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12.03.2026 | 05:00

Bergbau ohne Bagger: Franco-Nevada, Triple Flag und Globex Mining im Vergleich

  • Investments
Bildquelle: Apaton Finance / KI erstellt

Aktien von Minengesellschaften sind nach langer Durststrecke wieder en vogue. Doch sie haben auch Nachteile. Geologische Widrigkeiten, technische Pannen, steigende Energiekosten oder Streiks können Minenbetreibern den einen oder anderen Strich durch die Kalkulation machen. Aber es gibt eine clevere Alternative: Sogenannte Royalty- und Streaming-Unternehmen profitieren vom Bergbau, ohne selbst Löcher in die Erde zu bohren. In diesem Artikel vergleichen wir drei Vertreter dieser Kategorie, die exemplarisch für verschiedene Größenklassen stehen: Franco-Nevada ist ein etablierter Branchenriese, Triple Flag Precious Metals ein mittelgroßer Player, Globex Mining Enterprises ein (noch) kleiner, aber besonders stark diversifizierter Herausforderer.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Mario Hose
ISIN: GLOBEX MINING ENTERPRISES INC | CA3799005093 , FRANCO-NEVADA CORP. | CA3518581051 , TRIPLE FLAG PRECIOUS METALS CORP | CA89679M1041 , WHEATON PREC. METALS | CA9628791027

Inhaltsverzeichnis:


    Solide Kapitalstrukturen

    Das Geschäftsmodell der Royalty Companies ist so elegant wie einträglich. Sie stellen Bergbaugesellschaften Kapital zur Verfügung – oft in der frühen, riskanten Phase eines Projekts – und erhalten dafür im Gegenzug das Recht auf einen prozentualen Anteil der zukünftigen Produktion oder des Umsatzes, die so genannten Royalties. Das heißt: Sie beschäftigen keine Bergleute, kaufen keine Bagger und müssen keine teuren Mineninfrastrukturen unterhalten. Trotzdem kassieren sie still und leise mit, sobald eine Mine fördert. Deshalb glänzen sie in aller Regel durch solide Bilanzen und erwirtschaften hohe freie Cashflows. Doch obwohl die überwältigende Mehrheit dieser Gesellschaften in Kanada sitzt, sind nicht alle Royalty-Unternehmen gleich. In Größe, Portfoliobreite und Struktur unterscheiden sie sich erheblich – und damit auch das Chance-Risiko-Profil für Anleger.

    Der Markt hat vor allem zwei Giganten im Blick: Wheaton Precious Metals und Franco-Nevada. Beide stemmen mehr als 50 Mrd. USD auf die Börsenwaage und sind mit KGVs um die 30 bewertet. Für Franco-Nevada spricht aktuell, dass der Konzern im Unterschied zu Wheaton nicht nur Metalle im Portfolio hat. Zwischen 15 und 20 % der Lizenzerlöse stammen aus dem Energiesektor, sprich: Rohöl und Erdgas. Da es seit dem israelisch-amerikanischen Angriff auf den Iran für den Ölpreis kein Halten mehr gibt, sprudeln die Gewinne. In den vor wenigen Tagen veröffentlichten Zahlen zum 4. Quartal 2025 zeigt sich das zwar noch nicht, denn der Kriegsausbruch am 28. Februar spielt darin naturgemäß noch keine Rolle. Doch auch so reichten die starken Anstiege der Gold- und Silberpreise für ein Rekordergebnis. Der Umsatz stieg auf Quartalsbasis um 86% auf 597,3 Mio. USD, was den Analystenkonsens von 532,8 Mio. USD um Längen übertraf. Der bereinigte Nettogewinn kletterte sogar überproportional um 94% auf 356,2 Mio. USD oder 1,85 USD je Aktie. Ähnlich beeindruckend sind die Ergebnisse für das Gesamtjahr 2025: Ein Umsatzplus von 64% auf 1,82 Mrd. USD und ein Anstieg des bereinigten Gewinns um 74% auf 5,58 USD pro Aktie.

    Ungebrochenes Wachstum

    Zu diesen Rekordwerten trug aber nicht allein der Preisanstieg der Edelmetalle bei, auch das geförderte Volumen stieg zweistellig. Die in der Branche vielbeachtete Kennziffer der Goldäquivalentunzen (GEOs) legte 2025 um 12% auf 519.106 zu. Für dieses Jahr erwartet CEO Paul Brink 510.000–570.000 GEOs. In dieser Guidance ist allerdings das Projekt Cobre Panamá noch nicht enthalten, wo der Betrieb aus politischen Gründen derzeit ruht. Bei einer Wiederaufnahme der Förderung könnten noch einmal 150.000–175.000 GEOs pro Jahr hinzukommen.

    Das ungebrochene Wachstum, die hohen Margen und die Tatsache, dass Franco-Nevada schuldenfrei ist, relativieren die optisch hohe Bewertung mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 30 auf Basis der Schätzungen fürs laufende Jahr. Zugleich wecken die Rekordzahlen des Branchenriesen Hoffnungen auf gute Ergebnisse bei kleineren Herausforderern wie Globex Mining. Das Unternehmen hatte nach einem kleinen Verlust im Vorjahreszeitraum die Gewinnschwelle bereits im dritten Quartal mit einem Ergebnis von 0,08 CAD je Aktie nachhaltig erreicht. Für das letzte Jahresviertel sind nun Schätzungen von 0,10 CAD pro Anteilsschein im Umlauf – mit der Einschränkung, dass sich Analysten bislang kaum mit dem Unternehmen beschäftigen. Lediglich das auf Minenwerte spezialisierte kanadische Research- und Beratungshaus Red Cloud Securities beschäftigt sich regelmäßig mit der Royalty-Gesellschaft. Für risikofreudige Anleger hat das den Charme, auf eine noch weitgehend unentdeckte Perle setzen zu können. Kein anderes Royalty-Unternehmen dieser Größenordnung bietet eine vergleichbare Rohstoffbreite.

