09.09.2026 | 05:00
Machtwechsel im Depot: Warum Lahontan Gold die Schwergewichte Xiaomi und TKMS überflügeln könnte
Der chinesische Konzern Xiaomi bläst mit neuen Falt-Smartphones und Elektroautos zur Großoffensive, doch der Aktienkurs gerät immer wieder unter Druck. Parallel dazu verzeichnet der Kieler Verteidigungsspezialist TKMS nach seinem erst im August erreichten Allzeithoch einen spürbaren Kursrücksetzer. Handelt es sich bei dem Abverkauf der Rüstungsaktie nur um eine gesunde Pause oder steht eine tiefere Korrektur bevor? Abseits dieser beiden Unternehmen könnte ein kleinerer Wert aus dem Rohstoffbereich die Aufmerksamkeit noch mehr auf sich ziehen, denn es scheint, als könnte Lahontan Gold nach einer längeren Konsolidierungsphase zum charttechnischen Befreiungsschlag ansetzen. Mit soliden Kennzahlen aus der wirtschaftlichen Erstbewertung im Rücken entwickelt die Aktie nun eine dynamische Aufwärtsbewegung. Wir analysieren die Lage bei allen drei Titeln und zeigen auf, wer als Depotwert möglicherweise die Nase vorn haben könnte.
Lesezeit: ca. 4 Min.
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Autor:
Matthias Schomber
ISIN:
XIAOMI CORP. CL.B | KYG9830T1067 , TKMS AG & CO KGAA | DE000TKMS001 , LAHONTAN GOLD CORP | CA50732M1014 | TSXV: LG , OTCQB: LGCXF
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Matthias Schomber
Aufgewachsen im hessischen Gießen, entdeckte Matthias Schomber schon in den frühen 1990er Jahren seine Leidenschaft für die Finanzmärkte – in einer Zeit, als der Börsenhandel noch eher ein Metier für echte, eingefleischte Börsianer war. Er arbeitete dort nach seiner Banklehre für ein Privatbankhaus und erlebte auf dem Frankfurter Börsenparkett live und hautnah den Aufstieg und Fall des Neuen Marktes mit und zog daraus Lektionen, die bis heute sein Denken als Trader, Autor und Handelssystementwickler prägen.
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Xiaomi: Ambitionierte Produktoffensive
Der chinesische Technologiekonzern Xiaomi zeigt sich operativ extrem angriffslustig, aber das stößt an der Börse jedoch auf sichtbare Skepsis. Mit der Vorstellung des neuen Falt-Smartphones Xiaomi 18 Fold zum Preis von umgerechnet rund 1.500 EUR wagt das Unternehmen den direkten Angriff auf das margenstarke Premiumsegment. „Unter der Haube“ arbeitet der eigens entwickelte 3-Nanometer-Prozessor Xring O3, der im Zusammenspiel mit Speicherbausteinen des chinesischen Herstellers CXMT technologische Unabhängigkeit demonstrieren soll. Parallel treibt Xiaomi seine Ambitionen und Anstrengungen im Automobilsektor weiter voran. Die Auslieferungszahlen der Elektrofahrzeuge lagen zwar im Juli mit 31.267 Einheiten unter dem Rekordwert vom vergangenen Dezember mit über 50.000 Einheiten. Dennoch konnte die Autosparte im August bereits zum fünften Mal in Folge die Marke von 30.000 ausgelieferten Autos überschreiten. Um den geplanten Markteintritt in Deutschland für das Jahr 2027 vorzubereiten, wurden auf der IFA in Berlin bereits Absichtserklärungen, bzw. Abkommen mit 8 deutschen Autohandelsgruppen unterzeichnet. Begleitet werden die ganzen Fortschritte von der neuen Batterietechnologie Dragonscale mit 76 Kilowattstunden Kapazität im Modell Skynomad, für die Xiaomi unter bestimmten Auflagen sogar eine lebenslange Garantie anbietet.
Finanziell liest sich die „Zwischenbilanz“ auf den ersten Blick ganz solide. Der Umsatz stieg im letzten Quartal auf 108,92 Milliarden CNY, verglichen mit 99,14 Milliarden CNY im Vorquartal. Der Nettogewinn erreichte 9,46 Milliarden CNY. Allerdings schlagen die enormen Ausgaben für Forschung und Entwicklung mit 9,23 Milliarden CNY gewaltig zu Buche. Diese immensen Investitionen fressen einen Großteil des operativen Ertrags auf und belasten die Profitabilität. An der Börse spiegelt sich dies dann auch im Aktienkurs wider. Mit einem aktuellen Kurs von etwa 2,97 EUR notiert das Papier über 50 % unter seinem 52-Wochen-Hoch bei etwa 6,50 EUR aus dem September vergangenen Jahres. Der Markt sorgt sich, ob Xiaomi die Doppelbelastung aus dem weltweiten Wettlauf bei High-End-Smartphones und den gigantischen Anlaufkosten der Automobilsparte auf Dauer ohne Margeneinbußen bewältigen kann. Charttechnisch wäre erst ein Sprung über die Marke bei 3,80 EUR ein echtes Zeichen für eine nachhaltige Trendwende.
