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14.07.2026 | 04:45

Dividendenperle Vonovia, Absturz-Warnung bei Siemens Energy und Almonty Industries vor charttechnischem Ausbruch!

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Bildquelle: pixabay

Die internationalen Finanzmärkte wurden am Wochenende von einer dramatischen militärischen Eskalation im Nahen Osten erschüttert, die die globalen Lieferketten und Energiekorridore schlagartig einfrieren könnten. Nach Angriffen der iranischen Revolutionsgarde in der Straße von Hormus hat US-Präsident Donald Trump die Waffenruhe für beendet erklärt. In einer Vergeltung attackierte das US-Militär weit über 140 militärische Ziele entlang der iranischen Südküste, worauf Teheran mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Stützpunkte in den Golfstaaten Kuwait, Bahrain und den VAE reagierte und die wichtigste Seestraße für gesperrt erklärte. Dieses neuerliche Erliegen des Schiffsverkehrs an der „Lebensader des weltweiten Öl- und Gashandels“ droht die weltweite Inflation rasant in die Höhe zu treiben. An den Börsen könnte dieser Schock für eine fundamentale Flucht in Sachwerte und eine Neubewertung strategischer Unabhängigkeit sorgen. Während der zinssensitive deutsche Immobilienriese Vonovia durch die drohenden Inflations- und Zinsfolgen dieses Konflikts neuen Gegenwind verspürt, trotz der hohen Dividendenrendite, rückt die Notwendigkeit einer autarken und geschützten Energie-Infrastruktur von Siemens Energy in den Fokus, obwohl das Unternehmen derzeit mit Kursverlusten zu kämpfen hat. Der Fokus könnte jedoch auf dem kanadisch-amerikanischen Rohstoffakteur Almonty Industries liegen, denn als Schlüsselplayer für das rüstungs- und technologiekritische Metall Wolfram spielt das Unternehmen in der 1. Liga und die Aktie des Rohstoffspezialisten steht womöglich kurz vor einem charttechnischen Ausbruch.

Lesezeit: ca. 7 Min. | Autor: Matthias Schomber
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072 | TSX: AII , NASDAQ: ALM , ASX: AII , VONOVIA SE NA O.N. | DE000A1ML7J1 , SIEMENS ENERGY AG NA O.N. | DE000ENER6Y0

Inhaltsverzeichnis:


     

    Der Autor

    Matthias Schomber

    Aufgewachsen im hessischen Gießen, entdeckte Matthias Schomber schon in den frühen 1990er Jahren seine Leidenschaft für die Finanzmärkte – in einer Zeit, als der Börsenhandel noch eher ein Metier für echte, eingefleischte Börsianer war. Er arbeitete dort nach seiner Banklehre für ein Privatbankhaus und erlebte auf dem Frankfurter Börsenparkett live und hautnah den Aufstieg und Fall des Neuen Marktes mit und zog daraus Lektionen, die bis heute sein Denken als Trader, Autor und Handelssystementwickler prägen.

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    Aktien-Cloud

    Vonovia mit hoher Dividendenrendite und Siemens Energy mit gefährlicher Chartformation

