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11.09.2026 | 04:00

Zefiro Methane: Abwärtstrend gebrochen, die Aktie nimmt Fahrt auf, Analysten sehen 200 % Potenzial!

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Bildquelle: Pixabay

Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von Zefiro Methane.

Amerika hat ein Methanproblem: Unter Wäldern, Weiden und Wohngebieten liegen Millionen alter Öl- und Gasbohrungen. Viele davon sind undicht, die Eigentümer längst tot, insolvent oder nicht mehr auffindbar. Zefiro Methane bietet Lösungen, um die klimaschädlichen Löcher dauerhaft zu verschließen, damit kein Treibhausgas mehr ausströmt. Bislang ist das Unternehmen, das sich vor Aufträgen kaum retten kann, nur wenigen Eingeweihten bekannt. Die Aktie notiert noch im Pennystock-Bereich. Doch Analysten gehen davon aus, dass sich das in Kürze ändert. Die Kursziele signalisieren zwischen 50 und mehr als 200 % Aufwärtspotenzial.

Lesezeit: ca. 7 Min. | Autor: Jens Castner
ISIN: ZEFIRO METHANE CORP | CA98926D1069 | NEO: ZEFI

Inhaltsverzeichnis:


    Ein Altlastenproblem und keine Verantwortlichen

    Anderthalb Jahrhunderte Öl- und Gasförderung haben in Nordamerika Spuren hinterlassen. Die US-Umweltbehörde EPA zählt rund 1,6 Mio. nicht verschlossene, inaktive Ölbohrungen und etwa 400.000 stillgelegte Gasbohrungen. Wo die Zementierung porös ist oder das Rohr durchgerostet, entweicht Methan. Über einen Zeitraum von 20 Jahren wirkt dieses Gas rund 80-mal stärker auf das Klima als CO₂. Besonders heikel sind verwaiste Bohrlöcher ohne zahlungsfähigen Betreiber, in der Fachsprache „Orphan Wells“ genannt. Hier bleibt die Sanierung am Staat hängen. Wie groß das Problem tatsächlich ist, weiß niemand genau. Luke Plants, der die US-Fachfirma Plants & Goodwin (P&G) in dritter Generation leitet, beschreibt es so: „Auf dem Weg zu jedem bekannten Bohrloch, das wir verschließen, entdecken wir zehn weitere, von denen niemand wusste.“

    Seit 2023 gehört der Sanierungsspezialist Plants & Goodwin mehrheitlich zur kanadischen Firmengruppe Zefiro Methane, seit September 2024 vollständig. Luke Plants blieb auch nach der Übernahme an Bord. Neben seiner Rolle als CEO von P&G treibt er als Senior Vice President die strategische Entwicklung des Gesamtkonzerns voran. Das Geschäftsmodell beruht auf einer ganzen Kette von Arbeitsschritten, die andere Dienstleister meist nur teilweise abdecken. Zefiro hingegen kann als Komplettanbieter auftreten. Der Markt ist gigantisch. Die gemeinnützige Organisation Carbon Tracker Initiative beziffert die Kosten für die Verfüllung allein der dokumentierten Bohrungen auf rund 280 Mrd. USD. Das US-Infrastrukturgesetz von 2021 stellte bislang nur 4,7 Mrd. USD bereit, einen Bruchteil des Bedarfs. Für Dienstleister wie Zefiro bedeutet das: Die Nachfrage endet nicht mit dem Auslaufen eines Förderprogramms. Wer sich ein genaues Bild von der Situation machen will, sollte sich die Dokumentation „The Hazard Below“ anschauen. Hier geht’s zum Video:

    youtube.com/watch

    Im Mai dieses Jahres erreichte Zefiro mit dem Kauf des Maschinenparks von Viking Well Service einen entscheidenden Meilenstein. Fünf zusätzliche Bohranlagen und ergänzendes Gerät erhöhten die jährliche Umsatzkapazität nach Unternehmensangaben um rund 10 Mio. USD. Das Einsatzgebiet erstreckt sich seither auf 13 US-Bundesstaaten. Neben dem Verschließen wird auch gemessen. Hier zahlt sich für Zefiro und die Tochter P&G die Ende 2023 abgeschlossene Übernahme von Appalachian Well Surveys aus. Denn der 1970 gegründete Familienbetrieb Plants & Goodwin verfügte zwar über Bohranlagen, Zementiertechnik, Schwerlasttransport und Baustellenlogistik, um die klimaschädlichen Hinterlassenschaften der Ölindustrie dauerhaft zu verschließen, hatte jedoch eine Lücke bei den sogenannten Wireline-Leistungen. Dabei werden Messgeräte oder Werkzeuge an einem Stahlseil in das Bohrloch eingebracht, um dessen Zustand zu prüfen. Dank der Technik von Appalachian Well Surveys konnte P&G jüngst im Rahmen des bundesweiten Förderprogramms MERP (Methane Emissions Reduction Program) in West Virginia 849 Bohrlöcher auf Methanaustritt untersuchen. Der Auftrag brachte rund 850.000 USD Umsatz und gilt als margenstark.

