12.08.2026 | 05:00
Dividenden-Rendite oder Wachstums-Potenzial? Diese Chancen bieten Bayer, BASF und Volatus Aerospace!
Der Krieg in der Ukraine bleibt ein Unsicherheitsfaktor, der die Märkte weiter im Griff hält. Russland und die Ukraine setzen ihre gegenseitigen Angriffe auf Infrastruktur und Industrieanlagen fort, während diplomatische Lösungen weiterhin nicht in Sicht sind. Für Anleger bedeutet das: Energiepreise, Rohstoffmärkte und sicherheitsrelevante Branchen bleiben anfällig für plötzliche Nachrichtenlagen. Gerade Rüstungs- und Verteidigungstitel sowie Unternehmen mit Fokus auf autonome und sicherheitsrelevante Technologien – wie z. B. bei Drohnen – profitieren von steigenden Verteidigungsbudgets und dem Bedarf an technologischer Unabhängigkeit. Wer aktuell investiert, sollte diese geopolitische Grundspannung als festen Bestandteil der Risikoeinschätzung mitdenken. Wir schauen uns daher heute Bayer, BASF und Volatus genauer an.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Matthias Schomber
ISIN:
BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , BASF SE NA O.N. | DE000BASF111 , VOLATUS AEROSPACE INC | CA92865M1023 | TSXV: FLT , OTCQB: TAKOF
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Matthias Schomber
Aufgewachsen im hessischen Gießen, entdeckte Matthias Schomber schon in den frühen 1990er Jahren seine Leidenschaft für die Finanzmärkte – in einer Zeit, als der Börsenhandel noch eher ein Metier für echte, eingefleischte Börsianer war. Er arbeitete dort nach seiner Banklehre für ein Privatbankhaus und erlebte auf dem Frankfurter Börsenparkett live und hautnah den Aufstieg und Fall des Neuen Marktes mit und zog daraus Lektionen, die bis heute sein Denken als Trader, Autor und Handelssystementwickler prägen.
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Bayer AG: Operative Erholung und hartnäckige Rechtsrisiken
Bayer befindet sich weiterhin in einem anspruchsvollen Umwälzungsprozess. Der Leverkusener Pharma- und Agrarkonzern ist hin- und hergerissen, denn einerseits belasten die anhaltenden rechtlichen Auseinandersetzungen rund um den Unkrautvernichter Glyphosat in den USA die Bilanz und das Anlegervertrauen immer noch, teilweise sogar spürbar, obwohl es zuletzt besser geworden ist und schon deutlich Hoffnung auf bessere Zeiten zurückgekehrt ist. Andererseits sorgt der Preisdruck im Agrarsegment für gedämpfte Erwartungen beim freien Cashflow. Trotz dieses Gegenwinds zeigte das zweite Quartal funktionierende operative Einheiten. Die Ergebnisse lagen sogar stellenweise über den eher konservativen Schätzungen des Marktes.
An der Börse notiert die Aktie derzeit im Bereich von etwa um die 49 EUR. Einige Analystenhäuser sehen das faire Niveau der Aktie mittelfristig wieder oberhalb der Marke von 55,00 EUR. Ob sich dieser Optimismus durchsetzt, hängt maßgeblich davon ab, wie zügig das Management die verbliebenen Altlasten abarbeiten kann und wie nachhaltig die Marge im Pharmageschäft bleibt. Dennoch könnte längerfristig, auch aufgrund des starken Momentums, der Kurs Richtung 60 EUR durchstarten.
BASF SE: Restrukturierung und Niedrigwasser
Während Bayer vor allem rechtliche Altlasten abarbeitet, schlägt der zweite deutsche Traditionskonzern BASF spürbar härtere Töne beim Konzernumbau an. Der Ludwigshafener Chemieriese notiert aktuell bei rund 51,50 EUR und bewegt sich damit in Schlagweite knapp unterhalb des 52-Wochen-Hochs von rund 55 EUR. Operativ überraschte das Unternehmen im zweiten Quartal positiv. Der Umsatz kletterte um 16 % auf 17,2 Milliarden EUR. Das EBITDA vor Sondereinflüssen stieg auf deutliche 2,4 Milliarden EUR, weshalb der Vorstand die Prognose für das Gesamtjahr angehoben hat. Das stützte den Kurs und verhalf ihm sogar zu weiterem Anstieg.
Zudem startete im August ein neues Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von 1 Milliarde EUR. Allein in der ersten Augustwoche wurden 545.000 Anteile zurückgekauft. Das wirkt ebenfalls kursstützend und sichert nach unten weiter ab.
Rückenwind für BASF gibt es auch von Seiten der US-Gesundheitsbehörde FDA, die den innovativen UV-Filter Tinosorb S zugelassen hat. Damit erschließt sich BASF ein lukratives Feld auf dem amerikanischen Markt für Sonnenschutzprodukte. Allerdings gibt es auch eine kleine Problemstelle, die aber scheinbar gut gelöst wird, zumindest was das Niedrigwasser betrifft: Der historisch niedrige Rhein-Pegel bei Kaub von unter 20 Zentimetern bedroht die Rohstoffversorgung des Hauptwerks Ludwigshafen und lässt die Transportkosten steigen.
Es wird jetzt vermehrt auf die Bahn und den LKW-Transport gesetzt. Bislang funktioniert dies wohl recht ordentlich.
