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04.09.2026 | 05:05

Gefahr bei Rheinmetall und OHB! HPQ Silicon Kaufgelegenheit?

  • Rüstung
  • Rüstungstechnologie
  • Raumfahrtspezialist
Bildquelle: Pixabay

Der Rüstungssektor erlebte in den vergangenen Jahren eine beispiellose Rally, doch am Parkett weht plötzlich ein rauerer Wind. Während die Großen wie Rheinmetall und der Raumfahrtspezialist OHB trotz sensationell gefüllter Auftragsbücher unter Gewinnmitnahmen und auch steigenden Ölpreisen leiden, bildet sich im Schatten der Schlagzeilen eine vielleicht völlig neue Chance heraus. Das kanadische Technologieunternehmen HPQ Silicon arbeitet an marktverändernden Innovationen in der Batterie- und Wasserstofftechnik, die kurz vor dem kommerziellen Durchbruch stehen. Wer jetzt mutig ist und innovativ denkt, erkennt genau jetzt die Möglichkeiten auf den Kurszetteln der Börsianer.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Matthias Schomber
ISIN: OHB SE O.N. | DE0005936124 , RHEINMETALL AG | DE0007030009 , HPQ SILICON INC | CA40444L1031 | TSXV: HPQ , OTCQB: HPQFF

Inhaltsverzeichnis:


     

    Der Autor

    Matthias Schomber

    Aufgewachsen im hessischen Gießen, entdeckte Matthias Schomber schon in den frühen 1990er Jahren seine Leidenschaft für die Finanzmärkte – in einer Zeit, als der Börsenhandel noch eher ein Metier für echte, eingefleischte Börsianer war. Er arbeitete dort nach seiner Banklehre für ein Privatbankhaus und erlebte auf dem Frankfurter Börsenparkett live und hautnah den Aufstieg und Fall des Neuen Marktes mit und zog daraus Lektionen, die bis heute sein Denken als Trader, Autor und Handelssystementwickler prägen.

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    Aktien-Cloud

    Markt-Realität und pralle Auftragsbücher - Rheinmetall und OHB im Konsolidierungsmodus

    Der Verteidigungs- und Raumfahrtsektor befindet sich in einem zugegebenermaßen eher komisch anmutenden Spannungsfeld. Einerseits sind die Auftragsbücher prall gefüllt, andererseits setzten am Aktienmarkt zuletzt deutliche Abverkäufe ein. Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall spürt zusammen mit anderen Branchenvertretern den Druck eines nervösen Gesamtmarktes. Steigende Energiekosten und geopolitische Zuspitzungen in den letzten Tagen und auch schon Wochen im Nahen Osten lassen Investoren Gewinne sichern, obwohl die fundamentale Nachfrage nach Verteidigungsgütern ungebrochen hoch bleibt. In genau diesem Umfeld zeigt sich, wie sensibel hohe Bewertungen auf externe Störfaktoren reagieren können.
    Besonders drastisch zeigte sich dies auch jüngst beim Bremer Raumfahrtkonzern OHB. Das Unternehmen konnte eigentlich einen herausragenden Erfolg vermelden. Für die geplante europäische Satellitenkonstellation Iris2 sicherte sich OHB über den Betreiber SES einen Großauftrag über knapp 1 Milliarde EUR. Das Bremer Haus soll insgesamt 18 Satellitenplattformen liefern, um ab dem Jahr 2030 Datenübertragungen zu ermöglichen. Die Börse reagierte zunächst mit einem Anstieg auf über 200 EUR. Doch die Begeisterung währte nur wenige Stunden, bevor ein massiver Verkaufsdruck einsetzte und den Kurs um knapp 10 % drückte, sodass die Aktie rasch im Bereich von 180 EUR notierte.
    Marktbeobachter werten diesen Einbruch aber keineswegs als einen operativen Offenbarungseid, sondern als klassische Reaktion auf eine stark gestiegene Bewertung. Die OHB-Aktie hatte sich innerhalb weniger Monate vervielfacht. Da ist klar, dass die Bewertung da erstmal reinwachsen muss. Operativ steht das Unternehmen auf festem Untergrund. Im ersten Halbjahr 2026 kletterte der Gesamtumsatz um 11 % auf 627,9 Millionen EUR. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen und Steuern legte sogar um 46 % auf 38,9 Millionen EUR zu. Mit einem Auftragsbestand von über 3,3 Milliarden EUR und der gestärkten Kapitalbasis bleibt das Fundament solide. Zudem festigt die strategische Kooperation mit Rheinmetall bei Bundeswehr-Projekten wie SATCOMBw 4 die Schlüsselrolle beider Konzerne in Europa. Die jüngsten Kursverluste wirken daher eher wie eine notwendige Konsolidierung nach dem Höhenflug. Charttechnisch könnte OHB, wenn es gelingt, die Marke bei 270 EUR zu überwinden, wieder in den Aufwärtstrend einfinden und in Richtung 500 EUR marschieren. Danach sieht es aber derzeit eher mal nicht aus. Wichtig wird daher sein, dass sich ein stabiler und tragfähiger Boden bei evtl. 170 – 180 EUR oder auch darunter bei 150 EUR findet.

