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18.02.2024 | 06:00

Almonty Industries, RENK Group, Rheinmetall – Wolfram ist das Nadelöhr

  • Wolfram
  • Rüstung
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Bildquelle: pixabay.com

Die Welt blickt momentan nach Bayern, denn dort findet die 60. Münchner Sicherheitskonferenz statt. Neben Rüstungsthemen und Verteidigungskonzepten in einer angespannten geopolitischen Weltlage, geht es auch um die Rolle Chinas, denn das Außenministerium des Reichs der Mitte hat in der Vergangenheit immer wieder öffentlich die NATO und insbesondere den USA die Schuld an der Eskalation im Ukraine-Konflikt mit Russland gegeben. Vor diesem Hintergrund wächst die Bedeutung der Rohstoffversorgung, denn China hat sich u.a. auch bei den Rüstungsrelevanten Rohstoffen eine Marktdominanz erarbeitet, die den NATO-Mitgliedsländern nun Schwierigkeiten bereitet. Einer der wichtigsten Rohstoffe für Rüstung und Technologie ist Wolfram. Ohne das härteste Metall der Erde können viele Produkte nicht fertiggestellt werden – kurz: wer Wolfram kontrolliert, kontrolliert die Rüstung. Knackpunkt ist, dass China und Russland rund 85 % des weltweiten Angebotes liefern. Es bedarf nicht viel Phantasie, was das für die Rüstungsunternehmen und Regierungen der NATO-Mitgliedsländer bedeutet. Ein Unternehmen, das von der gegenwärtigen Marktsituation profitieren wird, ist Almonty Industries. Das Unternehmen baut momentan eine Wolfram-Mine in Südkorea auf, die eine Fördermenge von rund 30 % des Angebotes außerhalb von China und Russland erreichen soll. Die aktuelle Börsensituation von Almonty erinnert an BioNTech vor der Corona Pandemie und Super Micro Computer sowie NVIDIA vor dem Boom mit der Künstlichen Intelligenz. Es liegt also an jedem Investor selbst, wie diese gewonnene Erkenntnis umgesetzt wird. Mehr dazu im folgenden Artikel.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Mario Hose
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , RENK Group AG | DE000RENK730 , RHEINMETALL AG | DE0007030009

Inhaltsverzeichnis:


    Krieg in der Ukraine deckt Mängel auf

    Am 24. Februar 2024 jährt sich der russische Einmarsch in die Ukraine zum zweiten Mal und die Verteidigungskapazitäten vieler NATO-Mitgliedsstaaten sind laut Branchenexperten nicht ausreichend. Der Bundeswehr wird nachgesagt, dass sie an die Ukraine abgebe, aber Deutschland im Verteidigungsfall am dritten Tag keine Munition mehr haben würde. Munitionsbeschaffung ist somit ein großes Thema geworden.

    Rheinmetall plant Herstellung in der Ukraine

    Am gestrigen Samstag gab Rheinmetall bekannt, dass mit einem ukrainischen Partnerunternehmen zukünftig eine sechsstellige Anzahl von Artillerie-Geschossen pro Jahr in einem neuen Werk in der Ukraine hergestellt werden soll. „Wir wollen der Ukraine ein leistungsfähiger Partner dabei sein, die einst starke wehrtechnische Industrie in der Ukraine wiederaufzubauen und die Autonomie ukrainischer Kapazitäten sicherzustellen“, begründete Armin Papperger, CEO von Rheinmetall, die Entscheidung.

    Südkorea profitiert von globaler Nachfrage

    Aber auch Südkorea profitiert von den Engpässen und geringen Vorräten sowie Kapazitäten von NATO-Ländern. Zu Monatsbeginn hat die Neue Zürcher Zeitung einen Bericht über das Land veröffentlicht, das sich mit Rüstungsthemen sehr gut auskennt. „Der Krieg in der Ukraine hat der südkoreanischen Rüstungsindustrie mächtig Schub verliehen,“ so Professor Sheen Seong Ho von der Seoul National University.

    Polen vergibt Großauftrag

    Mit einem Volumen von über 15 Mrd. EUR hat Südkorea den größten Waffenexport mit Polen vereinbart. Zu dem Umfang gehören u.a. 1.000 Kampfpanzer und 48 Kampfjets. Bereits vier Monate nach der Unterzeichnung des Vertrages wurden erste Exemplare geliefert. Möglich war dies, weil Bestellungen der eigenen Armee abgegeben wurden, um zusätzliches Geschäft für die heimische Rüstungsindustrie zu gewinnen.

