10.04.2026 | 05:30
Dividendenjäger aufgepasst: Aktien mit hohen Renditen - Deutsche Telekom, Petrobras, RE Royalties, RTL Group
Frühlingszeit heißt Dividendenzeit. Die Rendite der Gewinnausschüttungen im DAX liegt in diesem Jahr bei über 3 %. Aus Renditesicht gibt es für Anleger bei anderen Unternehmen deutlich mehr zu holen. Auch bei ausgewählten Werten aus dem Ausland werden Dividendenfreunde fündig. Ein kanadischer Pennystock überzeugt mit hoher Rendite und attraktivem Geschäftsmodell.
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Autor:
Mario Hose
ISIN:
RE ROYALTIES LTD | CA75527Q1081 | TSXV: RE , OTCQX: RROYF , RTL GROUP | LU0061462528 , DT.TELEKOM AG NA | DE0005557508 , PETROLEO BRAS.SA PET.PFD | BRPETRACNPR6
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Mario Hose
In Hannover geboren und aufgewachsen, verfolgt der Niedersachse die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung rund um den Globus. Als leidenschaftlicher Unternehmer und Kolumnist erklärt und vergleicht er die verschiedensten Geschäftsmodelle sowie Märkte für interessierte Börsianer.
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Drei Dividenden-Aktien unter der Lupe:
Hierzulande läuft die jährliche Dividendensaison traditionell von März bis in den Mai hinein. Während dieser Zeit veranstalten die meisten deutschen Unternehmen ihre Hauptversammlungen und schütten anschließend die Gewinne des Vorjahres als Dividende an ihre Anteilseignerinnen und Anteilseigner aus. Die großen deutschen Börsenkonzerne zeigen sich in diesem Jahr ausgesprochen spendabel. Die 90 DAX- und MDAX-Mitglieder dürften zusammengerechnet rund 64 Mrd. EUR ausschütten. Den Startschuss machte auch dieses Jahr wieder die Deutsche Telekom, die auf ihrem Aktionärstreffen Anfang April eine Dividende von einem Euro je Aktie beschlossen hat. Damit kehrte der Magenta-Konzern satte 4,8 Mrd. EUR an seine Anleger aus. Die Rendite lag bei rund 3,1 % – und damit in etwa auf dem diesjährigen DAX-Durchschnitt. Nicht schlecht, aber aus Renditesicht gibt es für Anleger bei anderen Unternehmen dieses Jahr deutlich mehr zu holen.
Auch bei ausgewählten Werten aus dem Ausland werden Liebhaber hoher Dividenden fündig. Doch für Börsianer zählt am Ende nicht die absolute Summe, sondern die Rendite – also das, was im Verhältnis zum eingesetzten Kapital hängen bleibt. Die Dividendensaison zieht in der Regel auch Dividendenjäger an. Im Visier stehen vor allem Aktien mit besonders hohen Dividendenrenditen.
Dividendenrendite von 15 %
Ein Beispiel aus Deutschland ist die RTL Group. Die Aktie des Medienkonzerns gehört seit Jahren zu den verlässlichsten Ausschüttern am europäischen Aktienmarkt. Wenn das operative Geschäft läuft, sprudelt der Cashflow – und ein großer Teil davon landet bei den Aktionären. Die Bilanz ist solide und mit Bertelsmann als Großaktionär, der rund drei Viertel der Anteile hält, gibt es einen Ankerinvestor, der selbst auf regelmäßige Dividendenzuflüsse angewiesen ist. Seit dem Börsengang im Jahr 2000 hat RTL seine Aktionäre nahezu durchgängig großzügig am Gewinn beteiligt. Selbst die coronabedingte Pause 2020 wurde später kompensiert. Und wenn Sondererträge anfallen, wird nachgelegt – so auch jetzt.
