29.05.2026 | 04:30
Siemens Energy und DroneShield im Rampenlicht – startet HPQ Silicon jetzt voll durch?
Während Washington und Teheran nach Monaten des Iran-Krieges nach eigenen Angaben kurz vor einem Waffenstillstandsabkommen stehen, das die Straße von Hormus wieder öffnen soll, durch die ein Fünftel der weltweiten Energieflüsse transportiert wird, setzen Technologieführer und aufstrebende Unternehmen die Märkte in Bewegung. In einem Umfeld, das weiterhin von der globalen Energiewende sowie neuen geopolitischen Sicherheitsherausforderungen geprägt ist, und bei dem die Unsicherheit allgegenwärtig ist, bieten sich für aufmerksame Investoren gute Gelegenheiten und auch Chancen. Man muss diese nur erkennen und „beim Schopfe packen“. Während manche Schwergewichte bereits historische Höchststände ins Visier nehmen, oder auch schon genommen haben, kämpfen andere mit teils abnormalen, heftigen Kursschwankungen und auch regulatorischem Gegenwind. Abseits des großen Scheinwerferlichts gibt es aber auch kleinere Unternehmen, die dennoch das Zeug haben, zukunftsweisende Industrien maßgeblich zu verändern. Und genau hier wird es für Anleger spannend: Diese herauszufiltern ist die Kunst! In diesem Bericht blicken wir auf drei hochinteressante Akteure. Wir beleuchten die beeindruckende Aufholjagd von Siemens Energy, analysieren die Achterbahnfahrt der DroneShield-Aktie und werfen zu guter letzt einen Blick auf HPQ Silicon, einen noch unentdeckten Wert, der aber gerade jetzt vor einem entscheidenden charttechnischen sowie fundamentalen Wendepunkt stehen könnte.
Lesezeit: ca. 7 Min.
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Autor:
Matthias Schomber
ISIN:
SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0 , HPQ SILICON INC | CA40444L1031 | TSXV: HPQ , OTCQB: HPQFF , DRONESHIELD LTD | AU000000DRO2
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Matthias Schomber
Aufgewachsen im hessischen Gießen, entdeckte Matthias Schomber schon in den frühen 1990er Jahren seine Leidenschaft für die Finanzmärkte – in einer Zeit, als der Börsenhandel noch eher ein Metier für echte, eingefleischte Börsianer war. Er arbeitete dort nach seiner Banklehre für ein Privatbankhaus und erlebte auf dem Frankfurter Börsenparkett live und hautnah den Aufstieg und Fall des Neuen Marktes mit und zog daraus Lektionen, die bis heute sein Denken als Trader, Autor und Handelssystementwickler prägen.
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Siemens Energy: Die fulminante Aufholjagd
Die Aktie von Siemens Energy präsentiert sich in den letzten Monaten als wahrer „Phönix aus der Asche“. Mit einem beachtlichen Kurszuwachs seit Jahresbeginn, auf Zwölfmonatssicht sogar mehr als 100 %, hat das Unternehmen die Skepsis vieler Kritiker eindrucksvoll widerlegt. Starke Quartalszahlen und eine Mitte Mai angehobene Jahresprognose untermauern den optimistischen Ausblick des Managements: Der Free Cashflow-Ausblick für 2026 wurde einfach mal so „knapp verdoppelt“, von bislang 4 bis 5 Milliarden auf nun rund 8 Milliarden EUR. Besonders die stark gefüllten Auftragsbücher, die mit einem Rekordauftragsbestand von 154 Milliarden EUR weitreichende Verträge bis tief in die 2030er Jahre umfassen, sorgen für eine robuste Planungssicherheit. Zuletzt sicherte sich der Konzern zudem einen weiteren Großauftrag in Asien: Das Mai-Liao Power Project in Taiwan bringt nicht nur Technologielieferung, sondern auch langfristige Serviceverträge, die für planbare Cashflows sorgen. Das ist exakt die Art von margenstarkem Geschäft, auf die CEO Christian Bruch den Konzern konsequent ausrichtet.
Auch das Aktienrückkaufprogramm läuft auf Hochtouren: Eine erste Tranche über 2 Milliarden EUR wurde abgeschlossen, eine weitere über 3 Milliarden EUR ist angelaufen. Diese ist Teil eines bis 2028 laufenden Gesamtprogramms von bis zu 6 Milliarden EUR. Die Deutsche Bank hat ihr Kursziel auf 200 EUR angehoben. Gleichzeitig macht ein aktivistischer Investor Druck und fordert einen Spin-off der Windtochter Siemens Gamesa, deren anhaltende Verluste, auf die Gesamtbewertung drücken.
