14.08.2026 | 05:00
Milliardenrausch! Kampf-Drohnen und Wolfram: Rheinmetall, Hensoldt und Almonty Industries mitten im Rüstungsboom und Rohstoffhunger
Die globalen Verteidigungsbudgets steigen und steigen. Jetzt wo der Krieg in der Ukraine und auch im Iran immer weiter geht, müssen natürlich auch die Vorräte an Munition oder zerstörtem Kriegsgerät wieder aufgefüllt werden. Davon profitieren Rüstungsunternehmen wie Rheinmetall und auch Sensorspezialisten wie Hensoldt. Das zeigt sich derzeit in prall gefüllten Auftragsbüchern und steigenden Kurszielen von Analysten. Doch ohne sichere Rohstoffe läuft in der modernen Rüstungsindustrie absolut nichts. Hier betritt Almonty Industries die Bühne. Der kanadisch-amerikanische Wolfram-Produzent sichert die Lieferketten des Westens. Das Unternehmen lieferte auch zuletzt wieder gute Meldungen ab und während die großen Rüstungsaktien teilweise schon bereits sportliche Bewertungen erreicht haben, formiert sich bei Almonty im Hintergrund eine hochspannende Chartkonstellation, die für den Kurs den Weg nach oben ebnen könnte. Wir werfen einen genauen Blick auf die jüngsten Entwicklungen dieser drei Unternehmen. Erfahren Sie auch, warum ein strategisches Metall wie Wolfram den großen Unterschied machen könnte und wer es besitzt oder fördert, zu den Gewinnern zählen dürfte.
Lesezeit: ca. 6 Min.
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Autor:
Matthias Schomber
ISIN:
ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 | TSX: AII , NASDAQ: ALM , ASX: AII , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , HENSOLDT AG INH O.N. | DE000HAG0005
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Matthias Schomber
Aufgewachsen im hessischen Gießen, entdeckte Matthias Schomber schon in den frühen 1990er Jahren seine Leidenschaft für die Finanzmärkte – in einer Zeit, als der Börsenhandel noch eher ein Metier für echte, eingefleischte Börsianer war. Er arbeitete dort nach seiner Banklehre für ein Privatbankhaus und erlebte auf dem Frankfurter Börsenparkett live und hautnah den Aufstieg und Fall des Neuen Marktes mit und zog daraus Lektionen, die bis heute sein Denken als Trader, Autor und Handelssystementwickler prägen.
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Hensoldt und Rheinmetall – Rüstung wird gebraucht
Die europäischen Rüstungskonzerne befinden sich weiterhin in einem wieder stärkeren Marktumfeld, nachdem es zuletzt mal zu einer etwas größeren Konsolidierung gekommen war. Hensoldt legte kürzlich die Zahlen für das erste Halbjahr 2026 vor. Die Ergebnisse können sich durchaus sehen lassen. Der Auftragseingang hat sich auf 2,81 Milliarden EUR nahezu verdoppelt. Der Umsatz kletterte um knapp 24 % auf 1,17 Milliarden EUR. Auch beim operativen Ergebnis zeigt die Kurve steil nach oben. Das bereinigte EBITDA wuchs auf 137 Millionen EUR. Die Börse reagierte durchweg positiv auf das gut gefüllte Orderbuch von Hensoldt, wodurch sich die Aktie weiter nach oben schob und stabil bei über 90 EUR hält.
Ein ähnliches Bild zeigt sich bei Rheinmetall. Das Düsseldorfer Unternehmen schwimmt seit Anfang 2024 auf einer Welle des Erfolgs, mit kleineren oder auch mittleren Rücksetzern. Die kanadische Bank RBC stufte die Aktie kürzlich mit "Outperform" ein. Das Kursziel liegt bei beeindruckenden 1.600 EUR. Auch wenn das Aus für die F126-Fregatte zu einer kleinen Anpassung der Umsatzprognose führte, bleibt die Wachstumsstory stark und intakt. Die Aktie notiert derzeit robust in der Zone um 1.110 bis 1.200 EUR. Besonders spannend ist eine neue Kooperation. Rheinmetall und Boeing arbeiten bei der "MQ-28 Ghost Bat" zusammen. Das ist eine unbemannte Kampfdrohne. Sie soll bis 2029 für die Bundeswehr fit gemacht werden. Übrigens ist auch Hensoldt als Sensor-Lieferant Teil dieses interessanten und prominenten Industrieteams.
