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01.07.2026 | 05:30

Bitcoin auf null? Lahontan Gold stabil! 800 Millionen USD warten in Nevada auf Abholung

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Bildquelle: Pixabay

Drei der bekanntesten Investoren der Welt haben Bitcoin nie gemocht. Einer von ihnen warnt jetzt, die Kryptowährung werde auf null fallen. Der digitale (Pseudo-)Goldersatz gerät ins Taumeln, aber auch echte Edelmetalle durchlaufen aktuell eine ausgeprägte Schwächephase. Trotzdem bleibt die Aktie eines angehenden Goldproduzenten auffällig stabil – und das aus guten Gründen. Denn Lahontan Gold steht kurz vor dem Durchbruch und könnte selbst dann noch hochprofitabel fördern, wenn der Goldpreis sich halbieren würde. Hinter dem kanadischen Unternehmen steht ein erfahrenes Führungsteam mit nachgewiesener Erfolgsbilanz.

Lesezeit: ca. 6 Min. | Autor: Jens Castner
ISIN: LAHONTAN GOLD CORP | CA50732M1014 | TSXV: LG , OTCQB: LGCXF , BERKSHIRE HATHAWAY A DL 5 | US0846701086

Inhaltsverzeichnis:


    Die Kassandrarufe werden lauter

    Jeremy Grantham ist kein Untergangsprophet der handelsüblichen Sorte. Der britische Investor und Mitgründer der Bostoner Vermögensverwaltung GMO hat seine Warnungen stets mit Daten untermauert – und lag damit richtig, als es darauf ankam: Er warnte vor der Dotcom-Blase, bevor der Nasdaq-Index und der Neue Markt kollabierten. Er warnte vor dem amerikanischen Immobilienmarkt, bevor Lehman Brothers fiel. Jetzt sagt Grantham, Bitcoin werde „sicherlich auf null fallen“. Die Kryptowährung bezeichnet er als „nutzlosen, spekulativen Mechanismus“.

    Damit steht er in illustrer Gesellschaft. Investorenlegende Warren Buffett nannte Bitcoin öffentlich „Rattengift im Quadrat“. Sein langjähriger Geschäftspartner Charlie Munger, der Ende 2023 im Alter von 99 Jahren verstarb, wurde noch deutlicher: Er fand Kryptowährungen „widerlich“ und sagte auf einer Berkshire-Hathaway-Hauptversammlung, er wünschte, sie wären nie erfunden worden. Beide haben ihr Geld dort investiert, wo ihre Überzeugungen lagen. Als an der Technologiebörse Nasdaq um die Jahrtausendwende Woche für Woche neue Rekorde erreicht wurden und Internetaktien als Gelddruckmaschinen galten, hielten sich Buffett und Munger demonstrativ fern. Buffett kaufte stattdessen Silber – rund 130 Mio. Unzen. Die Finanzpresse spottete. Wenige Jahre später fragte niemand mehr hämisch, warum das Führungsduo von Berkshire Hathaway die Tech-Rally verpasst hatte.

    Warten auf schlechte Zeiten

    Auch der aktuelle KI-Hype ist Buffett unheimlich. Schon lange warnt er vor einer neuerlichen Blase und einer allgemeinen Überbewertung des US-Aktienmarkts. Deshalb hortet er seit Jahren Cash wie ein Weltmeister, um im Fall einer stärkeren Korrektur auf Einkaufstour gehen zu können. Als er zum Jahreswechsel den Vorstandsvorsitz von Berkshire Hathaway abgab, hinterließ er seinem Nachfolger Greg Abel ein bestelltes Feld: in der Firmenkasse liegen fast 400 Mrd. USD. Und so lange das „Orakel von Omaha“ lebt, werden die sicher nicht in Kryptowährungen fließen.

    Da helfen auch die Kernargumente nicht, derentwegen Bitcoin als „digitales Gold“ bezeichnet wird: die Menge sei begrenzt, die Kryptowährung sei nicht inflationierbar, zudem sei das Netzwerk dahinter dezentral, keine Notenbanken könnten den Preis beeinflussen. Doch ein echtes Wertaufbewahrungsmittel sollte gerade dann Solidität ausstrahlen, wenn die Stimmung kippt. Bitcoin tut das nicht. Gold hat vom Hoch bei 5.600 USD je Unze zwar ebenfalls stark korrigiert. Doch das gelbe Metall verfügt über einen jahrtausendealten Nimbus als Kaufkraftspeicher. Zentralbanken weltweit halten es und kaufen aktiv zu, gerade in einer Phase, in der die schrittweise Ablösung des USD als globale Leitwährung zunehmend diskutiert wird. Gold kennt keine Serverkosten, keine Stromabhängigkeit, kein Kontrahentenrisiko. Bitcoin hat keinen dieser Anker.

