20.05.2026 | 03:40
Weitere Kurssprünge möglich, aber Nervenkitzel pur! Was Anleger jetzt über Ballard Power, ITM Power und HPQ Silicon wissen sollten!
Saubere Energien, wie z. B. Wasserstoff, erleben gerade wieder einen Boom. Dies ist natürlich zum einen Teil dem gestiegenen Ölpreis geschuldet, zum anderen liegt das aber auch den recht ausgebombten Charts dieser Werte. Da genügt schon eine halbwegs gute Meldung und die Aktie bricht steil nach oben aus. An den Märkten trennt sich aufgrund dessen auch die Spreu vom Weizen. Der Wasserstoff-Pionier Ballard Power kämpft nach seinem Anstieg derzeit mit schmerzhaften Umbrüchen im Aktionärskreis und weiterhin großen Kursschwankungen. Der Konkurrent ITM Power steht nach seiner raketenartigen Bewegung vor wichtigen Entscheidungen über millionenschwere Fördergelder. Und zur gleichen Zeit pirscht sich ein kleinerer Akteur klammheimlich an den Markt heran, um die gesamte Batteriebranche zu revolutionieren. HPQ Silicon lieferte sensationelle Ergebnisse aus den Laboren und bereitet die kommerzielle Massenfertigung vor. Diese Aktie ist noch nicht nach oben durchgestartet, könnte dies aber noch tun. Dieser Bericht schaut auf die jüngsten Entwicklungen der drei Aktien, analysiert die harten Fakten und zeigt, wo die Chancen liegen.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Matthias Schomber
ISIN:
BALLARD PWR SYS | CA0585861085 , ITM POWER PLC LS-_05 | GB00B0130H42 , HPQ SILICON INC | CA40444L1031 | TSXV: HPQ , OTCQB: HPQFF
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Matthias Schomber
Aufgewachsen im hessischen Gießen, entdeckte Matthias Schomber schon in den frühen 1990er Jahren seine Leidenschaft für die Finanzmärkte – in einer Zeit, als der Börsenhandel noch eher ein Metier für echte, eingefleischte Börsianer war. Er arbeitete dort nach seiner Banklehre für ein Privatbankhaus und erlebte auf dem Frankfurter Börsenparkett live und hautnah den Aufstieg und Fall des Neuen Marktes mit und zog daraus Lektionen, die bis heute sein Denken als Trader, Autor und Handelssystementwickler prägen.
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Unruhige Zeiten bei Ballard Power
Ballard Power ist trotz oder gerade wegen des Anstiegs in unruhiges Fahrwasser geraten. Der chinesische Großaktionär Weichai Power warf Mitte Mai 2026 insgesamt 8,15 Millionen Aktien auf den Markt. Dieser Verkauf brachte Weichai rund 46,07 Millionen CAD ein. Fast noch schwerer, aber daraus resultierend, wiegt jedoch damit der komplette Rückzug der Weichai-Direktoren aus dem Aufsichtsrat. Damit verliert der Konzern seinen „strategischen Anker“ im Kontrollgremium. Die Aktie geriet dadurch etwas unter Druck. Zwar vermeldete das Unternehmen neue Aufträge von Solaris und Wrightbus für die FCmove-SC-Antriebstechnologie, doch auch diese Erfolge verblassen vor den jüngsten Zahlen. Das erste Quartal 2026 blieb umsatztechnisch hinter den Erwartungen zurück. Bei knapp 100 Millionen USD Umsatz stand ein Nettoverlust von 11 Millionen USD zu Buche. Die Bruttomarge verbesserte sich zwar auf 14 %, doch von nachhaltiger Profitabilität ist Ballard bei einer Marktbewertung von fast 1,75 Milliarden CAD weit entfernt. Auf Sicht von 30 Tagen steht zwar ein deutliches Plus, doch die extreme Volatilität von über 100 % und ein Relative-Stärke-Index von deutlich über 70 nach dem Anstieg zeigen die herrschende Stärke, aber gleichzeitig auch die Nervosität. Rücksetzer sind wahrscheinlich und könnten zum Neueinstieg genutzt werden. Dennoch hochriskant, da die Aktie sich schlichtweg mal verdoppelt hat, ohne dass sich fundamental etwas derartig großes zum Positiven verändert hat.
Schicksalstage für ITM Power
Während Ballard noch mit dem Verlust seines Partners ringt, herrscht beim britischen Konkurrenten ITM Power eine völlig andere Dynamik. Dort blicken alle Augen gebannt auf den 26. Mai 2026. An diesem Tag entscheidet die britische Subventionsbehörde über ein Förderpaket in Höhe von 46,5 Millionen Pfund. Dieses Geld fließt in den Ausbau der automatisierten Produktionslinie für das Chronos-System in Sheffield. Bei einer Bewilligung könnte ITM die Leistung seiner Elektrolyseure verdreifachen und die Kosten um 40 % senken. Am 29. Mai folgt zudem die Aufnahme in den MSCI United Kingdom Small Cap Index, was passive Indexfonds zu Käufen zwingt. Das institutionelle Lager zeigt sich gespalten. Morgan Stanley stufte die Aktie auf Übergewichten hoch und hob das Kursziel auf 170 Pence an, während die UBS skeptisch bleibt. Die Halbjahreszahlen spiegeln dieses zerrissene Bild ebenfalls wider. Der Umsatz kletterte auf 18 Millionen Pfund, und der Auftragsbestand wuchs auf beachtliche 152 Millionen Pfund. Dennoch weitete sich der Vorsteuerverlust im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 45,4 Millionen Pfund aus. Positiv zu erwähnen ist die gut gefüllte Kriegskasse mit liquiden Mitteln von ca. 170 Millionen Pfund. Zudem sichert ein neuer Servicevertrag über zehn Jahre für Milford Haven über die Tochter Hydropulse planbare Erlöse. Nach dem starken Anstieg um deutlich über 100 % aus dem Stand und einem Hoch bei knapp über 2 EUR pendelte sich die Aktie zuletzt bei 1,80 EUR auf hohem Niveau ein. Auch hier gilt, dass man bei Schwäche kaufen könnte, aber auch hier gilt es die hohe Volatilität zu beachten und sich bewusst zu sein, dass dies hochspekulativ ist. Im Erfolgsfall winkt ein Kursziel, aufgrund des Chartverlaufs, in einer weiteren möglichen Aufwärtswelle in Richtung 2,50 – 2,70 EUR.