Der Verkauf von RTL Nederland hat 2025 einen satten Buchgewinn von 956 Mio. EUR in die Kasse gespült. Parallel hat der Konzern den Umbau vorangetrieben. Abschreibungen auf das Deutschlandgeschäft und Fremantle belasteten mit 326 Mio. EUR. Unter dem Strich blieb dennoch ein Gewinn von 6,36 EUR je Aktie – und daraus wird nun kräftig ausgeschüttet. Auf der Hauptversammlung am 29. April soll eine Dividende von 5,50 EUR beschlossen werden. Das katapultiert die Aktie mit einer Rendite von knapp 15 % an die Spitze der diesjährigen Ausschüttungssaison in Deutschland. RTL ist damit ein gefundenes Fressen für Dividendenjäger, die mit Käufen im Vorfeld den Kurs nochmals antreiben könnten. Doch Anleger sollten beachten, dass dieses Renditeniveau nicht nachhaltig ist. Ohne Sondereffekte sieht das Bild nüchterner aus. 2025 lag der Gewinn aus fortgeführten Aktivitäten bei gerade einmal 16 Cent je Aktie. Für 2026 stellt RTL jedoch eine deutliche operative Erholung in Aussicht. Das Ergebnis vor Firmenwertabschreibungen soll auf rund 725 Mio. EUR steigen, was in etwa 2,20 EUR Gewinn je Aktie bedeuten würde. Bei konstanter Ausschüttungsquote würde das immer noch mehr als 5 % Dividendenrendite bedeuten. Solide und mehr als der Durchschnitt, aber aus Renditesicht keine Champions League.
Brasilianische Gewinnmaschine
Zu der Königsklasse der Dividendenzahler zählt – zumindest was die Höhe der Rendite betrifft – seit Jahren die Aktie von Petrobras. Der brasilianische Rohstoffkonzern liefert aktuell das, was Anleger lieben: satte Gewinne, hohe Ausschüttungen und operative Dynamik. Der Ölmulti aus Südamerika profitiert momentan von mehreren Hebeln. Zum einen haben die Ölpreise im Zuge des Konflikts kräftig angezogen und zwischenzeitlich Rekordstände erreicht. Das lässt die Gewinne von Petrobras sprudeln. Zum anderen hat das Unternehmen in den vergangenen Jahren seine Hausaufgaben gemacht. Die Kosten wurden gesenkt und die operative Effizienz erhöht. Petrobras fokussiert sich auf margenstarke Offshore-Projekte im Pre-Salt und überzeugt dadurch mit einem starken Cashflow, der selbst im globalen Ölsektor herausragt. Besonders beeindruckend ist die Kapitaldisziplin der Südamerikaner. Neue Projekte werden nur noch dann angeschoben, wenn sie auch bei vergleichsweise niedrigen Ölpreisen attraktiv bleiben. Der Break-even liegt mittlerweile um die Marke von 60 USD je Barrel. Dieses Niveau verleiht dem Konzern selbst in schwächeren Marktphasen Stabilität. Gleichzeitig wächst die Produktion weiter. Bis 2028 will Petrobras die Ölförderung deutlich ausbauen und damit die Basis für nachhaltig hohe Mittelzuflüsse legen.
