12.08.2026 | 05:00
Lahontan Gold, Deutsche Telekom und Berkshire Hathaway: Drei Aktien mit frischem Rückenwind
Gold hat sich nach dem jüngsten Rücksetzer wieder deutlich erholt. Das spielt auch Lahontan Gold in die Karten. Der kanadische Gold-Explorer steht zudem vor Wochen, die für die weitere Entwicklung des Unternehmens besonders wichtig werden könnten. Neue Bohrergebnisse könnten zusätzliche Hinweise auf das Potenzial der Santa-Fe-Mine in Nevada liefern, obendrein sollen eine aktualisierte Ressourcenschätzung und eine neue Wirtschaftlichkeitsstudie folgen. Die Deutsche Telekom verwöhnt ihre Aktionäre indes mit einem milliardenschweren Rückkaufprogramm und bei Berkshire Hathaway beginnt nach Warren Buffett eine neue Ära. Drei Aktien mit völlig unterschiedlichen Risikoprofilen – aber jeweils frischen Kurstreibern. Wir stellen das Trio im Aktiencheck näher vor.
Lesezeit: ca. 7 Min.
|
Autor:
Lars Winter
ISIN:
LAHONTAN GOLD CORP | CA50732M1014 | TSXV: LG , OTCQB: LGCXF , BERKSHIRE HATHAWAY A DL 5 | US0846701086 , DT.TELEKOM AG NA | DE0005557508
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Lars Winter
Der gebürtige Nordhesse blickt auf eine über 25-jährige Laufbahn im Finanzjournalismus und aktiven Portfoliomanagement zurück und gilt als ausgewiesener Experte für deutsche Nebenwerte und Special Situations.
Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Göttingen mit Schwerpunkt im Bank- und Kapitalmarktrecht startete er zur Jahrtausendwende seine Karriere in der Frankfurter Finanzszene. Als Börsen- und Wirtschaftsjournalist schrieb der passionierte Hobbygolfer für führende Börsenbriefe, Finanzzeitungen und Wirtschaftsmagazine wie die Platow Börse, Capital Depesche, BÖRSE ONLINE, Capital und die Financial Times Deutschland.
Tag-Cloud
Aktien-Cloud
Lahontan Gold: Die nächsten Kurstreiber stehen vor der Tür
Der Goldpreis hat Anfang August kräftig zugelegt und notiert wieder bei gut 4.400 USD je Unze. Davon könnte Lahontan Gold mit seinem Santa-Fe-Projekt in Nevada besonders stark profitieren. Das Unternehmen will eine historische Gold- und Silbermine zurück in Produktion bringen und kann dabei auf vorhandene Infrastruktur und Daten aus dem früheren Betrieb zurückgreifen. Santa Fe produzierte zwischen 1988 und 1995 insgesamt 359.202 Unzen Gold und 702.067 Unzen Silber. Die aktuelle Ressource umfasst 1,539 Mio. Unzen Goldäquivalent in der Kategorie „indicated“ sowie weitere 411.000 Unzen „inferred“. Der Großteil der Mineralisierung liegt oberflächennah und ist oxidiert. Das ermöglicht eine vergleichsweise günstige Förderung im Tagebau mit anschließender Haufenlaugung.
Die erste vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie (PEA) aus dem Jahr 2024 lieferte bereits robuste Eckdaten. Bei einem Goldpreis von 1.950 USD je Unze errechnete Lahontan einen Kapitalwert nach Steuern von 200 Mio. USD und eine interne Verzinsung von 34,2 %. Die anfänglichen Investitionen wurden auf 135 Mio. USD veranschlagt. Gemessen am aktuellen Goldpreis sind die damaligen Annahmen längst überholt. Die für Ende August angekündigte neue PEA soll aktuelle Bohrdaten, Metallpreise und metallurgische Erkenntnisse berücksichtigen.
Bei einem Goldpreis von rund 4.000 USD je Unze taxierte Firmenchefin Kimberly Ann den Projektwert dort auf rund 472 Mio. USD nach Steuern mit einer Rendite (IRR = Internal Rate of Return) von stattlichen 66,6 %. Das bedeutet, dass sich das investierte Kapital bereits nach weniger als zwei Jahren amortisieren würde. Zum Vergleich: Der aktuelle Börsenwert von Lahontan liegt bei gut 122 Mio. USD oder umgerechnet rund 170 Mio. CAD. Aktuell notiert der Goldpreis sogar 10 % höher bei 4.400 USD. Und je höher der Goldpreis steigt, desto stärker wächst der Hebel. Mittelfristig könnte der Goldpreis wieder das Rekordhoch bei über 5.000 USD ins Visier nehmen. Die Kosten steigen indes nicht eins zu eins mit dem Goldpreis. Zusätzliche Erlöse schlagen deshalb überproportional auf die Projektwirtschaftlichkeit durch.
