14.09.2026 | 05:00
Heutige Megatrends und künftige Megaaktien fürs Depot: Starten BASF, Porsche und HPQ Silicon jetzt richtig durch?
Heute schauen wir drei Unternehmen genauer an, die vor oder an richtungsweisenden Entscheidungen stehen. Wir werfen zunächst einen genauen Blick auf das Chemieschwergewicht BASF. Die Ludwigshafener kämpfen derzeit mit harten Bandagen um den globalen Turnaround und überraschen die Märkte mit innovativen neuen Technologien. Hier ist die charttechnische Marke von 55 EUR entscheidend. Direkt danach widmen wir uns den immensen strukturellen Herausforderungen der Porsche AG und stellen die Frage in den Raum, ob dem Autobauer der große Befreiungsschlag nach dem radikalen VW-Umbau gelingt, oder eben nicht? Zu guter Letzt widmen wir uns einem spannenden Technologie-Entwickler aus Nordamerika: HPQ Silicon. Mit neuen Meilensteinen in der Batterie- und Drohnenbranche könnte das Unternehmen schon bald die Blicke auf sich ziehen. Die Aktie ist aktuell auf einem Niveau, das vor Monaten nicht denkbar gewesen wäre. Lesen Sie weiter und entdecken Sie mit uns gemeinsam die Chancen dieser drei Werte!
Lesezeit: ca. 6 Min.
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Autor:
Matthias Schomber
ISIN:
BASF SE NA O.N. | DE000BASF111 , PORSCHE AUTOM.HLDG VZO | DE000PAH0038 , PORSCHE AG | DE000PAG9113
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Matthias Schomber
Aufgewachsen im hessischen Gießen, entdeckte Matthias Schomber schon in den frühen 1990er Jahren seine Leidenschaft für die Finanzmärkte – in einer Zeit, als der Börsenhandel noch eher ein Metier für echte, eingefleischte Börsianer war. Er arbeitete dort nach seiner Banklehre für ein Privatbankhaus und erlebte auf dem Frankfurter Börsenparkett live und hautnah den Aufstieg und Fall des Neuen Marktes mit und zog daraus Lektionen, die bis heute sein Denken als Trader, Autor und Handelssystementwickler prägen.
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BASF: Mit Gas und guten Prognosen auf dem Weg nach oben!
Der Chemiekonzern aus Ludwigshafen arbeitet derzeit an seinem globalen Comeback und greift dabei tief in die Trickkiste. Das jüngste Beispiel hierfür ist der US-Energiekonzern Cheniere Energy, der in Texas nun auf eine spezialisierte Reinigungstechnologie der Pfälzer setzt. Diese neu in Betrieb genommene Durasorb-LNG-MAX-Technologie zeigt, dass BASF weit mehr als nur ein klassischer Rohstofflieferant ist. Es geht dabei um die recht komplexe, wenn nicht sogar hochkomplexe Aufbereitung von Flüssigerdgas. Das könnte oder soll dem Konzern margenstarke, aber vor allem vom zyklischen Chemiegeschäft weitgehend unabhängige Erlöse bescheren. Aber auch zu Hause wird investiert, wie die kürzlich modernisierte Anlage für Säurechloride beweist.
Die finanziellen Früchte von Teilen dieser Strategie lassen sich bereits ernten, denn der Umsatz kletterte im zweiten Quartal um 16 % auf 17,2 Mrd. EUR. Dank dieser starken operativen Dynamik hob der Vorstand das EBITDA-Ziel für das Jahr 2026 auf eine Spanne von 6,9 bis 7,7 Mrd. EUR an. Um die eigenen Aktionäre bei Laune zu halten, treibt man parallel dazu die zweite Phase eines milliardenschweren Aktienrückkaufprogramms im Volumen von 1,0 Mrd. EUR konsequent voran.