    Der deutsche Aktienmarkt zeigt sich momentan, unabhängig von den geopolitischen Einflüssen, von mehreren Kräften getrieben, die die Kurse beeinflussen.
    Beim Wohnungsriesen Vonovia hat dessen jüngste Erholungsbewegung an der Börse, von knapp unter 20,00 EUR auf 22,50 EUR, in der vergangenen Handelswoche einen Dämpfer erlitten. Vor allem auch stark dividendenorientierte Anleger dürften von diesem Rückschlag getroffen worden sein, da das Bochumer Unternehmen traditionell ein Wert ist, der für seine hohe Dividendenrendite bekannt ist und gerne deshalb in einkommensfokussierten Depots gekauft wird. Verantwortlich für diesen plötzlichen Gegenwind ist in erster Linie die Zinsseite, die der Immobilienbranche, da Kredite refinanziert werden müssen, erneut spürbare Steine in den Weg legt. Durch die Ausweitung des Kriegs im Iran, bzw. um die Straße von Hormus, steigen die Preise für Rohöl an, aber auch die Lieferketten könnten Probleme bekommen und dadurch die Inflation und die Preise für bestimmte Produkte anheizen. Notenbanken könnten dann mit Zinserhöhungen antworten. Dies belastet die Immobilienkonzerne und hier dann auch Vonovia. Dennoch bleibt die fundamentale Substanz des Konzerns hinsichtlich seiner Ausschüttungspolitik bemerkenswert stabil.
    Die aktuellen Analystenprognosen unterstreichen die langfristige Attraktivität der Aktie für Dividenden-Jäger. Für das laufende Geschäftsjahr beläuft sich die durchschnittliche Erwartung auf eine Ausschüttung von 1,28 EUR je Aktie, was beim derzeitigen Kursniveau einer beachtlichen Dividendenrendite von knapp 6,0 % entspricht. Auch die mittelfristigen Aussichten versprechen eine Fortsetzung dieses hohen Niveaus, da für das Jahr 2028 mit einer Steigerung auf 1,30 EUR je Aktie gerechnet wird. In den darauffolgenden Jahren 2029 und 2030 prognostizieren die Marktbeobachter jeweils konstante 1,32 EUR je Anteilsschein, wodurch sich die Dividendenrendite kontinuierlich bei sogar knapp über 6,0 % einpendeln könnte. Werden diese vier kommenden Dividendenjahre kumuliert betrachtet, summiert sich die erwartete Gesamtausschüttung auf stolze 5,22 EUR je Aktie, was bezogen auf den aktuellen Kurs eine Gesamtrendite von fast 25 % impliziert. Zwar ist das kurzfristige Chartbild durch den jüngsten Zinsdruck etwas angeschlagen. Auch das Unterschreiten des 50er SMA ist nicht gerade vorteilhaft. Aber ein Anstieg über 22 EUR oder gar 22,50 EUR würde schon die ganze Situation aufhellen.

    Direkt neben der Zinssensitivität, bzw. -abhängigkeit des Immobiliensektors bewegt sich Siemens Energy in einem anderen, aber nicht minder herausfordernden Umfeld der industriellen Transformation. Siemens Energy ist dabei die immense Nachfrage nach globaler Infrastruktur und sauberer Energie in profitable Margen umzumünzen. Siemens Energy profitiert zwar derzeit massiv von den vollen Auftragsbüchern im Bereich der Stromnetze und der Transformation der weltweiten Energieversorgung – auch aufgrund von KI - bleibt jedoch wegen anhaltender operativer Risiken und Projektlaufzeiten recht schwankungsanfällig. Vor allem ist nach dem jüngsten Kursrutsch bei Siemens Energy die Gefahr latent vorhanden, dass sich im Chartbild eine SKS-Formation bildet, die wiederum ein abgeleitetes Kursziel im Bereich von 100 EUR bedeuten könnte. Aufträge sind noch kein Umsatz und schon gar nicht Gewinn. Das sollte man bei aller Euphorie um Siemens Energy nicht vergessen, selbst dann nicht, wenn die Analysten Kursziele von teilweise deutlich über 200 EUR kolportieren.

    Beide Werte, sowohl Vonovia als auch Siemens Energy, spiegeln die Herausforderungen des Marktes aktuell wider. Während die beiden primär damit beschäftigt sind, sich im Dickicht von möglichen Zinswenden und energetischen Transformationsprozessen zu behaupten, geht unser Blick über den Atlantik zu einem Rohstoffunternehmen, das sich in den vergangenen Jahren eine globale Sonderstellung hart erarbeitet hat.

    Almonty Industries vor dem charttechnischen Ausbruch?!