Auf dem aktuellen Kursniveau kämpft die Aktie bei etwa 170 EUR mit wichtigen Unterstützungsmarken, wobei der jüngste Rücksetzer im Kontext einer sektorweiten Schwäche zu sehen ist, denn auch RWE, E.ON und Iberdrola stehen und standen zuletzt ebenfalls unter Druck. Marktbeobachter werten dies aber möglicherweise nur als temporäre Gewinnmitnahmen nach der starken Rally. Auch das mittlere Analystenkursziel von rund 186 EUR lässt noch etwas Luft nach oben. Den nächsten konkreten Kurstreiber dürften wohl die Q3-Zahlen am 5. August 2026 liefern, sofern nicht noch vorher etwas am Gesamtmarkt passiert. Trotz der mittlerweile recht ambitionierteren Bewertung, das KGV liegt bei über 70, bleibt Siemens Energy ein Investment, sozusagen ein Basisinvestment, für diejenigen, die auf den langfristigen Erfolg der globalen Energiewende setzen möchten, denn der Trend der Aktie ist immer noch intakt.
DroneShield: Volatile Aktie aus dem Sicherheitssektor
Ein noch turbulenteres Bild zeigt sich bei DroneShield. Obwohl das Unternehmen in einem extrem wachstumsstarken Markt agiert und durch zunehmende geopolitische Spannungen eigentlich massiven Rückenwind genießt, erlebte die Aktie zuletzt eine deutliche Korrektur. Nach beeindruckenden Höchstständen – die Aktie kam wie aus dem Nichts von unter 0,50 EUR und stieg in der Spitze bis fast auf 4 Euro - notiert der Kurs derzeit im volatilen Bereich zwischen 1,80 und 2,20 EUR. Auslöser für dieses hin- und her sind unter anderem Berichte über Ermittlungen der australischen Finanzaufsicht ASIC zu Unternehmensmitteilungen und Aktienhandel ab November 2025 sowie ein Führungswechsel, denn Angus Bean übernahm Anfang April das Ruder als CEO und Managing Director von Oleg Vornik. Auf der Hauptversammlung am 29. Mai soll zudem mit Hamish McLennan ein neuer Chairman bestätigt werden.
Fundamental erzählt DroneShield jedoch bisweilen eine interessante Geschichte. Im ersten Quartal 2026 wuchs der Umsatz um 121 % auf 74,1 Millionen AUD, die Kundenzahlungen legten sogar um 360 % zu. Bis April belief sich der fest zugesagte Umsatz für das laufende Jahr auf 154,8 Millionen AUD. Das Unternehmen hält 222,8 Millionen AUD an Barmitteln und ist nahezu vollständig schuldenfrei.
Zusätzliche Glanz für das Unternehmen verleiht ein aktueller Einsatz bzw. eine Kooperation in den USA, denn in der Metropolregion Kansas City baut DroneShield im Vorfeld der Fußball-WM 2026 ein mehrteiliges System zur Überwachung des niedrigen Luftraums auf. Counter-UAS ist längst kein reines Militärthema mehr, Großveranstaltungen, Innenstädte und öffentliche Sicherheitslagen werden zu einem wachsenden zivilen Markt. Kansas City ist damit mehr als ein einzelner Auftrag: Es ist ein sichtbarer Referenzfall für die Marktstärke des Produkts und des Images. Das Management peilt bis 2030 einen Jahresumsatz von 1 Milliarde AUD an und will den Anteil wiederkehrender SaaS-Erlöse konsequent ausbauen. Wer die aktuellen Kursschwankungen nervlich aushält, könnte hier ein überaus interessantes Papier im modernen Verteidigungssektor finden. Das Potenzial aufgrund der Charttechnik liegt beim Überschreiten der 2,60 – 2,70 EUR-Zone durchaus bei über 4 EUR. Aber man sollte bei dieser Aktie immer die Volatilität berücksichtigen, denn die kann auch gnadenlos zuschlagen und die Aktie wie aus dem Nichts mal nach oben oder unten 30 Prozent schwanken lassen. Das ist gewiss nichts für schwache Nerven.
Hardware und Batterien: Technologische Wegbereiter
Wo fortschrittliche Sicherheitstechnologien und Abwehrsysteme wie die von DroneShield zum Einsatz kommen, bedarf es im Hintergrund einer enormen Menge an Energie und extrem zuverlässiger Hardware. Moderne Drohnen und komplexe autonome Systeme sind zwingend auf leichte, ausdauernde und hochmoderne Batterien angewiesen. Genau an dieser entscheidenden Schnittstelle positionieren sich innovative Zulieferer, die mit völlig neuen Materialkonzepten die Leistungsgrenzen bisheriger Energiespeicher signifikant verschieben und somit die Hardware von morgen überhaupt erst ermöglichen.