Technologische Kampfansage von HPQ Silicon
Vom politischen Ort und den Geschehnissen bei den Briten führt der Weg direkt nach Kanada, wo HPQ Silicon die Konkurrenz mit guten Leistungsdaten das Fürchten lehren möchte. HPQ Silicon hat am 30. April 2026 eine Nachricht veröffentlicht, die in der Tech-Branche Beachtung fand. Gemeinsam mit dem Partner Novacium gelang ein Durchbruch im Bereich der Drohnenbatterien. Ein semi-solides Batteriepack, das mit dem GEN4-Silizium-Anodenmaterial ausgestattet ist, erreichte im Labor eine Energiedichte von spektakulären 395 Wattstunden pro Kilogramm. Bei einem Gewicht von 1.160 Gramm lieferte das System eine Kapazität von 15.900 Milliamperestunden. Das entspricht einer Leistungssteigerung von 23 bis 36 % gegenüber herkömmlichen Lithium-Polymer- oder NMC-Akkus, die üblicherweise bei 290 bis 320 Wattstunden pro Kilogramm deckeln. Das GEN4-Material funktioniert unabhängig von der Bauform und bewährte sich bereits in klassischen 21700-Rundzellen mit über 7.000 Milliamperestunden. Das semi-solide Elektrolyt fängt zudem die problematische volumetrische Ausdehnung des Siliziums beim Laden ab. Das alles hört sich positiv an, vor allem gibt es auch mit dem möglichen Einsatz in Drohnen dem Unternehmen noch einen gewissen Rüstungstouch, der noch nicht in Gänze eingepreist sein dürfte.
Der Weg Produktion und Chart-Ausblick
Doch gute Laborergebnisse sind nicht nur an der Börse die halbe Miete, weshalb das Management am 5. Mai 2026 den Fokus auf die kommerzielle Umsetzung lenkte. Das Unternehmen befindet sich mitten in der vorkommerziellen Produktionsphase in standardisierten Formaten wie 18650 und 21700. Zudem stehen wichtige internationale Sicherheitszertifizierungen wie UL 1642 und UN 38.3 an, ohne die Zellen weder weltweit verschifft noch kommerziell verbaut werden dürfen. HPQ geht hierbei den strategisch sinnvolleren Weg der Integration statt Neuerfindung. Die entwickelten GEN3- und GEN4-Materialien lassen sich ohne Anpassungen in bestehende Produktionslinien von Lithium-Ionen-Batterien einspeisen. Hersteller müssen keine Milliarden für neue Maschinen investieren, was die Markteinführung beschleunigen dürfte. An der Börse spiegelt sich dieser Optimismus bisher wenig bis kaum wider. Die Aktie ist von der breiten Masse einfach noch nicht entdeckt worden. Das zeigt auch der Chart, denn die Aktie von HPQ Silicon hat in den vergangenen Monaten zum wiederholten Mal einen Bodenbereich bei 0,16 CAD getestet. Aktuell bewegt sich das Papier in einer Handelsspanne zwischen 0,16 und 0,22 CAD – und das schon seit Wochen. Erst ein nachhaltiger Ausbruch über die Hürde von 0,24 CAD würde den Weg nach oben freimachen. Dann rücken charttechnische Kursziele im Bereich von 0,30 CAD in den Fokus.

Fazit:
Ballard Power bleibt auch nach dem Ausstieg von Weichai ein hochgradig volatiles Risiko-Investment, bei dem die operativen Erfolge erst noch die roten Zahlen überwinden müssen. ITM Power hingegen steht vor Schicksalstagen Ende Mai, die durch staatliche Subventionen und den Indexaufstieg kurzfristig viel Kurspotenzial freisetzen können. Hochspekulative Anleger könnten dennoch Rücksetzer zu Käufen in Erwägung ziehen, da das Momentum noch nach oben gerichtet ist. HPQ Silicon wiederum fasziniert durch seine vorgestellten Leistungsdaten bei Batterien und eine interessante Integrationsstrategie für den Massenmarkt. Der wiederholt getestete Chartboden bei 0,16 CAD zeigt eine mögliche Bodenbildung. HPQ ist eine durchaus vielversprechende Zukunftschance auf diesem Niveau und auch sobald der Ausbruch über den charttechnischen Widerstand gelingt.
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