    Das kanadisch-amerikanische Unternehmen Almonty Industries operiert an einem Schnittpunkt zwischen Geopolitik, Spitzentechnologie und militärischer Verteidigung.

    Als globaler Produzent von Wolframkonzentrat hat sich das Unternehmen in einer Zeit positioniert und gut in Stellung gebracht, in der westliche Regierungen vehement versuchen, sich aus der drückenden Abhängigkeit von chinesischen Lieferketten zu befreien. China kontrolliert nach wie vor rund 80 % des weltweiten Wolframmarktes und hat seine Exportkontrollen für kritische Metalle drastisch verschärft, was zu einer Spaltung des Marktes geführt hat.
    Käufer außerhalb Chinas zahlen Aufschläge, um sich physisches Material für strategische Anwendungen wie Halbleiter, Rüstungsgüter und die Luftfahrt zu sichern.
    In diesem Marktumfeld hat Almonty Industries am 1. Juli 2026 den offiziellen Beginn des Verarbeitungsbetriebs in seiner Flaggschiff-Mine Sangdong in der südkoreanischen Provinz Gangwon bekannt gegeben. Dieser Meilenstein markiert den Übergang von der jahrelangen Entwicklungs- und Inbetriebnahmephase hin zu einem aktiven, umsatzgenerierenden Betrieb.

    Bereits im Juni wurde damit begonnen, das umfangreiche Erzdepot durch die neu errichtete Verarbeitungsanlage zu schleusen, um verkaufsfähiges Wolframkonzentrat zu produzieren. Das Unternehmen hatte das erste Quartal des Jahres mit einem beachtlichen Lagerbestand von rund 120.000 Tonnen Erz mit einem durchschnittlichen Gehalt von 0,24 % Wolframtrioxid abgeschlossen. Im darauffolgenden Vierteljahr wurden weitere 19.700 Tonnen mit einem noch höheren Gehalt von 0,35 % gefördert, während gleichzeitig der unterirdische Vortrieb primär entlang der Hauptader erfolgreich vorangetrieben wurde.

    Insgesamt steht somit ein gemischtes Erzdepot von rund 139.700 Tonnen bereit, was beim aktuellen Preisniveau einem potenziellen Bruttowert von etwa 68 Millionen USD entspricht und den anfänglichen Hochlaufprozess für die kommenden Monate absichert.
    Die operative Entwicklung und jetzt schon große, vorhandene Reife des Konzerns ist auch auf der institutionellen Ebene der Finanzmärkte angelangt, denn am 29. Juni 2026 stieg Almonty Industries offiziell in den Large-Cap-Index Russell 1000 sowie den breit gefassten Russell 3000 Index auf.
    Da die Aufnahme in diese renommierten US-Indizes ausschließlich auf objektiven Kriterien der Marktkapitalisierung basiert, unterstreicht dieser Schritt, dass das Unternehmen die kritische Größenschwelle auf rein fundamentaler Basis überschritten hat. Für die Aktie bedeutet diese Mitgliedschaft den Zugang zu einem großen Universum von indexnachbildenden Fonds und institutionellen Investoren, denen ein Investment zuvor aus möglicherweise regulatorischen Gründen verwehrt war.

    Begleitet wird diese Entwicklung von einer Expansionsstrategie in Nordamerika. Schon am 23. Juni 2026 gab das Unternehmen tiefere Einblicke in das Gentung-Projekt im US-Bundesstaat Montana bekannt, welches im Oktober des Vorjahres für 9,75 Millionen USD vollständig erworben wurde und eine der größten bekannten Wolframlagerstätten des Landes darstellt. Obwohl die dortigen Genehmigungsverfahren als langwierig gelten, treibt Almonty den Aufbau der lokalen Infrastruktur zügig voran, um ab der zweiten Jahreshälfte produktionsbereit zu sein.

    https://youtu.be/D39rKLK2MN0

    Ergänzt werden diese operativen Fortschritte durch den erfolgreichen Abschluss einer überzeichneten Wandelanleihe im Volumen von 800 Millionen USD.