    Südkorea will mit Rüstungsgeschäften wachsen

    In der Zeit von 2018 bis 2022 rangierte Südkorea auf der Liste der Waffenexporteure an neunter Stelle. Bis zum Jahr 2027 möchte das asiatische Land auf den vierten Platz vorrücken, wird Präsident Yoon Suk-Yeol zitiert. Aktuell dominieren auf den ersten drei Plätzen die USA, Russland und Frankreich. Deutschland ist hinter China an fünfter Stelle zu finden.

    Ausreichend Kompetenz und Kapazitäten

    Die Stärke von Südkorea liegt vor allem darin, dass die dort ansässigen Konzerne über ausreichend Kompetenzen und Kapazitäten verfügen, um zivil und militärisch tätig zu sein. Die Ursachen dafür liegen auf der Hand. Während die europäischen Länder nach dem Ende des Kalten Krieges ihre Streitkräfte und Rüstungsaufträge reduzierten, musste Südkorea weiter mit der Bedrohungslage durch den Nachbarn Nordkorea leben. Seit dem Fall der Berliner Mauer hat Nordkorea sechs Atombomben getestet und Machthaber Kim Jong-Un hat auch in der jüngsten Vergangenheit mit Kriegsdrohungen kein Ende der angespannten Situation signalisiert.

    Wolfram-Vorkommen im Rüstungsland

    Vor diesem Hintergrund sind die Aktivitäten von Almonty Industries in Südkorea, neben den beiden Wolfram Projekten in Portugal und Spanien, in der neuen Situation der De-Globalisierung von besonderer Relevanz. Sobald Almonty die ersten Wolfram Mengen fördert, wird das Unternehmen möglicherweise zu einem Übernahmeziel der nationalen und internationalen Rüstungsindustrie. Die deutsche KfW IPEX-Bank hat den Aufbau der Mine mit einem Kredit in Höhe von 80 Mio. USD unterstützt. Mit einem aktuellen Börsenwert von rund 100 Mio. EUR ist das Unternehmen angesichts der Relevanz niedrig bewertet. Rheinmetall ist mittlerweile mit 16,8 Mrd. EUR bewertet. Der Börsendebütant RENK Group bringt 2,5 Mrd. EUR auf die Waage.

    Lieferkette macht Wolfram zum Nadelöhr

    Möglicherweise kommt ein Käufer auch aus einer ganz anderen Ecke, denn auch Apple benötigt für die Fertigstellung von iPhones für die Vibrationskomponente den begehrten Rohstoff Wolfram. In der Produktbeschreibung weißt das US-Unternehmen aus, dass recyceltes Wolfram im aktuellen Modell verbaut wurde - die Frage ist, wie lange das noch möglich ist? Möglicherweise fokussiert sich CEO Lewis Black auch einfach nur darauf den Rohstoff gewinnbringend und somit kurstreibend für die Aktionären zu verkaufen? Am 21. Februar 2024 wird Lewis Black live beim 10. International Investment Forum präsentieren und den Teilnehmern Fragen beantworten. Die Teilnahme an der online Veranstaltung ist kostenlos und die Registrierung über diesen Link möglich.

    Aufholpotential von Almonty Industries

    "Der europäische Verteidigungssektor ist aufgrund der geopolitischen Spannungen aus seinem Dornröschenschlaf erwacht und wird nun in einem immensen Tempo auf- und ausgebaut. Unserer qualitativen und quantitativen Analyse zufolge bietet der Sektor ein starkes langfristiges Entwicklungspotenzial", sagte Patrick Grewe, Fondsmanager des Hard Value Fund. Seit dem Einmarsch der Bodentruppen in der Ukraine konnte die Aktie von Rheinmetall einen Anstieg von über 300 % verzeichnen. Die Aktie von Almonty Industries verlor hingegen mehr als 30 % an Wert. Es ist zu erwarten, dass im Jahresverlauf und dem bevorstehenden Förderungsbeginn in Südkorea die Aktie von Almonty aufholen wird.

    Chart Vergleich Almonty Industries vs. Rheinmetall, 24 Monate, Stand: 17.02.2024, Quelle: REFINITIV

    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Mario Hose

    In Hannover geboren und aufgewachsen, verfolgt der Niedersachse die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung rund um den Globus. Als leidenschaftlicher Unternehmer und Kolumnist erklärt und vergleicht er die verschiedensten Geschäftsmodelle sowie Märkte für interessierte Börsianer.

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