HPQ Silicon: Der „Geheimtipp“ formiert sich
Ein gutes Beispiel für einen Technologieentwickler ist HPQ Silicon, ein Unternehmen, das derzeit sehr handfeste Fortschritte im Bereich der Batteriematerialien macht. Kürzlich konnte HPQ über den strategischen Partner Novacium einen allerersten Auftrag für Batteriepacks von einem namentlich noch ungenannten europäischen Drohnenhersteller einsacken. Diese Bestellung, die speziell für Drohnen mit besonders hoher Ausdauer konzipiert wurde, nutzt die leistungsstarken hauseigenen GEN4-Zellen. In der ausgelieferten Konfiguration sollen diese Batteriepacks eine beachtliche Kapazität von 10.000 bis 13.400 Milliamperestunden erreichen. Schon im Vorfeld hatten die GEN4 21700-Zellen in strengen Tests Kapazitäten von bis zu 7.030 Milliamperestunden und eine extrem hohe Energiedichte von 330,9 Wattstunden pro Kilogramm unter Beweis gestellt. Hört sich alles sehr technisch an, aber wer sich auskennt mit der Materie, der würde dies beklatschen. Gerade für Drohnen ist es wichtig, dass diese Batteriepacks eine möglich hohe Leistungsdichte aufweisen, wenig wiegen und die Drohnen lange mit Strom versorgen können. Dazu passend dies:
Ende April legte das Unternehmen direkt nach und präsentierte nochmals weitere technologische Ergebnisse. Ein speziell entwickelter Drohnen-Batteriepack mit halbfestem Elektrolyt erzielte auf Pack-Ebene eine bemerkenswerte Energiedichte von 395 Wattstunden pro Kilogramm bei einem Gewicht von lediglich 1.160 Gramm. Dies entspricht einer signifikanten Leistungssteigerung von geschätzt 23 bis 36 % gegenüber aktuell am Markt verfügbaren Benchmark-Batterien für Drohnen.
Doch nicht nur in Europa, sondern auch im asiatischen Raum werden die Weichen auf Expansion gestellt. Mitte Mai unterzeichnete Novacium, an der HPQ eine Beteiligung hält, auf der China International Battery Fair eine weitreichende, wenngleich aber nicht bindende, Absichtserklärung mit GH Technologies. Diese Vereinbarung zielt auf die zukünftige Lieferung von GEN4 Lithium-Ionen-Zellen in den Formaten 18650 und 21700 für den asiatisch-pazifischen Markt ab. Dieser Schritt ist wichtig und von enormer Bedeutung, da die Asien-Pazifik-Region für mehr als 57 % der weltweiten Nachfrage nach zylindrischen Lithium-Ionen-Zellen verantwortlich ist. Für den großen nordamerikanischen Markt hält HPQ zudem erfreulicherweise die exklusiven Vermarktungsrechte an diesen vielversprechenden Technologien.
Schaut man sich den aktuellen Chart an, so könnte die Aktie von HPQ Silicon genau jetzt wieder richtig Fahrt nach oben aufnehmen, wenn es ihr gelingt, dynamisch gen Norden auszubrechen. Momentan ist das Papier auf dem jetzigen Niveau zwischen 0,17 und 0,18 CAD durch eine horizontale Linie sehr gut nach unten gestützt. Ein entscheidendes Kaufsignal könnte schon dann vorliegen, wenn die Aktie die Marke von 0,19 CAD überwindet. Danach hätte der Kurs relativ freie Bahn und könnte zügig bis auf 0,24 CAD laufen, wo ein markantes Verlaufshoch wartet. Nach einem erfolgreichen Überwinden dieser Hürde könnte die Reise mittelfristig sogar weiter in Richtung der psychologisch wichtigen 0,30 CAD-Marke gehen. Viel Potenzial also für die Aktie. Und auf dem aktuellen Niveau könnte das Risiko nach unten durch einen geeigneten Stopp begrenzt werden.

Fazit
Die Börse bietet aktuell interessante Möglichkeiten, sofern man die Aktien geschickt herausfiltert und auch ein gutes Timing für den Einstieg besitzt. Siemens Energy z. B. demonstriert eindrucksvoll, wie ein gelungener Turnaround im Großanlagenbau aussehen kann, der verdoppelte Free-Cashflow-Ausblick, der Rekordauftragsbestand und das laufende Aktienrückkaufprogramm unterstreichen die operative Stärke, auch wenn der „Gamesa-Schatten“ und die sportliche Bewertung zu einer gewissen Vorsicht mahnen. DroneShield bleibt trotz ASIC-Ermittlungen, Führungswechsel und kurzfristiger Kursturbulenzen im immer wichtiger werdenden Sicherheitssektor. Der WM-Einsatz in Kansas City und das explosive Umsatzwachstum sprechen für sich. HPQ Silicon präsentiert sich als der technologische Geheimtipp im Hintergrund eines großen Megatrends. Das Unternehmen liefert kontinuierlich starke Nachrichten ab, die das Potenzial der neuen Batteriematerialien untermauern. Wenn nun auch der Chart in den kommenden Wochen das lang ersehnte Ausbruchssignal liefert, steht HPQ Silicon möglicherweise vor einer überaus erfreulichen Neubewertung durch den gesamten Markt.
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