    Das finanzielle Risiko wird zudem durch langfristige Abnahmeverträge mit starken Partnern wie der Plansee-Gruppe minimiert, die eine verlässliche Preisuntergrenze garantieren, ohne die Gewinnbeteiligung nach oben hin zu deckeln. Die geplante vertikale Integration durch eine nachgeschaltete Wolframoxid-Anlage zur Belieferung des Halbleitersektors unterstreicht das durchdachte Geschäftsmodell.
    Aus charttechnischer Sicht befindet sich die Aktie von Almonty Industries nach dem Erreichen ihres Höchststandes bei knapp über 20,62 EUR aktuell in einer gesunden Konsolidierungsphase. Das Papier bewegt sich gegenwärtig innerhalb einer Keilformation, deren obere Begrenzung bei knapp 16 EUR verläuft. Sollte der Kurs die Marke von 16,50 EUR nachhaltig überwinden, gilt der Ausbruch wohl als geglückt. Aus diesem Chartbild lässt sich, nach einem erfolgten Ausbruch, eine dynamische Aufwärtsbewegung ableiten, die ein Potenzial bis hin zu 24 oder 26 EUR freisetzen könnte. Dies entspricht einer deutlichen Kurschance im Vergleich zum aktuellen Niveau sowie zum Ausbruchskurs. Gleichzeitig zeigt sich der Wert nach unten hin recht stabil abgesichert, da bei derzeit etwa 12 bis 12,50 EUR sich eine robuste Unterstützungszone formiert, die durch mehrere darunter liegende horizontale Haltelinien zusätzlich verstärkt wird und das Abwärtsrisiko begrenzen sollte.

    Ausbruchsniveau der Aktie bei Kursen über 16,50 EUR!

    Fazit: Die Mischung machts

    Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass alle drei vorgestellten Aktienwerte spezifische Vorzüge/Nachteile für unterschiedliche Anlegerprofile bereithalten.

    Vonovia bleibt trotz des jüngsten Zinsgegenwinds ein grundsolider Substanzwert, der mittelfristig mit einer verlässlichen und überaus attraktiven Dividendenrendite von rund 6 % lockt.

    Siemens Energy repräsentiert die klassische Wette auf das Gelingen der globalen Infrastrukturwende, kämpft jedoch naturgemäß mit einer höheren operativen Volatilität in der Projektabwicklung. Nachteilig ist die möglicherweise sich bildende SKS-Formation und dass der Beweis erst geführt werden muss, dass sich die Aufträge auch in Gewinnen niederschlagen.
    Ein Blick auf Almonty Industries offenbart ein Unternehmen, das sich operativ in einer äußerst vielversprechenden Ausgangslage befindet. Der gelungene Produktionsstart in der Sangdong-Mine, die strategische Expansion auf dem amerikanischen Heimatmarkt und die Aufnahme in die Russell-Indizes bilden ein stabiles Fundament. Da sich die Aktie derzeit inmitten einer charttechnischen Konsolidierung oberhalb starker Unterstützungslinien befindet, bietet das aktuelle Niveau eine möglicherweise attraktive Ausgangsbasis mit beträchtlichem Aufwärtspotenzial, sobald der Ausbruch aus der Keilformation vollzogen ist.


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    Der Autor

    Matthias Schomber

    Aufgewachsen im hessischen Gießen, entdeckte Matthias Schomber schon in den frühen 1990er Jahren seine Leidenschaft für die Finanzmärkte – in einer Zeit, als der Börsenhandel noch eher ein Metier für echte, eingefleischte Börsianer war. Er arbeitete dort nach seiner Banklehre für ein Privatbankhaus und erlebte auf dem Frankfurter Börsenparkett live und hautnah den Aufstieg und Fall des Neuen Marktes mit und zog daraus Lektionen, die bis heute sein Denken als Trader, Autor und Handelssystementwickler prägen.

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