Dividenden ohne Quellensteuer
Für viele Anleger zählt bei Petrobras vor allem die hohe Dividende, die bei regulären Ausschüttungen quellensteuerfrei ist. Die in Deutschland gehandelte Vorzugsaktie bringt aktuell eine annualisierte Dividendenrendite von rund 11 %, dürfte angesichts des zuletzt stark gestiegenen Aktienkurses aber absehbar eher Richtung 8 bis 9 % absinken. Das wäre weiterhin eine ordentliche Basis – und vor allem eine Wette auf nachhaltig hohe Energiepreise. Denn zieht der Ölpreis an, schießt auch die Ausschüttung nach oben. Für die Jahre 2025 bis 2029 stellt der Konzern reguläre Ausschüttungen von 45 bis 55 Mrd. USD in Aussicht – mögliche Sonderdividenden bei hohen Ölpreisen sind dabei noch gar nicht eingerechnet. Selbst am unteren Ende der Planung könnte Petrobras in den kommenden fünf Jahren also gut die Hälfte seiner Marktkapitalisierung an die Aktionäre zurückführen. Hohe Ausschüttungen haben bei Petrobras seit Jahren Priorität. 2022 entsprach die Dividende zeitweise rund 55 % des damaligen Börsenwerts. Überschüssiges Kapital soll nach Vorgabe des Managements nicht gehortet, sondern an die Aktionäre zurückgegeben werden. In starken Marktphasen wie in diesen Wochen, in denen der Ölpreis stetig neue Rekorde erklimmt, sind daher auch Sonderdividenden möglich. Dadurch wurden Investoren schon in der Vergangenheit regelmäßig mit zweistelligen Renditen belohnt.
Politischer Einfluss und hohe Öl-Abhängigkeit
Doch die Story hat eine zweite Seite. Petrobras ist und bleibt ein staatsnaher Konzern und damit anfällig für politische Eingriffe. Die brasilianische Regierung nutzt das Unternehmen immer wieder als Instrument der Wirtschaftspolitik. Das zeigt sich aktuell erneut im Heimatmarkt, wo Treibstoffpreise künstlich niedrig gehalten werden. Für Petrobras bedeutet das immer auch Margendruck – trotz hoher Weltmarktpreise. Hinzu kommt die strukturelle Abhängigkeit vom Ölpreis. Auch wenn das Geschäftsmodell inzwischen sehr robust geworden ist, würde ein deutlicher Rückgang der Preise die Spielräume bei Investitionen und Dividenden schnell einengen. Auch die ambitionierten Ausbaupläne bergen Risiken. Steigende Investitionen könnten mittelfristig zulasten der Ausschüttungen gehen, wenn die Märkte schwächer laufen als erwartet. Unterm Strich bleibt Petrobras eine der spannendsten Dividendenstories im Ölsektor. Doch der politische Einfluss und die Zyklik des Geschäfts sorgen dafür, dass die Papiere nichts für schwache Nerven sind. Wer investiert, setzt nicht nur auf Öl – sondern auch auf die Stabilität der brasilianischen Wirtschaftspolitik.
Geheimtipp aus Kanada
Für Dividendenjäger besonders interessant ist eine hierzulande noch recht unbekannte Aktie aus Kanada: RE Royalties. Der kanadische Spezialfinanzierer der Energiewende bot Anlegern eine Rendite von rund 10 %. Zweistellige Dividendenrenditen sind an der Börse in der Regel mit einer gewissen Vorsicht zu betrachten, denn entweder steckt ein zyklisches Geschäftsmodell dahinter oder die Ausschüttung ist durch einen besonderen Anlass verzerrt, etwa durch einen Verkauf von Firmenteilen, und nicht nachhaltig.
Bei RE Royalties indes sichert das Geschäftsmodell die hohe Ausschüttung langfristig ab. Die Nordamerikaner betreiben selbst keine Windräder oder Solarparks, sondern stellen externen Entwicklern Kapital für Projekte rund um erneuerbare Energien bereit und erhalten im Gegenzug eine Beteiligung am Bruttoumsatz. Die Gesellschaft hat das bereits aus dem Rohstoffsektor bekannte Royalty-Modell konsequent auf erneuerbare Energien übertragen und betreibt damit ein hochprofitables Geschäftsmodell in einem boomenden Markt. RE Royalties profitiert von einer exzellenten Zinsmarge. Während sich die Gesellschaft über Green Bonds mit einer Verzinsung von rund 9 % refinanziert, zielen die vergebenen Lizenzinvestitionen meist auf Renditen im zweistelligen Bereich ab.