    Kanadischer Pioniergeist für die Energiewende

    Weg von OHB und Rheinmetall manövriert sich ein kleinerer Spezialwert in eine möglicherweise interessante Ausgangsposition. Es geht um die kanadische Firma HPQ Silicon.

    HPQ Silicon verfolgt das Ziel, fortschrittliche Werkstoffe für die Energiewende zur Marktreife zu bringen. Ein Blick in die aktuelle Unternehmenspräsentation zeigt, dass die Kanadier keineswegs nur ein einziges Pferd im Stall haben, auf das sie setzen. Das Portfolio ruht vielmehr auf drei starken Säulen. Zum einen entwickelt HPQ zusammen mit dem französischen Partner Novacium, an dem man eine Beteiligung von 36,8 % hält, hochentwickelte Silizium-Anodenmaterialien für Lithium-Ionen-Batterien. Zum anderen arbeitet das Unternehmen in einem Joint Venture mit PyroGenesis an einem neuen Reaktorverfahren, das Quarz in einem einzigen Schritt direkt in pyrogene Kieselsäure umwandelt. Ergänzt wird dies durch innovative Verfahren zur dezentralen Wasserstoffgewinnung.
    Die technologischen Fortschritte im Batteriebereich klingen beeindruckend. Die entwickelten GEN3-Zellen übertreffen herkömmliche Graphit-Standards in der Speicherkapazität um etwa 45 %. Die neuere GEN4-Generation erreichte im gängigen 21700-Industrieformat Kapazitäten von über 7.000 Milliampere-Stunden bei einer Energiedichte von knapp 320 Wattstunden pro Kilogramm. Damit prescht HPQ deutlich nach vorne auch gegenüber den Wettbewerbern. Beim Kieselsäure-Reaktor peilt HPQ durch den Wegfall energieintensiver Zwischenschritte eine Bruttomarge von rund 70 % an und adressiert damit einen milliardenschweren Markt.
    Dass diese Technologien nicht nur graue Theorie sind, belegen die News aus dem vergangenen Monat.
    Am 19. August vermeldeten HPQ und Novacium über ihren Partner LN Innov einen entscheidenden Meilenstein. Erstmals ging eine kommerzielle Bestellung über GEN3-Akkupacks für FPV-Drohnen ein, die für ein Regiment der französischen Armee vorgesehen sind. Damit hat das Material den Sprung aus dem Labor direkt in die anspruchsvolle europäische Rüstungslieferkette geschafft.
    Nur einen Tag später, am 20. August, präsentierte Novacium auf der renommierten COM 2026 Konferenz Forschungsergebnisse zum sogenannten HyDRAS-Verfahren. Bei diesem Prozess werden zwei problematische Abfallprodukte der Aluminiumindustrie, nämlich Schwarzschlacke und Rotschlamm, kombiniert. Das Ergebnis ist wahrlich verblüffend, denn der Einsatz des Rotschlamms verdoppelte die Wasserstoffausbeute im Vergleich zu bisherigen Versuchen und ebnete den Weg für ein Pilotprojekt im industriellen Maßstab.
    Am 27. August folgte schließlich die nächste erfreuliche Nachricht aus dem Akku-Sektor. HPQ und Novacium lieferten insgesamt 30 maßgeschneiderte Batteriepakete an drei verschiedene europäische Drohnenhersteller aus. Jeder Hersteller erhielt zehn Einheiten für die finale Testphase. Verläuft diese Evaluation erfolgreich, winken Serienqualifikationen in einem europäischen Drohnenmarkt, dem Experten bis 2030 ein Volumen von etwa 14,5 Milliarden EUR zutrauen.
    Charttechnisch bietet die Aktie von HPQ Silicon aktuell ein äußerst interessantes Bild. Nach einer längeren Durststrecke notiert das Papier derzeit bei rund 0,13 CAD und damit in Nähe seiner Tiefs. Damit sind die ganzen guten Nachrichten nicht im Kurs enthalten. Im Bereich von 0,12 bis 0,13 CAD hat sich eine solide Unterstützung etabliert, die nach unten hin absichert. Es deutet charttechnisch, bei möglicherweise neuen Erfolgsmeldungen einiges darauf hin, dass die Aktie diesen letzten Ausverkauf in einer klassischen V-Formation nach oben dann verlassen könnte. Gelingt der dynamische Ausbruch über die ersten Widerstandszonen bei 0,155 beziehungsweise 0,165 CAD, dürfte das Papier möglicherweise schnell Fahrt aufnehmen. Als nächstes Ziel gerät dann die obere Begrenzung bei 0,20 CAD ins Visier. Sollte die positive Dynamik anhalten und der Markt die jüngsten Erfolge honorieren, liegt das vorherige Verlaufshoch bei 0,24 bis 0,25 CAD in Reichweite. Ein nachhaltiges Überwinden dieser Marke würde sogar den Weg frei machen in Richtung 0,30 CAD.