    Gesunder Mix

    Das Portfolio von Globex Mining umfasst 270 Standorte, teils in der Exploration, in der Entwicklung, teils aber auch schon im Royalty-Stadium. CEO und Großaktionär Jack Stoch, ein Geologe mit 40 Jahren Branchenerfahrung, sieht das sogenannte Project-Generator-Modell als Schlüssel zum Erfolg: Liegenschaften werden erworben, entwickelt und dann an Dritte weitergegeben – gegen Royalties oder Optionszahlungen. 107 Royalty-Vereinbarungen sichern den Cashflow, darüber hinaus gibt es sieben weitere mit laufender Option. Das Unternehmen ist ebenfalls schuldenfrei und hält zudem ein börsennotiertes Aktienportfolio, dessen Wert auf mehr als 30 Mio. CAD geschätzt wird.

    Die Rohstoffpalette umfasst Basismetalle wie Kupfer, Nickel, Zink und Blei, Edelmetalle wie Gold, Silber, Platin und Palladium, aber auch Spezialmetalle wie Lithium, Kobalt, Vanadium, Scandium und Seltene Erden. Hinzu kommen Industriemineralien wie Kaolin, Talk und Magnesit. Globex ist damit weniger eine Wette auf einzelne Metalle, sondern vielmehr ein breit gestreutes Investment in die verschiedensten kritischen Rohstoffe mit einer Vielzahl von Einsatzmöglichkeiten – von der Energiewende bis zur Rüstungsindustrie. Die Abbaugebiete befinden sich fast ausschließlich in politisch stabilen Regionen Nordamerikas. Einer der wenigen nichtamerikanischen Standorte ist das Bräunsdorf-Lizenzgebiet in Sachsen, das den westlichen Teil des berühmten Freiberg-Silberminenbezirks umfasst, in dem seit rund 850 Jahren Edelmetalle, Zink und Blei gefördert werden.

    In zehn Jahren zum Multimilliardär

    Welche Größenordnung gut diversifizierte Royalty Companies in kurzer Zeit erreichen können, zeigt sich am Beispiel Triple Flag Precious Metals. Das 2016 in Toronto gegründete Unternehmen hat sich in weniger als einem Jahrzehnt zu einem ernstzunehmenden Mid Cap im Royalty-Sektor mit einem Börsenwert von rund acht Mrd. USD. Triple Flag hält Beteiligungen an insgesamt 239 Standorten, darunter 34 produzierende Minen sowie zahlreiche Entwicklungs- und Explorationsprojekte, vorwiegend in Australien und Amerika. Der Fokus liegt klar auf Edelmetallen: Gold und Silber machen den Löwenanteil des Portfolios aus. Aber auch Kupfer, Nickel, Blei und Zink tragen zum Cashflow und zur gesunden Bilanzstruktur bei. Wie die Branchenkollegen Franco-Nevada und Globex Mining ist das Unternehmen schuldenfrei und verfügt über mehr als eine Mrd. USD Liquidität.

    Starke Zahlen, starke Dynamik

    Das Geschäftsjahr 2025 verlief auch hier rekordverdächtig: Triple Flag erzielte einen Umsatz von 388,7 Mio. USD und verkaufte 113.237 GEOs – das neunte Jahr in Folge mit Produktionswachstum. Der operative Cashflow je Aktie kletterte auf 1,54 USD, ein Sprung von 45 %, getragen von höheren Volumina und stark gestiegenen Edelmetallpreisen. Der Nettogewinn erreichte nach einem Verlust im Vorjahr 1,18 USD pro Anteilsschein.

    Der Wermutstropfen: Für 2026 erwartet Triple Flag eine geringere Produktion von nur 95.000–105.000 GEOs – hauptsächlich bedingt durch einen planmäßigen Rückgang beim Großprojekt Cerro-Lindo-Silberstream. Doch die Delle soll nicht von Dauer sein: In der Mittelfristplanung bis 2030 peilt das Management um den erst seit Dezember 2025 amtierenden Vorstandschef Tom Bilsen 140.000–150.000 GEOs pro Jahr an, gestützt auf ein breites Portfolio wachsender Assets.

    Das Ergebnis unseres Checks

    Alle drei Royalty-Unternehmen aus unserem Vergleich sind schuldenfrei, was gegenüber klassischen Minengesellschaften enorme Vorteile und vor allem deutlich geringere Risiken bedeutet. Doch die Unterschiede sind enorm: Franco-Nevada glänzt mit Solidität, allerdings ist die Bewertung happig. Herausforderer Globex Mining bietet die größten Chancen, aber birgt als Small Cap auch die höchsten Risiken, wobei diese durch das ungewöhnlich breite Rohstoffportfolio deutlich abgemildert werden. Triple Flag könnte so etwas wie der gesunde Mittelweg sein, wäre da nicht der angekündigte Produktionsrückgang in diesem Jahr. Ob und inwieweit die Börse das schon verarbeitet hat, ist unklar. Daher haben vorerst sowohl der Große als auch der Kleine die Nase vorn.

    Performance Vergleich von Globex, Franco-Nevada und Triple Flag auf sich von drei Jahren in CAD, Stand: 11.03.2026, Quelle: LSEG

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    Der Autor

    Mario Hose

    In Hannover geboren und aufgewachsen, verfolgt der Niedersachse die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung rund um den Globus. Als leidenschaftlicher Unternehmer und Kolumnist erklärt und vergleicht er die verschiedensten Geschäftsmodelle sowie Märkte für interessierte Börsianer.

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