    Stabil, wo es darauf ankommt

    Vom Höchststand bei rund 126.000 USD ist Bitcoin mittlerweile um mehr als 50 % eingebrochen und notiert mit nur noch knapp 59.000 USD auf Jahrestief. Unterdessen strahlt ein kleines kanadisches Unternehmen bemerkenswerte Ruhe aus: Lahontan Gold, notiert an der Toronto Stock Exchange, will die historische Santa Fe Mine im Walker Lane Trend Nevadas, einer der produktivsten Goldregionen Nordamerikas, wiederbeleben. Die Aktie hält sich trotz der Goldpreiskorrektur recht stabil zwischen 0,30 und 0,40 CAD, obwohl der Explorer mit einem Börsenwert von rund 150 Mio. CAD im Small-Cap-Segment zu Hause ist, das als besonders schwankungsanfällig gilt.

    Diese relative Stärke ist kein Zufall. Das Ressourcenprofil der Santa Fe Mine umfasst rund 1,95 Mio. Unzen Goldäquivalent. Das bedeutet beim aktuellen Goldpreis ein Umsatzpotenzial von 7,8 Mrd. USD. Selbst wenn sich der Goldpreis auf 2000 USD pro Unze halbieren würde, wären die erzielbaren Erlöse mit 3,9 Mrd. USD immer noch gigantisch. Dank des in Nevada verbreiteten Haufenlaugungsverfahrens liegen die Produktionskosten bei günstigen 1.200 USD je Unze. Dabei wird zerkleinertes Erz auf einer abgedichteten Fläche aufgeschüttet und mit einer dünnen Cyanid-Lösung berieselt, die das Gold chemisch herauslöst. Die goldhaltige Flüssigkeit wird aufgefangen und anschließend weiterverarbeitet. Das Verfahren ist technisch seit Jahrzehnten erprobt und erlaubt eine wirtschaftliche Förderung auch bei vergleichsweise geringen Goldgehalten im Gestein.

    Eine Mine, die zweimal fördert

    Der Clou sind allerdings 200.000 Unzen, die auf den Haufenlaugungs-Halden einfach so herumliegen. Zwischen 1988 und 1994 verarbeiteten die damaligen Betreiber dort rund 16 Mio. t Material – mit mageren Rückgewinnungsraten von 70 %, weil die Technologie es nicht besser zuließ. Der Rest wurde als „Abfall“ liegengelassen – beim damaligen, aus heutiger Sicht fast lächerlichen Goldpreis von gerade einmal 340 USD je Unze kein Wunder. Neue metallurgische Studien zeigen, dass mit moderner Chemie eine Goldausbeute von 81 % und eine Silberausbeute von 60 % erzielt werden können. Allein die vergessenen 200.000 Unzen haben einen Wert von 800 Mio. USD, was die Marktkapitalisierung von Lahontan bei weitem übersteigt und auch die geschätzten Baukosten zur Reaktivierung der Mine von 135 Mio. USD (inklusive 20 % Sicherheitsreserve) locker abdecken könnte. Und Santa Fe ist nur eines von vier größeren Abbaugebieten, die Lahontan im Visier hat. Sehenswert ist in diesem Zusammenhang das Video-Interview von IIF-Moderatorin Lyndsay Malchuk mit Vorstandschefin Kimberly Ann:
    https://youtu.be/QGRV7IfTWec

    Vor allem im nur 13 km entfernten Satellitenprojekt West Santa Fe lieferten Bohrungen spektakuläre Ergebnisse: 36,6 m mit 3,11 g/t Goldäquivalent, inklusive eines hochgradigen Abschnitts von 10,7 m mit 5,75 g/t – als reines Oxid-Material direkt von der Oberfläche. Zur Einordnung: In Nevada gilt die Förderung schon bei Goldgehalten von 0,21 g/t als hochprofitabel. Das 19 km² große Areal wurde bisher kaum beachtet und hat den Vorteil, dass das Erz nach Produktionsstart per Lkw über die kurze Distanz zur bestehenden Infrastruktur der Hauptmine Santa Fe transportiert werden kann. Die Lücke zwischen Marktkapitalisierung und Projektwert wäre schon damit außergewöhnlich groß – und überhaupt noch nicht berücksichtigt sind die ebenfalls im Walker Lane Trend gelegenen Gebiete Redlich und Moho, wobei vor allem Letzteres mit historischen Goldgehalten bis zu 25 g/t Gold und 300 g/t Silber das Potenzial zum nächsten Glanzstück des Portfolios hat.