Gleichzeitig verschlankt das Management das Beteiligungsportfolio und trennte sich zuletzt von weiteren 133 Millionen Aktien des britischen Öl- und Gasförderers Harbour Energy, was frisches Geld in die Kassen spült. An der Börse wurde das Papier zuletzt bei gut 52 EUR gehandelt, was auf Jahressicht noch immer ein Plus von mehr als 15 % bedeutet. Während aber die eher kritischen Stimmen wie die von J.P. Morgan aktuell zum Verkauf raten, wittern optimistische Analysten wie z. B. die von Bernstein mit Kurszielen von bis zu 62 EUR Aufwärtspotenzial.
BASF baut seine margenstarken Spezialtechnologien clever aus und wenn die globale Konjunktur mitspielt, könnte die Aktie ihre volatile Phase bald sehr kraftvoll nach oben verlassen. Die Aktie dürfte über 55 EUR regelrecht zum charttechnischen Freiflug in Richtung 70 EUR ansetzen. Es hat sich in den vergangenen Monaten und Jahren so viel aufgestaut, dass sich wie bei einem Vulkanausbruch auf einmal entladen könnte. Aufgepasst und vorgemerkt!
Von der Chemieindustrie blicken wir nun auf die Welt des Luxus-Autobauers Porsche.
Porsche SE: Ein gigantischer Hebel!
Wer sich heute mit den Papieren der Sportwagenschmiede Porsche AG beschäftigt, kommt an der übergeordneten Dachgesellschaft Porsche SE schlichtweg nicht vorbei. Hier bündelt sich ein Großteil der aktuellen Volkswagen-Krise. Der kürzlich vom VW-Aufsichtsrat gebilligte „Zukunftsplan 2030“ verspricht zwar einen radikalen Konzernumbau mit deutlichen Kostensenkungen, fordert den Anlegern jedoch eine Menge Geduld, Nerven, Vertrauen und auch Mut ab. Wer bei der Porsche SE einsteigt, erwirbt letztlich einen gigantischen Hebel auf den zwar schmerzhaften, aber dennoch unumgänglichen Umbau des gesamten „Volkswagen-Imperiums“. Die Stimmrechtsmehrheit der Holding ist zwar ein mächtiges Instrument, doch operativ hängt die Gesellschaft logischerweise von ihren Beteiligungen ab.
Und genau dort läuft es momentan gar nicht so gut und rund. Die Auslieferungen in China brechen kräftig ein, weil die dort heimischen Elektro-Konkurrenten mit aggressiven Preisen den Markt fluten und dominieren. Gleichzeitig drücken amerikanische Zölle auf die ausschließlich in Deutschland produzierten Fahrzeuge. Die Börse straft dieses Gemenge aus den verschiedensten Formen der Unsicherheiten momentan mit einem geradezu absurd niedrigen Forward-KGV von lediglich knapp über 2 ab. Solche Bewertungsabschläge sind irre und kaum vorstellbar, aber dennoch real.
Die große Frage lautet nun, ob dieser massive Abschlag in den Büchern eine unumstößliche Tatsache bleibt oder sich mit ersten Erfolgen auflöst. Bei einem aktuellen Kurs von etwas mehr als 29 EUR spiegelt sich die Ungläubigkeit, genauer gesagt der Widerspruch der Finanzexpertenwelt eindrucksvoll wider. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt bei 28 EUR und signalisiert damit eine spürbare Skepsis im Markt. Nur wer felsenfest an den Erfolg des VW-Sparprogramms glaubt, könnte hier jetzt beherzt zugreifen und kaufen. Aber oftmals sind ja genau dies die Gelegenheiten, wenn das Blut in den Straßen fließt, bzw. die Kanonen donnern.
Verlassen wir die von Krisen geplagte heimische Automobillandschaft und richten unseren Blick nach Nordamerika. Dort steht ein noch kleinerer, aber technologisch hochspannender Player womöglich kurz vor seinem Durchbruch.