TKMS: Nach dem Allzeithoch wieder abwärts
Während Xiaomi mit den hohen Kapitalkosten seiner Doppelstrategie bei Autos und Technik kämpft, stellt sich beim deutschen Marine-Rüstungsspezialisten eine ganz ähnliche Frage nach der kurzfristigen Bewertung. Die Aktie von TKMS, der aus dem ThyssenKrupp-Konzern hervorgegangenen Werftengruppe aus Kiel, befindet sich nach einer Rally auf ein neues Allzeithoch in einer Korrekturphase.
Mitte August 2026 kletterte der MDAX-Titel noch auf über 108 EUR. Seit diesem neuen Höchstkurs hat der Kurs jedoch schon rund 25 % eingebüßt und steht aktuell bei etwa 84,70 EUR. Bei diesem Rückwärtsgang wurde der wichtige Unterstützungsbereich zwischen 88 EUR und 90 EUR nach unten durchbrochen. Diese Zone wirkt nun als Widerstand für mögliche Erholungsversuche. Aus charttechnischer Sicht sendet z. B. ein Indikator wie der RSI mit 48 Punkten ein eher neutrales Signal, das aber sowohl nach unten, als auch nach oben Bewegungen zulässt. Allerdings flacht der Abwärtsdruck seit einigen Handelstagen etwas ab, was auf eine beginnende Bodenbildung hindeuten könnte. Diese könnte aber auch erst im Bereich der früheren Haltezone bei rund 70 - 72 EUR stattfinden. Hier liegt bei rund 70 EUR auch das Tief der vorherigen Korrekturwelle. Solange diese Marke verteidigt wird, bleibt das übergeordnete bullische Szenario einer Aufwärtsstruktur intakt. Ein Rutsch unter diese Marke würde hingegen weitere Verluste in Richtung 60 - 65 EUR nach sich ziehen. Trotz des jüngsten Rücksetzers schätzen Analysten wie jene von Bernstein die langfristigen Aussichten positiv ein und sehen das Kursziel bei 125 EUR. Eventuell könnte man vorsichtige gestaffelte Käufe bei 70 - 75 EUR in Betracht ziehen, mit einem entsprechenden Stoppkurs.
Lahontan Gold: Vor dem charttechnischen Befreiungsschlag?!
Oftmals ist es so, wenn die Dynamik bei den Unternehmen aus der Tech- und Rüstungsbranche vorübergehend nachlässt, kommt es zu Sektorrotationen. Dann rücken auch wieder die Rohstoffwerte in den Fokus. Hier sticht unter anderem Lahontan Gold hervor, da das Unternehmen sowohl fundamental als auch charttechnisch interessant aussieht.
Lahontan fokussiert sich auf die Entwicklung seines Flaggschiff-Goldprojekts Santa Fe im bekannten Walker-Lane-Trend im US-Bundesstaat Nevada. Die vorliegende wirtschaftliche Erstbewertung, die sogenannte PEA, bescheinigt dem Projekt positive Wirtschaftlichkeit.
Geplant ist ein kostengünstiger Tagebau mit Haufenlaugung, der dank niedriger Investitionskosten und attraktiver Förderraten eine recht hohe Rentabilität verspricht.
Solche Kennzahlen und Aussichten bilden bei vielen Rohstoffwerten meist das fundamentale Fundament, auf dem dann auch die Aktie charttechnisch durchstarten könnte. Zuletzt hat das Papier seine längerdauernde Konsolidierungsbewegung nach oben hin verlassen und einen kleinen aber feinen Aufwärtstrend etabliert. Der Kurs notiert aktuell bei 0,395 CAD und befindet sich damit mitten in einer wichtigen Widerstandszone. Gelingt der Aktie in Kürze der Sprung über die Hürde von 0,43 CAD, wäre der Druck erstmal nach oben entladen und der Widerstand beseitigt. Aus dem Chartbild leiten sich dann die weiteren Etappenziele bei 0,50 CAD bis 0,55 CAD ab. Längerfristig eröffnet sich sogar Raum bis in den Bereich von 0,75 CAD. Dieses Kursziel leitet sich rechnerisch und charttechnisch aus der Projektion der ersten Wellenbewegung ab, die die Aktie einst von 0,12 CAD auf 0,50 CAD befördert hatte. Die Ausgangslage für weitere Kurssteigerungen könnte derzeit wohl kaum besser sein.

Fazit
Xiaomi beeindruckt mit seiner enormen Innovationskraft bei Smartphones und Elektroautos, leidet jedoch unter den gewaltigen Entwicklungskosten und einem derzeit angeschlagenen Chartbild. TKMS bleibt ein hochklassiger Rüstungswert mit starken Langfristaussichten, muss aber erst seine laufende Korrektur im Bereich um 70 EUR erfolgreich abschließen. Mit am spannendsten von allen präsentiert sich aktuell Lahontan Gold. Das Unternehmen liefert mit der Erstbewertung seines Nevada-Projekts fundamentale Substanz und steht nach dem jüngsten Ausbruch vor einem möglichen Ausbruch und damit einem Kaufsignal.
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