    Meilensteine im Takt

    Zunächst aber konzentriert sich das Management um CEO Kimberly Ann und Explorationschef Brian Maher ganz auf das Hauptprojekt Santa Fe. Die Verhandlungen mit Banken laufen bereits, denn die Baukosten sollen über Darlehen finanziert werden, nicht über Kapitalerhöhungen, um eine Verwässerung der Aktionäre zu vermeiden. Erste Absichtserklärungen liegen bereits vor – und es ist nicht zu erwarten, dass das Heben der Schätze an der Finanzierung scheitert. Ann und Maher haben schon mehrfach bewiesen, was sie können. Insbesondere haben sie das Goldprojekt Prodigy groß gemacht, das 2012 an Argonaut Gold verkauft wurde. Aus diesem Grund wird auch Lahontan immer wieder als Übernahmekandidat gehandelt, allerdings steht das nicht im Fokus des Managements. Lieber würde Vorstandschefin Ann Ende nächsten Jahres ihre ersten selbstgegossenen Goldbarren in der Hand halten.

    Die nächsten Meilensteine auf dem Weg dorthin: Noch in diesem Sommer wird ein aktualisiertes Ressourcenmodell erwartet, das die Gesamtmenge der förderfähigen Unzen nach oben anpassen dürfte. Im September 2026 folgt eine überarbeitete Wirtschaftlichkeitsstudie, die auf dem neuen Ressourcenbild aufbaut und voraussichtlich deutlich höhere Projektwerte ausweisen wird. Anfang 2027 soll die finale Betriebsgenehmigung vorliegen.

    Die Lektion der Legenden

    Für Investoren bedeutet das: Ein klar definierter Meilensteinfahrplan trifft auf eine fundamentale Unterbewertung – während der vermeintliche digitale Goldkonkurrent Bitcoin unter Beweisnot steht. Bitcoin ist eine Rechenanweisung auf einem Netzwerk, Gold ein Element mit 79 Protonen und sechs Jahrtausenden Handelsgeschichte. Was die Krypto-Skeptiker Grantham, Buffett und Munger verbindet, ist ihr Denkmuster: Sie fragen nicht, was die Masse gerade glaubt, sondern was ein Unternehmen (oder eine alternative Geldanlage) tatsächlich wert ist. Zwar ist es unwahrscheinlich, dass Buffett oder sein Nachfolger Abel auf den Gedanken kommen könnten, in Lahontan Gold zu investieren. Selbst wenn Berkshire Hathaway das ganze Unternehmen kaufen würde, entspräche das nur etwa einem Zehntausendstel der Bilanzsumme von 1.125 Mrd. USD, der Einfluss auf den eigenen Aktienkurs wäre gleich null – und entspräche damit exakt Granthams Bitcoin-Kursziel. Doch Buffetts einstiger Lehrmeister Benjamin Graham, der Urvater des wertorientierten Investierens, hätte mit Sicherheit ein Auge auf eine solche Gelegenheit geworfen: Er kaufte Goldminenaktien, als die Wall Street außer Rand und Band war. In der Großen Depression, die sich dem Börsenkrach von 1929 anschloss, machte er damit ein Vermögen.

    Auch wenn die Aktie von Lahontan Gold nicht völlig immun gegen die Schwankungen des Goldpreises ist, hält sie sich seit Wochen stabil über der Marke von 0,30 CAD. Damit notiert sie mehr als dreimal so hoch wie noch vor einem Jahr. In Deutschland wird das Papier derzeit für 0,21 EUR gehandelt.

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    Der Autor

    Jens Castner

    Der gebürtige Nürnberger ist seit mehr als 30 Jahren im Finanzjournalismus und am Kapitalmarkt aktiv, zuletzt als Chefredakteur von Börse Online. Seit April 2026 ist er selbstständig tätig, um sich voll und ganz seiner großen Leidenschaft zu widmen: der Identifikation unterbewerteter Aktien, mit besonderem Fokus auf das Nebenwertesegment.

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