01.07.2026 | 05:10
Volkswagen in der Krise, Rheinmetall stürzt ab, könnte Volatus Aerospace der lachende Dritte sein?
Die Drohne hat das Gesicht der modernen Kriegsführung für immer verändert und zwingt Nationen rund um den Globus zu rigorosen Anpassungen. Getrieben von den teilweise harten Lektionen aus dem Ukraine-Krieg, plant Südkorea nun auch eine radikale Militärreform. Künftig soll dort jeder der 500.000 aktiven Soldaten zum Drohnen-Piloten ausgebildet werden, um der stetig wachsenden Bedrohung aus dem Norden (Nordkorea) zu begegnen. Aber auch in Europa dreht sich die militärische Spirale rasant weiter. Während die ukrainische Marine mit wendigen Kampfbooten auf dem Schwarzen Meer Jagd auf russische Drohnen macht, um die lebenswichtigen Häfen Odessas zu schützen, wächst in Moskau die Nervosität. Aus Angst vor ukrainischen Gegenschlägen zieht der Kreml einen immer engeren Abwehrring um sich und installiert neue S-400-Luftabwehrsysteme, offenbar sogar auf dem Gelände der Stiftung von Wladimir Putins Tochter. Lesen Sie in unserem aktuellen Bericht, wie der Aufstieg der unbemannten Waffensysteme ein weltweites Wettrüsten entfesselt und wie es mit den Aktien von Volkswagen, Rheinmetall und Volatus weitergehen könnte.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Matthias Schomber
ISIN:
VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039 , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Matthias Schomber
Aufgewachsen im hessischen Gießen, entdeckte Matthias Schomber schon in den frühen 1990er Jahren seine Leidenschaft für die Finanzmärkte – in einer Zeit, als der Börsenhandel noch eher ein Metier für echte, eingefleischte Börsianer war. Er arbeitete dort nach seiner Banklehre für ein Privatbankhaus und erlebte auf dem Frankfurter Börsenparkett live und hautnah den Aufstieg und Fall des Neuen Marktes mit und zog daraus Lektionen, die bis heute sein Denken als Trader, Autor und Handelssystementwickler prägen.
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Volkswagen: Totale Krise, Kahlschlag und eine geplatzte Allianz
Die Situation in Wolfsburg spitzt sich dramatisch zu. Die Aktien des Autobauers sind zuletzt erneut heftig unter die Räder gekommen und markierten mit Kursen um die 72 EUR den tiefsten Stand seit über 10 Jahren. Ein wesentlicher Grund für die enorme Verunsicherung der Anleger ist das bekanntgegebene Ende der Zusammenarbeit mit Bosch. Rund 1,5 Milliarden EUR flossen bereits in die gemeinsame Entwicklung von Systemen für das autonome Fahren, doch die Resultate blieben offenbar deutlich hinter den Erwartungen der VW-Tochter Cariad zurück. Das Vorhaben liegt vorerst auf Eis, und Volkswagen muss sich nach neuen Wegen umsehen, um den technologischen Rückstand aufzuholen.
Als wäre dieser technologische Rückschlag nicht schon genug, kündigen sich massive Einschnitte beim Personal an. In den Medien kursieren Zahlen von bis zu 100.000 Arbeitsplätzen, die weltweit wegfallen könnten. Dies entspräche schlichtweg einer Verdopplung der bisherigen Einsparungsziele. Besonders hart könnte es den Standort Deutschland treffen. Den Werken in Hannover, Zwickau, Emden und Neckarsulm droht nach dem Auslaufen aktueller Modelle mittelfristig die Schließung. Dieser radikale Sparkurs ruft natürlich immensen politischen Widerstand hervor. Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies positionierte sich bereits klar gegen Werksschließungen. Er schlägt stattdessen vor, künftig auch in China mit Partnern entwickelte Modelle direkt in Deutschland zu produzieren. Dies könnte die schwache Auslastung der heimischen Fabriken stabilisieren und wichtige Arbeitsplätze retten.
Während in Wolfsburg also vor allem die internen Strukturprobleme und die strategischen Fehltritte auf den Aktienkurs drücken, sorgte beim Rüstungskonzern Rheinmetall ein unerwarteter externer Schock für deutlich schmerzhafte Verluste beim Kurs.
Rheinmetall: Dämpfer und Insiderkauf
Lange Zeit galt die Aktie von Rheinmetall als scheinbar unaufhaltsamer Liebling der Anleger. Doch nun hat das Düsseldorfer Unternehmen einen kräftigen Dämpfer hinnehmen müssen. Der Bund strich einen fest eingeplanten Milliardenauftrag für das F126-Fregattenprogramm der zum Konzern gehörenden Werft NVL. Stattdessen ging der Zuschlag für neue Fregatten an den Konkurrenten ThyssenKrupp Marine Systems. Für Rheinmetall platzte damit ein wichtiger strategischer Baustein, um im maritimen Schiffbau entscheidend zu wachsen.