Beide Unternehmen profitieren zudem massiv von den weitreichenden Modernisierungsprogrammen der europäischen NATO-Staaten und ergänzen sich technologisch auf höchstem Niveau. Während Rheinmetall mit seinen gepanzerten Fahrzeugsystemen, wie z. B. dem Schützenpanzer Lynx oder dem Kampfpanzer Panther, sowie modernster Artilleriemunition die dringend benötigte physische Schlagkraft liefert, sorgt Hensoldt für die digitale Überlegenheit auf dem Gefechtsfeld. Die fortschrittlichen Radar-, Stör- und Optroniksysteme des Sensor-Spezialisten sind entscheidend, um in modernen und immer mehr stark vernetzten Konflikten feindliche Bedrohungen in Echtzeit zu erkennen und abzuwehren.
Beide Konzerne sind zu unverzichtbaren Säulen der neuen europäischen Sicherheitsarchitektur geworden, da sie immer häufiger gemeinsam dieselben militärischen Plattformen ausrüsten oder parallel von internationalen Großaufträgen profitieren, bekommen sie auch von den stark wachsenden Verteidigungsbudgets mehr ab.
Solche hochmodernen Waffensysteme und Sensoren haben allerdings eine elementare Gemeinsamkeit. Sie benötigen zwingend seltene und strategische Rohstoffe. Besonders Wolfram ist für Panzerungen, Munition und Elektronik unverzichtbar. Die Nachfrage aus dem Westen steigt weiter rasant. Das sieht man auch am Wolframpreis, der sich binnen weniger Monate vervielfacht hat. Bisher dominiert China diesen kritischen Markt. Genau deshalb blicken weitsichtige Investoren nun auch auf die Produzenten, die eine konfliktfreie Versorgung außerhalb Asiens garantieren können.
Almonty Industries – Mit Fokus auf die Zukunft
Dieser dringend benötigte Produzent ist Almonty Industries. Das Unternehmen ist ein Produzent und Lieferant von Wolfram. Die aktuellen geopolitischen Spannungen im Nahen Osten und in der Ukraine oder wo auch immer ein Krieg auf der Welt ausbricht oder tobt, machen dieses Metall unverzichtbar für die gesamte Verteidigungs- und Hochtechnologiebranche. Um sich in dieser wichtigen Phase voll auf das operative Geschäft zu konzentrieren, hat Almonty aktuell seine Börsenstrukturen ein wenig gestrafft.
Das Management hat ein freiwilliges Delisting von gleich zwei Handelsplätzen beschlossen. Die Aktien wurden bereits per Ende Juli 2026 von der kanadischen Börse TSX genommen. Ebenso verlässt das Unternehmen demnächst die australische Börse ASX. Dort wird der Handel am 28. August ausgesetzt, bevor das offizielle Delisting dann am 1. September 2026 erfolgt.
Die Gründe dafür sind rein pragmatischer Natur. Die Handelsvolumina in Australien und Kanada waren im Vergleich zur US-Börse Nasdaq zuletzt eher gering. Zudem spart der Rückzug erhebliche administrative Kosten und interne Compliance-Aufwendungen. Anleger können die Aktie natürlich weiterhin reibungslos über die Nasdaq unter dem Kürzel ALM oder in Frankfurt handeln. Dieser Schritt macht das Unternehmen schlanker und agiler.
Vertragliche Sicherheit und finanzielle Feuerkraft
Die Fundamentaldaten von Almonty entwickeln sich derzeit gut. Besonders das Flaggschiff-Projekt, die Sangdong-Mine in Südkorea, nimmt ordentlich Fahrt auf. Sie gilt historisch betrachtet als eines der größten und hochgradigsten Wolframvorkommen der Welt. Nach dem erfolgreichen Anlaufen der Verarbeitungsanlage im Juli 2026 rüstet sich das Unternehmen nun für die volle Kapazität der ersten Projektphase. Almonty konnte kürzlich eine extrem wichtige Anpassung seines Abnahmevertrags mit Global Tungsten & Powders vermelden. Dieses Partnerunternehmen aus Pennsylvania ist ein zentraler Zulieferer für die US-Verteidigungsindustrie.