    Das Auftragsbuch füllt sich rasant

    Ein aktueller Auftrag zur Verschließung von Bohrlöchern über 11,5 Mio. USD kam Anfang September von der Umweltschutzbehörde eines Bundesstaats in der Region der Großen Seen. Etwa 3 Mio. USD davon müssen zwischen November 2026 und Ende Juni 2027 abgearbeitet sein, die restlichen 8,5 Mio. USD bis Juni 2029. „Der Dreijahresvertrag ergänzt unseren wachsenden Auftragsbestand und spiegelt unsere Marktstellung in vielen Regionen wider, in denen wir tätig sind“, erklärt Zefiro-Vorstandschefin Catherine Flax und verweist zugleich auf den planerischen Nutzen: „Mehrjährige Verträge schaffen eine besser planbare Umsatzbasis und erlauben es uns, Anlagen und Mannschaften gezielt einzuplanen, die Auslastung zu optimieren und die Margen zu erhöhen.“ Der größte Einzelvertrag stammt aus Ohio. Das dortige Department of Natural Resources vergab einen Dreijahresauftrag über 19,6 Mio. USD für rund 200 vorrangige Bohrungen. Die operative Umsetzung begann im Juni dieses Jahres und reicht ebenfalls bis 2029.

    Hinzu kommt die im Juli gemeldete Partnerschaft mit der Well Done Foundation. Die Stiftung wurde 2019 vom früheren Ölmanager Curtis Shuck gegründet, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Amerikas Methanproblem anzugehen. Die Organisation ist in 18 Bundesstaaten aktiv und hat P&G als bevorzugten Dienstleister ausgewählt. Den Anfang machen zehn Bohrlöcher im Deep Fork National Wildlife Refuge in Oklahoma, 20 weitere sind für 2027 vorgesehen. Ein dritter Nachfragestrang wächst abseits von Stiftungen und Staatsprogrammen: Betreiber von Rechenzentren und Energieinfrastruktur brauchen sichere Flächen ohne Methanaustritte, bevor sie bauen dürfen. Die Zahlungsbereitschaft dieser Branchen ist hoch, weil jede Verzögerung Zeit und vor allem Geld kostet.

    Strammes Wachstum und schwarze Zahlen voraus

    Catherine Flax, zuvor bei J.P. Morgan und BNP Paribas im Rohstoff- und Devisengeschäft, übernahm den Vorstandsvorsitz bei Zefiro im Juni 2025. Über die Finanzen des Unternehmens wacht Correne Loeffler, eine börsenerfahrene Managerin aus der Energiebranche. Die neue Führung konzentrierte sich auf das Kerngeschäft und senkte die Kosten in strategisch weniger bedeutsamen Randbereichen. Der Effekt ist in den Büchern sichtbar. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2025/26 stieg der Umsatz um 35,8 % auf 33,2 Mio. USD. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) drehte auf 3,1 Mio. USD, im Vorjahreszeitraum war noch ein Verlust von 5,5 Mio. USD angefallen. Die Bruttomarge kletterte auf 32,1 %, nach 23,0 % im Gesamtjahr 2024/25. Der operative Cashflow der ersten neun Monate des Geschäftsjahres 2025/26 lag bei 4,1 Mio. USD. Nach Unternehmensangaben war es das siebte Quartal in Folge mit positivem Mittelzufluss aus dem laufenden Geschäft.

    Die Zahlen für das gesamte, am 30. Juni abgelaufene Geschäftsjahr 2025/26 werden für Ende September, spätestens im Lauf des Oktober erwartet. Die Umsatzprognose des Managements liegt bei „mehr als 40 Mio. USD“. Die Experten des Augsburger Analystenhauses GBC Research halten das für zu konservativ und trauen dem Unternehmen Erlöse von gut 45 Mio. USD und ein EBITDA von 3,7 Mio. USD zu. Wegen der Viking-Übernahme geht GBC für das neue Geschäftsjahr 2026/27 von einer Umsatzsteigerung auf 57,9 Mio. USD aus und erwartet auch nach Zinsen und Steuern schwarze Zahlen, konkret ein Ergebnis von 0,04 USD je Aktie. Angesichts eines Kurses von 0,48 USD (in Deutschland aktuell 0,43 EUR) errechnet sich daraus ein günstiges KGV von 12 – mit Blick auf den wachsenden Auftragsbestand und die exzellenten Aussichten für die kommenden Jahre viel zu wenig, meinen die GBC-Analysten. Sie setzen ein Kursziel von 2,12 CAD beziehungsweise 1,50 USD, was einem Potenzial von mehr als 200 % entspricht.

