitig schrumpft das verlässliche Angebot, weil die Welt sich von China unabhängiger machen will. Die USA investieren Milliarden in strategische Reserven, Kanada beschleunigt Genehmigungsverfahren und fördert Critical Minerals Projekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette. In dieser neuen Realität werden Projekte wie Bald Hill zu strategischen Assets, die weit über ihren reinen Metallgehalt hinaus Bedeutung gewinnen.
Antimon liegt damit an der Schnittstelle von Technologie, Sicherheit und geopolitischer Neuordnung. Die großen Produzenten aus China und Zentralasien zeigen, wie konzentriert und fragil die Lieferkette ist. Die wenigen westlichen Produzenten verdeutlichen, wie groß die Lücke zwischen Bedarf und Angebot geworden ist. Und genau in dieser Lücke entsteht das Potenzial für Antimony Resources: ein Projekt in einer stabilen Jurisdiktion, mit hochgradigen Vorkommen und einem Timing, das kaum besser sein könnte. In einer Welt, in der kritische Rohstoffe wieder Macht bedeuten, wird Antimon zu einem strategischen Metall – und Bald Hill zu einem Projekt, das diese neue Realität widerspiegelt.
Der nächste mögliche 1.000% Prozenter?
Doch der vielleicht spannendste Aspekt dieser Geschichte ist nicht die Geologie, nicht die Politik und nicht die Technologie, es ist die Bewertung! Während z.B. Almonty inzwischen ein Milliardenunternehmen ist und immer noch kein Ende in Sicht ist, wird Antimony Resources derzeit mit nur rund fünfundfünfzig Millionen Euro bewertet. Das Unternehmen steht am Anfang, keine Frage. Es trägt die typischen Risiken eines Explorers. Aber genau darin liegt die Chance. In einem Markt, der von geopolitischen Spannungen, staatlichen Milliardenprogrammen und technologischen Umbrüchen geprägt ist, kann ein Projekt wie Bald Hill eine Bedeutung erlangen, die weit über seine Größe hinausgeht.
Fazit
Antimony Resources steht an einem seltenen Schnittpunkt aus geopolitischer Dringlichkeit, technologischer Notwendigkeit und einem Markt, der nach westlichen Alternativen förmlich hungert. Während die großen Produzenten in China die Welt beliefern und die USA Milliarden in strategische Reserven investieren, wächst in Kanada ein Projekt heran, das dieses Machtgefüge verschieben kann. Bald Hill vereint hochgradige Geologie, politische Stabilität und perfektes Timing – und das zu einer Bewertung, die in keinem Verhältnis zum Potenzial steht. Für Investoren, die auch hier bereit sind, früh einzusteigen, könnte Antimony Resources genau jene außergewöhnliche Chance sein, die man erst erkennt, wenn sie sich bereits vervielfacht hat.

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