    Kommt die Wende tatsächlich über eine V-Erholung? Es bleibt spannend!

    Fazit

    Die beiden großen Schwergewichte Rheinmetall und OHB haben operativ überzeugt und verfügen über gut gefüllte Auftragsbücher. Ihre aktuellen Kursrücksetzer sind vor allem das Ergebnis von Sektor-Gewinnmitnahmen und hoher vorheriger Bewertung. Dennoch kann die Konsolidierung noch länger laufen, als viele Experten befürchten. HPQ Silicon agiert in einem anderen Segment und steht an der Schwelle von der Entwicklungsphase zur kommerziellen Verwertung. Mit der interessanten Aufstellung in der europäischen Verteidigungslieferkette, Durchbrüchen bei der Wasserstoffgewinnung bietet HPQ Silicon ein möglicherweise interessantes Chance-Risiko-Profil. Gelingt der Aktie der Befreiungsschlag aus der jetzigen Formation, könnte der Titel für Anleger richtig interessant werden.


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    Matthias Schomber

    Aufgewachsen im hessischen Gießen, entdeckte Matthias Schomber schon in den frühen 1990er Jahren seine Leidenschaft für die Finanzmärkte – in einer Zeit, als der Börsenhandel noch eher ein Metier für echte, eingefleischte Börsianer war. Er arbeitete dort nach seiner Banklehre für ein Privatbankhaus und erlebte auf dem Frankfurter Börsenparkett live und hautnah den Aufstieg und Fall des Neuen Marktes mit und zog daraus Lektionen, die bis heute sein Denken als Trader, Autor und Handelssystementwickler prägen.

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