    Neue Studie schiebt den Kurs an

    Einen Tick zurückhaltender ist ATB Cormark Capital Markets. Das kanadische Researchhaus hat die Bewertung der Aktie soeben aufgenommen, Analyst Nicholas Boychuk stuft sie mit „Outperform“ ein. Er erwartet für das zurückliegende Geschäftsjahr einen Umsatz von 41,6 Mio. USD, für das laufende 53,3 Mio. USD. Auch sein Kursziel fällt niedriger aus, trotzdem sorgte die Veröffentlichung seiner aktuellen Studie für Schwung. Denn selbst die von ihm als fair angesehene Bewertung von 1,00 CAD lässt vom aktuellen Kurs von 0,68 CAD aus nahezu 50 % Platz nach oben. Einer der Gründe für den Optimismus der Finanzexperten ist eine weitere Ertragsquelle. Aus der Arbeit von Zefiro und P&G lässt sich ein zweites Produkt gewinnen, das mit geringem Aufwand zusätzliche Einnahmen verspricht. Wird ein leckendes Bohrloch verschlossen, kann die vermiedene Methanmenge nach dem Standard des American Carbon Registry (ACR) in handelbare Zertifikate umgerechnet werden. Bei einem Projekt in Oklahoma waren das 92.956 t CO₂-Äquivalent. Käufer der Zertifikate waren unter anderem Mercuria Energy America und EDF Trading.

    Derzeit überarbeitet ACR die Methodik für verwaiste Bohrungen. Vorstandschefin Flax rechnet noch im Herbst mit der neuen Fassung. Hier wiederum sind die Analysten zurückhaltender als das Management selbst: GBC unterstellt erst ab der zweiten Hälfte des Geschäftsjahres 2026/27 wieder Erlöse aus dem Zertifikategeschäft und kalkuliert mit Preisen von 5,25 bis 5,50 USD je t CO₂-Äquivalent. Das entspricht dem bisher erzielten Niveau, liegt aber deutlich unter den 14 USD, die im Schnitt für hochwertige naturbasierte Zertifikate gezahlt werden. Realistisch betrachtet liegt das Segment also irgendwo zwischen einem netten Zubrot und einem zweiten Standbein, das je nach Preisentwicklung überdurchschnittliche Margen liefern könnte. Unternehmenslenkerin Flax hat vor allem Letzteres im Auge, was auch daran abzulesen ist, dass sie bereits Fachleute aus dem CO₂-Zertifikatehandel ihres früheren Arbeitgebers J.P. Morgan zu Zefiro geholt hat.

    Das Ende der Konsolidierung ist da!

    Mit dem neuen Großauftrag und der soeben veröffentlichten Studie von ATB Cormark Capital Markets kam zuletzt wieder Schwung in den Kurs. Die seit Mai anhaltende Konsolidierungsphase ist damit beendet – und Zefiros Dasein als Pennystock neigt sich aller Voraussicht nach dem Ende zu. Ob 50 oder 200 % Kurspotenzial: Wer von dieser explosiven Methan-Story profitieren will, sollte sich ein paar Stücke sichern, bevor die Weltöffentlichkeit aufmerksam wird.

    An der Heimatbörse in Kanada nimmt Zefiro Methane Kurs auf die Marke von 1,00 CAD. Dem starken Anstieg im Frühjahr folgte eine längere Konsolidierungsphase. Diese fand nun ein abruptes Ende. Nach dem Bruch des kurzfristigen Abwärtstrends ist der Weg nach oben jetzt frei.

    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Jens Castner

    Der gebürtige Nürnberger ist seit mehr als 30 Jahren im Finanzjournalismus und am Kapitalmarkt aktiv, zuletzt als Chefredakteur von Börse Online. Seit April 2026 ist er selbstständig tätig, um sich voll und ganz seiner großen Leidenschaft zu widmen: der Identifikation unterbewerteter Aktien, mit besonderem Fokus auf das Nebenwertesegment.

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