Zu den Problemen hinzu gesellen sich eine Umweltklage im französischen Rouen wegen PFAS-Einleitungen sowie die Schließung von Care-Chemicals-Anlagen im indischen Dahej.
Um die angestrebte Kapitalrendite von 10 % bis 2028 zu sichern, greift der Vorstand zu harten Einschnitten beim Personal. Beim Stellenabbau am Stammstandort spricht die Führung offen von der Axt statt der Astschere, was das operative Bild zwischen glänzenden Quartalszahlen und internen Spannungen schwanken lässt. Dennoch sollte das bei den Investoren eher gut ankommen, denn dort zählt Sparkurs als Erfolg.
Wenn es der Aktie gelingt, die Schwelle von 55 EUR nach oben zu durchbrechen, könnte der Kurs, aufgrund der Charttechnik, schnell Fahrt in Richtung 65 – 70 EUR aufnehmen.
Volatus Aerospace: Drohnen für die Verteidigung und andere Anwendungen
Volatus Aerospace hat sich als kanadischer Spezialist für unbemannte Luftfahrtsysteme, autonome Sensortechnik und Verteidigungslösungen etabliert.
Nach einer etwas längeren Korrekturphase des fulminanten Anstiegs in 2025 von unter 0,30 auf knapp 1 CAD, notiert die Aktie an der Börse in Toronto aktuell bei 0,54 CAD. Aus charttechnischer Sicht hat das Papier seinen kurzfristigen Abwärtstrend nach oben durchbrochen. Die Notierung konnte sich wieder nachhaltig über die wichtige Unterstützungszone von 0,50 bis 0,51 CAD hochkämpfen.
Jetzt gilt es für den Wert, oberhalb dieser Marke eine stabile Konsolidierung und einen tragfähigen Boden auszubilden. Gelingt dies, öffnet sich der Weg für eine Erholung in Richtung der Zone zwischen 0,60 CAD und 0,70 CAD. Dennoch: Solange der Kurs diesen Bereich nicht dynamisch überwindet, handelt es sich vorerst um einen klassischen Reboundversuch. Ein nachhaltiger Befreiungsschlag aus der monatelangen Konsolidierungsphase wäre erst mit einer Rückkehr über die Marke von 0,75 CAD vollzogen. Aber mit der aktuellen weltpolitischen Lage und den anhaltenden Konflikten sind Drohnen ein absolutes Zukunftsthema und dies könnte der Aktie den nachhaltigen Rückenwind verleihen, um weiter nach oben zu klettern.

Volatus Aerospace: Strategische Meilensteine treiben den Wachstumskurs
Operativ untermauert das Unternehmen seine ambitionierten Ziele mit einer Reihe strategischer Weichenstellungen aus den vergangenen Wochen.
Den Auftakt machte am 21. Juli eine Partnerschaft mit dem Volt-Age-Forschungsprogramm der Concordia University. Ziel dieser Vereinbarung ist die Entwicklung zukunftsweisender Energietechnologien für unbemannte Flugsysteme. Damit stärkt Volatus die heimische Lieferkette und treibt die technologische Souveränität Kanadas bei strategischen Drohnenkomponenten voran.
Nur wenig später folgten zwei wegweisende Abkommen im Bereich der Katastrophenbekämpfung und Verteidigung.
Am 4. August gab Volatus eine Kooperation mit Singular Aircraft bekannt. Gemeinsam soll das schwere autonome Nutzflugzeug FlyOx 1 nach Kanada gebracht werden. Mit einem maximalen Startgewicht von rund 4.000 Kilogramm und einer Nutzlast von 1.560 Litern Wasser oder Löschmittel eröffnet dieser amphibische Spezialflieger völlig neue Dimensionen bei der Bekämpfung von Waldbränden.
Eine weitere News folgte am 5. August durch die Vereinbarung mit Kraus Hamdani Aerospace. Volatus sichert sich damit die Exklusivrechte als kanadischer Partner für die ultralangstreckentaugliche Elektro-Drohne K1000ULE sowie das hochresiliente Kommunikationsnetzwerk ATNE++. Die K1000ULE hat bei militärischen Einsätzen bereits über 6.000 Flugstunden absolviert und glänzt mit ununterbrochenen Flugzeiten von mehr als 75 Stunden. Am Fertigungsstandort Mirabel im kanadischen Quebec soll schrittweise die heimische Produktion aufgebaut werden.
Dadurch deckt Volatus künftig von der Brandfrüherkennung über die Rettungskoordination bis hin zur arktischen Überwachung und Verteidigung ein umfassendes Spektrum ab.
Fazit: Wo liegen die Chancen?
Bayer bleibt ein Investment für geduldige Anleger, die auf eine endgültige Bereinigung der Rechtsrisiken setzen.
BASF glänzt mit starken operativen Zahlen und einer aktionärsfreundlichen Ausschüttung, muss jedoch logistische Risiken am Rhein und die Akzeptanz harter Sparmaßnahmen meistern. Volatus Aerospace wiederum präsentiert sich als interessanter Wachstumswert im Zukunftsmarkt der unbemannten Luftfahrt. Die jüngsten Kooperationen unterstreichen die technologische Schlagkraft und die Ausrichtung auf profitable Nischen im Verteidigungs- und Sicherheitssektor. Wenn es der Aktie gelingt, auf dem aktuellen Niveau bei 0,54 CAD einen soliden Boden zu etablieren, bietet der Titel eine chancenreiche Perspektive für risikobewusste Investoren.
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