Die Reaktion der Börse fiel gnadenlos aus. Die Aktie stürzte heftig ab, verlor zeitweise rund 10 Milliarden EUR an Marktkapitalisierung und fiel erstmals seit Längerem wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 1.000 EUR. Charttechnisch sieht das Bild nach diesem heftigen Einbruch durchaus stark angeschlagen aus. Allerdings bleiben viele Finanzexperten bemerkenswert gelassen. Analysten der DZ Bank und von Jefferies senkten zwar ihre Kursziele spürbar, etwa auf 1.705 EUR beziehungsweise 1.300 EUR, halten aber weiterhin an ihren Kaufempfehlungen fest. Sie argumentieren, dass das starke Kerngeschäft mit Munition, Panzern und Luftverteidigung völlig intakt bleibt und die aktuelle Marktreaktion überzogen sei. Für das größte Vertrauenssignal sorgte jedoch Unternehmenschef Armin Papperger selbst. Er kaufte nach dem Kurssturz kurzerhand eigene Aktien für mehr als 3 Millionen EUR. Ein solches Insider-Investment zeigt deutlich, dass das Management weiter an die fundamentalen Stärken glaubt und den gesunkenen Börsenwert für attraktiv hält.
Es zeigt sich einmal mehr: Wer als Anleger immer nur auf die ganz großen, etablierten Namen schaut, muss in Krisenzeiten starke Nerven mitbringen. Vielleicht lohnt sich stattdessen ein Blick über den großen Teich auf ein kleines, aber agiles Unternehmen: Volatus Aerospace.
Volatus Aerospace: Neue finanzielle Mittel
Das kanadische Luft- und Raumfahrtunternehmen Volatus Aerospace macht derzeit einiges richtig und baut seine Marktposition Schritt für Schritt aus. In den vergangenen Wochen konnte die Firma gleich drei wichtige Nachrichten vermelden.
Am 4. Juni verstärkte Catherine Loubier den Aufsichtsrat. Als offizielle Nominierte von Investissement Quebec bringt sie eine enorme Expertise in den Bereichen internationale Beziehungen, Infrastruktur und Wirtschaft mit, was für die globalen Expansionspläne des Unternehmens in den USA und Kanada von nicht geringem Wert sein dürfte.
Nur einen Tag später, am 5. Juni, folgte eine weitere News. Volatus Aerospace schloss eine öffentliche Finanzierungsrunde erfolgreich ab und sammelte stolze 34,5 Millionen CAD ein. Die neuen Aktien wurden dabei zu einem Preis von 0,65 CAD platziert. Dieses frische Kapital gibt dem Management den notwendigen Spielraum, um die langfristige Wachstumsstrategie voranzutreiben. Das Unternehmen plant, die finanziellen Mittel für die Erweiterung der Produktionskapazitäten, die Entwicklung neuer RPAS-Drohnensysteme für den Verteidigungssektor und für strategische Übernahmen einzusetzen.
Die jüngste Nachricht folgte schließlich am 23. Juni. Im Innovationszentrum in Mirabel, in der Nähe von Montreal, eröffnete Volatus offiziell eine rund 53.000 Quadratfuß große, moderne Produktionsstätte. Dort läuft die Fertigung bereits auf Hochtouren. Zunächst werden smarte Drohnen-Dockingstationen für kommerzielle Kunden produziert, bevor in Kürze auch die Herstellung der neuen V-Series-Fluggeräte anläuft. Damit etabliert Volatus Aerospace eine Fertigungsbasis für autonome Systeme in Nordamerika, was angesichts der weltweit steigenden Verteidigungsausgaben ein enormer Wettbewerbsvorteil sein könnte.
Auch der Blick auf den Kursverlauf stimmt nach einer kleinen Schwächephase wieder etwas optimistischer. Die Aktie ist zuletzt zurückgekommen und hat dabei fast lehrbuchmäßig das offene Gap aus Mitte Februar 2026 bei 0,55 CAD geschlossen. Nun ist auch dieses Detail im Chart sauber bereinigt. Jetzt könnte es nach der erfolgreich absolvierten Kapitalplatzierung, der Kurs notiert aktuell sogar darunter, wieder langfristig aufwärts in Richtung der psychologischen Marke von 1 CAD gehen. Zuvor erstmal in Richtung des Platzierungspreises bei 0,65 CAD. Dazu müsste die Aktie allerdings aus ihrer aktuellen Seitwärtsrange nach oben ausbrechen. Dies wäre bei einem nachhaltigen Kurs oberhalb von 0,70 CAD endgültig geschehen. Man bekommt die Aktie jetzt also mit ca. 0,10 CAD Discount zum Preis, den Investoren bei der Platzierung bezahlt haben. Scheint günstig zu sein!

Fazit
Die aktuelle Gemengelage an den Börsen erfordert stets einen kühlen Kopf. Volkswagen muss dringend interne Widerstände überwinden und dem Markt beweisen, dass die drastischen Kostensenkungen auch wirklich umsetzbar sind. Rheinmetall hat zwar kurzfristig einen herben Rückschlag im maritimen Geschäft erlitten, steht aber dank der robusten internationalen Verteidigungsnachfrage fundamental weiterhin sehr solide da. Unter 1.000 EUR scheint die Aktie günstig zu sein. Volatus Aerospace wiederum bietet derzeit eine spannende Perspektive. Das Unternehmen ist dank der jüngsten Aktienausgabe gut finanziert, operativ auf dem Vormarsch und präsentiert sich charttechnisch nach der jüngsten Konsolidierung in einer interessanten Ausgangslage. Wer sein Depot diversifizieren möchte, findet hier einen Drohnen-Player, der sich in den kommenden Monaten noch positiv entwickeln könnte.
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