Die Royalty-Struktur hat zudem den entscheidenden Vorteil, dass die Einnahmen nicht von den Kosten der Betreiber abhängen. Steigende Bau-, Wartungs- oder Finanzierungskosten bleiben bei den jeweiligen Projektgesellschaften und belasten damit nicht RE Royalties. Für die Gesellschaft zählen allein die Umsätze der Anlagen, die über langfristige Stromabnahmeverträge abgesichert sind. Das sorgt für stabile, planbare und weitgehend inflationsresistente Cashflows. Wie attraktiv dieses Geschäft in der Praxis ist, belegt eine aktuelle Absichtserklärung über ein Darlehen von 8 Mio. USD für ein Windprojekt in den USA, das dem Unternehmen eine Lizenzgebühr von 5 % auf den Bruttoumsatz über die gesamte Lebensdauer der Anlage sichert.
Genau diese regelmäßigen Mittelzuflüsse aus lukrativen Lizenzdeals sind die Basis der hohen Dividende. Bislang wurden über die Jahre 135 Projekte mit einem Investitionsvolumen von über 80 Mio. USD erfolgreich realisiert, was zu einer durchschnittlichen Verzinsung (IRR – Internal Rate of Return) von 18 % führte und in der Folge für hohe Gewinnbeteiligungen für Anleger sorgte. Seit inzwischen 25 Quartalen zahlte RE Royalties verlässlich 0,01 CAD je Aktie aus – ohne Kürzungen, ohne Aussetzer. Die Ausschüttung ist damit kein kurzfristiger Lockvogel gewesen, sondern zeigte, dass das Geschäftsmodell funktioniert – und stetig wächst. Zukünftig wird das Unternehmen jedoch nur noch einmal im Jahr eine Dividendenausschüttung im Board besprechen und die Höhe definieren. Denn die Energiewende verschlingt enorme Summen. Vor allem Projektentwickler im Clean-Tech-Sektor suchen viel Kapital, das ihre Stimmrechte und Eigenkapitalanteile durch Finanzierungsmaßnahmen möglichst nicht verwässert.
Die asymmetrische Finanzierungsstruktur, die das Geschäftsmodell von RE Royalties bietet, sorgt für hohe Nachfrage. Das Portfolio ist bereits mit über 100 Beteiligungen in verschiedenen Technologien in Nordamerika, Südamerika und Asien breit diversifiziert. Gleichzeitig ist die Pipeline mit einem Finanzierungsvolumen von über 200 Mio. CAD prall gefüllt. Sie ist die Basis für künftige Cashflows und die kontinuierliche Ausschüttung hoher Dividenden. Aktuell liegt der regionale Schwerpunkt der Deal-Pipeline noch in Nordamerika, doch angesichts der stetig steigenden Nachfrage aus der Cleantech-Branche und einer Börsennotierung auch in Deutschland dürfte das Unternehmen absehbar auch viel neues Kapital aus Europa anziehen und damit das Wachstum in Zukunft forcieren.
Unentdeckte Story mit hohem Potenzial
Die Kombination aus zweistelliger Rendite, strukturellem Wachstum und defensivem Cashflow-Profil ist selten, dennoch fliegt die Aktie vor allem hierzulande noch unter dem Radar und wird häufig übersehen. Für mutige Anleger liegt darin aber eine gute Chance. Denn gelingt es dem Management, neue Investoren vom Geschäftsmodell zu überzeugen, hat die Aktie deutliches Kurspotenzial. Zusätzlich verfügt der Titel über Übernahmefantasie. Das Management prüft derzeit strategische Optionen wie Partnerschaften oder sogar einen Verkauf an externe Investoren. Sollte es zu einem Exit kommen, dürfte sich der Preis angesichts der vollen Projektpipeline wohl deutlich über dem aktuellen Börsenwert von rund 18 Mio. CAD bewegen. Der Pennystock eignet sich angesichts des geringen Börsenwertes grundsätzlich aber eher für sehr risikobewusste Dividendenjäger, die ihre Bestände nach einem Kauf im Auge behalten und mit einem Stoppkurs absichern sollten.

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