HPQ Silicon: Batterie-Revolution! Kommt endlich auch der Chart-Ausbruch?
Der kanadische Technologie-Entwickler HPQ Silicon sorgt für Fakten. Besonders im Bereich der hochdichten Silizium-Batterien geht es vorwärts. Schon mit der News am 27. August sorgten die Kanadier für Schlagzeilen, als sie gemeinsam mit ihrem Technologiepartner Novacium dreißig maßgeschneiderte Batterie-Packs an drei europäische Drohnenhersteller auslieferten. Mit diesem Schritt in die finale Evaluierungsphase zeigt HPQ, dass sie auf dem Weg zur angestrebten Kommerzialisierung sind. Europäische Hightech-Drohnen brauchen dringend mehr Reichweite und Nutzlast und genau das versprechen diese innovativen Silizium-Anoden.
Doch damit nicht genug, denn das Management drückt weiter aufs Tempo. Am 10. September folgte die nächste News. So soll durch eine Kooperation von Novacium mit Tokai COBEX eine europäische Anodenmaterial-Lösung auf die Beine gestellt werden. Ein Blick in die Unternehmenspräsentation von HPQ untermauert das Potenzial. Von spezieller Fumed Silica über hochmoderne Batterie-Materialien bis hin zu autonomen Systemen für die grüne Wasserstoffproduktion aus Aluminiumabfällen ist alles dabei. HPQ Silicon treibt den Übergang von der bloßen Forschung hin zur lukrativen Vermarktung im industriellen Maßstab diszipliniert voran.
Für die charttechnisch orientierten Anleger wird die Lage jetzt interessant, denn die Aktie von HPQ Silicon könnte jetzt endlich Fahrt nach oben aufnehmen, wenn es ihr gelingt, den aktuellen Widerstandsbereich durch die schräg nach unten verlaufende Linie nach oben zu durchbrechen. Der ersehnte Ausbruch wäre endgültig geglückt, wenn die Kurse nachhaltig über der wichtigen Marke bei 0,14 CAD, oder noch besser direkt bei 0,15 CAD und mehr, notieren. Gleichzeitig finden wir eine scheinbar verlässliche Unterstützung nach unten hin bis in den Bereich von 0,12 bis 0,13 CAD. Das im Chartbild zuletzt spürbar erhöhte Volumen verrät uns, dass diese niedrigen Kurse äußerst gerne von interessierten Käufern aufgenommen werden. Wenn der finale Bruch der entscheidenden Zone bei 0,155 bzw. 0,165 CAD gelingt, dann könnte das Papier rasant in Richtung der oberen Begrenzung bei 0,20 CAD laufen. Wenn es besonders gut läuft und die Nachrichtenlage stützt, winken vielleicht auch rasch die 0,24 oder 0,25 CAD, wo ein altes Verlaufshoch war. Nach dem erfolgreichen Überwinden dieser Hürde könnte es dann charttechnisch weitestgehend ungebremst weiter in Richtung 0,30 CAD gehen.

Fazit: BASF hat es verstanden. Das Unternehmen strafft sein Portfolio und könnte mittelfristig für solide Renditen bei den Aktionären sorgen. Charttechnisch müsste die Marke von 55 EUR überschritten werden, damit „die Post abgeht“. Die Porsche SE bleibt eine Wette darauf, ob der schmerzhafte Umbau des VW-Konzerns den enormen Bewertungsabschlag rechtfertigt. Hier ist es mittlerweile so, dass der Pessimismus so hoch ist, dass es fast nur noch besser werden kann. HPQ drängt mit seinen innovativen Silizium-Lösungen zielgerichtet in Zukunftsmärkte. Bei einer intakten Bodenbildung und einem klar definierten charttechnischen Setup bietet der Wert für mutige Anleger eine reizvolle Möglichkeit, die im Depot durchaus für positive Überraschungen sorgen könnte.
Interessenskonflikt
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