Zuvor steht die neue Ressourcenschätzung an. Sie bildet die Grundlage für die PEA und die weiteren Genehmigungsschritte. Ende Juni hatte Lahontan die Veröffentlichung innerhalb weniger Wochen in Aussicht gestellt. Der Zeitplan für den geplanten Baubeginn 2027 soll trotz der Verzögerung Bestand haben.
Die jüngsten Bohrergebnisse sprechen dafür, dass Santa Fe noch nicht ausgereizt ist. Anfang August meldete Lahontan aus Calvada East 12,2 Meter mit 1,25 Gramm Gold je Tonne oxidiertem Material. Der Treffer liegt nahe der Basis der bislang modellierten Tagebaugrube. Ein weiterer Bohrkern enthielt über 13,7 Meter durchschnittlich 1,01 Gramm Gold und 7,1 Gramm Silber je Tonne.
Erstmals wurde bei Santa Fe eine bedeutende Gold- und Silbermineralisierung in tertiärem Vulkangestein entlang der Summit-Verwerfung nachgewiesen. Damit ist ein neues Explorationsziel entstanden, das sich über die bislang abgegrenzten Ressourcen hinaus erstrecken könnte. Auch bei Slab West stießen die Bohrer erneut auf breite, oxidierte Goldzonen, die in mehrere Richtungen offen sind.
Bereits im Juli hatte eine für geotechnische Untersuchungen angesetzte Bohrung bei Calvada Central 30,8 Meter mit 0,93 Gramm Goldäquivalent je Tonne durchschnitten. Darin enthalten waren 10,7 Meter mit 2,18 Gramm. Auch dieser Treffer könnte die Ressource erweitern.
Zusätzliche Fantasie liefern die Rückstände des früheren Minenbetriebs. Rund 16 Mio. Tonnen Material wurden auf vier Haufenlaugungsflächen verarbeitet. Lahontan hat dort und auf einem angrenzenden Lagerbestand nahezu 100 Sonic-Bohrungen niedergebracht.
Die ersten Resultate überraschten positiv. In dem früher als niedriggradig eingestuften Lagerbestand wurden über 9,9 Meter 2,40 Gramm Gold und 50,7 Gramm Silber je Tonne gemessen. Drei Bohrungen kamen im Mittel auf 2,3 Gramm Goldäquivalent. Das bereits abgebaute und frei zugängliche Material könnte Santa Fe vergleichsweise günstige zusätzliche Unzen liefern. Weitere Ergebnisse und metallurgische Tests müssen das Potenzial jedoch erst bestätigen.
Die nächsten Wochen werden entscheidend. Die Bohrdaten fließen in eine aktualisierte Ressourcenschätzung und anschließend in eine neue vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie ein. Diese soll zeigen, wie groß eine künftige Mine ausfallen könnte, welche Investitionen erforderlich wären und zu welchen Kosten Gold und Silber produziert werden könnten. Parallel treibt Lahontan die Genehmigungsverfahren voran. Das erklärte Ziel ist eine Rückkehr zur Produktion im Jahr 2027.
Das Momentum der Aktie ist damit fundamental unterfüttert. Neue Goldzonen, höhere Gehalte in bereits abgebautem Material und die Aussicht auf eine wachsende Ressource liefern gleich mehrere Ansatzpunkte für eine Neubewertung. Da sich Lahontan Gold derzeit am Übergang vom Explorer zum Entwickler befindet, gilt die Aktie zudem als potenzieller Übernahmekandidat. Denn wiederbelebbare Projekte wie die Santa-Fe-Mine mit vorhandener Infrastruktur und fortgeschrittener Entwicklung sind selten und begehrt und stehen im Visier großer Minenkonzerne. Newmont oder Barrick Mining suchen händeringend nach neuen Projekten, und Lahontan sitzt in einem der attraktivsten Golddistrikte der Welt. Das verleiht dem Pennystock zusätzliche Kursfantasie.
Finanziell hat Lahontan im Frühjahr vorgesorgt. Über eine Privatplatzierung flossen brutto mehr als 13,6 Mio. CAD zu. Damit sind die laufenden Arbeiten nach Unternehmensangaben bis mindestens 2027 finanziert. Die Aktien wurden zu 0,41 CAD ausgegeben, die Warrants können zu 0,60 CAD ausgeübt werden. Der Kurs liegt mit rund 0,35 CAD unter dem Platzierungspreis.
Mit der Ressourcenschätzung, der PEA und weiteren Resultaten aus den historischen Halden verfügt Lahontan über mehrere kurzfristige Kurstreiber. Dennoch bleibt die Aktie spekulativ. Bis zum Produktionsstart müssen Genehmigungen eingeholt und eine Baufinanzierung organisiert werden. Fallen die Studien überzeugend aus, könnte Santa Fe jedoch den nächsten großen Schritt zur finanzierbaren Mine machen.