Die Laufzeit des Vertrags wurde um sechs Jahre auf nunmehr 21 Jahre verlängert. Das reicht bis in die späten 2040er Jahre. Das vertraglich garantierte Volumen steigt dabei um 40 % auf 4,41 Millionen MTU Wolframkonzentrat. Gleichzeitig verbessern sich die Preisbedingungen für Almonty bei allen gelieferten Mengen um 6,3 %. Auf Basis der aktuellen Preise sichert sich das Unternehmen damit zusätzliche Jahresumsätze von rund 30 Millionen USD. Der Gesamtumsatz über die Vertragslaufzeit steigt somit auf 490 Millionen USD. Dabei deckt dieser Vertrag lediglich 90 % der Phase eins der Mine ab. Eine geplante zweite Phase soll die Kapazität künftig sogar noch verdoppeln.
Das alles bietet eine Planungssicherheit, die in dieser Branche absolut außergewöhnlich ist.
Die aktuellen Geschäftszahlen bestätigen diesen Aufwärtstrend. Im zweiten Quartal 2026 sprang der Umsatz im Jahresvergleich um 498 % auf 43,0 Millionen CAD. Getrieben wurde diese Entwicklung durch historisch hohe Rekordpreise bei Wolfram. Unter dem Strich stand ein Nettogewinn von 181,8 Millionen CAD, wobei dieser auch maßgeblich von nicht liquiditätswirksamen Derivatbewertungen beeinflusst war. Das bereinigte EBITDA drehte von einem Vorjahresverlust auf 17,6 Millionen CAD ins Plus. Zudem schloss das Unternehmen die Emission von Wandelanleihen über 800 Millionen USD erfolgreich ab. Mit einem Barbestand von 1,2 Milliarden CAD ist Almonty nun super finanziert, um seine vielversprechenden Projekte zügig voranzutreiben.
Charttechnik – Der Sprung in die nächst höhere Ebene
Nach einer starken Rally bis auf ein Hoch bei knapp über 24 USD genehmigte sich das Papier eine Verschnaufpause. Die Aktie liegt derzeit in einer eher ausgeprägten Konsolidierung, die aber jederzeit beendet werden kann. Die obere Begrenzung dieses Bereichs verläuft aktuell bei knapp 15 USD. Genau hier liegt die entscheidende Marke für Investoren und Anleger. Geht die Aktie darüber hinaus und klettert auf beispielsweise 15,50 USD, sollte der Ausbruch geglückt sein.

Es könnte sich dann eine weitere dynamische Aufwärtsbewegung anschließen. Aus dem Chartbild lässt sich in diesem Szenario ein Potenzial bis hin zur alten Marke von 24 USD ableiten. Das wäre dann ein sehr deutliches Upside zum jetzigen Kurs beziehungsweise zum Ausbruchskurs. Gleichzeitig ist die Aktie nach unten hin gut unterstützt. Ein Boden findet sich bei aktuell knapp 12 bis 12,50 USD. Sollte dieser Bereich wider Erwarten unterschritten werden, sollten darunter nochmals mehrere horizontale Unterstützungslinien den Kurs relativ weich auffangen. Das Chance-Risiko-Verhältnis wirkt bei Almonty somit derzeit attraktiv.
Fazit
Die Rüstungsindustrie steht offensichtlich vor einem goldenen Jahrzehnt. Rheinmetall und Hensoldt sind recht gut dafür aufgestellt, um von den unweigerlich steigenden Budgets und neuen Großprojekten zu profitieren. Ihre aktuellen Bilanzen und vollen Auftragsbücher sprechen hier eine Sprache von künftigem Wachstum und Gewinnen.
Ohne hochwertiges Wolfram bleiben die modernsten Panzer und Drohnen aber am Boden. Almonty punktet operativ mit einem großen Cashpolster, langfristig festen Abnahmeverträgen und einer schlanken Kostenstruktur. Das Chartbild zeigt zudem eine Konsolidierung mit möglichen Triggern oberhalb von 15 USD für den nächsten Aufschwung. Almonty Industries ist derzeit prima aufgestellt, um in den kommenden Monaten für erfreuliche Überraschungen im Depot zu sorgen.
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