Deutsche Telekom: 5 Milliarden für eigene Aktien
Bei der Deutschen Telekom läuft es weiter rund. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz organisch um 3,3 % auf 29,9 Mrd. EUR. Das bereinigte EBITDA nach Leasing legte organisch um 7,3 % auf 11,8 Mrd. EUR zu. Der bereinigte Konzernüberschuss verbesserte sich um 11,1 % auf 2,8 Mrd. EUR, der freie Cashflow nach Leasing um 3,1 % auf gut 5 Mrd. EUR. Das Gewinnwachstum liegt damit erneut deutlich über dem Umsatzplus.
Größter Ergebnistreiber bleibt T-Mobile US. Die Tochter steigerte ihre Serviceerlöse um 8,9 % auf 19 Mrd. USD und das bereinigte EBITDA nach Leasing um 12,1 % auf 9,3 Mrd. USD. Die Telekom erhöhte deshalb ihre Jahresprognose für den freien Cashflow nach Leasing von mehr als 19,8 Mrd. EUR auf rund 20 Mrd. EUR. Die Ziele von 47,5 Mrd. EUR beim bereinigten EBITDA nach Leasing und 2,20 EUR beim bereinigten Ergebnis je Aktie bleiben bestehen.
Der Vorstand stockte zudem das Aktienrückkaufprogramm um bis zu 3 Mrd. EUR auf. Bis zum Jahresende können damit eigene Aktien für insgesamt bis zu 5 Mrd. EUR erworben werden. Der überwiegende Teil soll eingezogen werden und damit rechnerisch das Ergebnis je Aktie erhöhen.
Schwachstellen gab es dennoch. Im deutschen Breitbandgeschäft ging die Kundenzahl um 20.000 zurück, bei T-Systems sank der Auftragseingang um 13,4 %. Zudem bleibt die Nettoverschuldung einschließlich Leasing mit 138,4 Mrd. EUR hoch. Die Mischung aus Wachstum, Rückkäufen und Dividende spricht dennoch weiterhin für die T-Aktie. Nach der guten Kursentwicklung ist sie kein Schnäppchen mehr, bleibt aber ein aussichtsreicher defensiver DAX-Wert.
Berkshire Hathaway: Greg Abel öffnet die Geldbörse
Auch bei Berkshire Hathaway richten sich die Blicke auf einen neuen Abschnitt. Die Zahlen zum zweiten Quartal fielen besser aus als erwartet. Der operative Gewinn stieg um 16 % auf 12,98 Mrd. USD. Besonders stark entwickelten sich die Industrie-, Dienstleistungs- und Handelsaktivitäten sowie das Energiegeschäft. Der Nettogewinn verdoppelte sich auf 25,67 Mrd. USD, wurde allerdings stark von nicht realisierten Kursgewinnen im Aktienportfolio beeinflusst.
Mehr Aussagekraft besitzt die Kapitalverwendung. Berkshire kaufte im zweiten Quartal eigene Aktien für 4,5 Mrd. USD zurück und investierte 23,5 Mrd. USD in börsennotierte Unternehmen. Darunter befand sich ein 10 Mrd. USD schweres Investment in Alphabet. Im Juli flossen weitere mindestens 10,1 Mrd. USD in Rückkäufe und die Übernahme des Hausbauers Taylor Morrison. Der Bestand an liquiden Mitteln sank dadurch von 380,2 auf 364,7 Mrd. USD.
Abel setzt damit ein erstes Ausrufezeichen: Berkshire bleibt bei der Kapitalanlage diszipliniert, ist bei passenden Gelegenheiten aber wieder bereit, größere Summen einzusetzen. Risiken bestehen unter anderem im Versicherungsgeschäft, wo höhere Schadenzahlungen und Preisdruck belasten können. Zugleich begrenzt der weiterhin riesige Cashbestand das Rückschlagrisiko und schafft Spielraum für weitere Zukäufe. Die B-Aktie eignet sich damit weniger für den schnellen Kurssprung als für Anleger, die ein breit aufgestelltes Qualitätsinvestment mit langem Atem suchen.
Fazit: Drei aussichtsreiche Aktien, drei Risikoklassen
Die Deutsche Telekom steht für stetiges Wachstum und hohe Ausschüttungen, Berkshire Hathaway für Substanz und finanzielle Flexibilität. Das größte prozentuale Potenzial – bei zugleich höchstem Risiko – bietet Lahontan Gold. Die anstehenden Studien müssen zeigen, wie viel von der Goldpreisrally, den neuen Bohrtreffern und den historischen Halden tatsächlich in einen belastbaren Minenplan einfließt. Gelingt dieser Nachweis, dürfte die bisherige Bewertung von Santa Fe neu diskutiert werden.
Interessenskonflikt
Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.
Risikohinweis
Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf zukunftsbilanzen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.
Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.
Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.