13.08.2026 | 05:00
BYD, BMW und RE Royalties im Fokus: Preiskampf, Gewinneinbruch, Jobabbau und grüne Dividende!
Global scheint es gerade so, als lebt die Autoindustrie auf einem echten Pulverfass. Branchenriesen wie BYD und BMW stecken in einem heftigen, vielleicht sogar ruinösen Preiskampf. Etablierte Autobauer ringen mit schmerzhaften Gewinneinbrüchen und drastischen Marktveränderungen. Anleger suchen aber immer mehr nach stabilen Alternativen. Daher können jetzt Werte aus unterschiedlichen Bereichen, unter anderem auch aus dem Bereich der erneuerbaren Energien ins Rampenlicht rücken. Ein spannender Akteur ist dabei RE Royalties. Das kanadische Unternehmen ist ein Vorreiter in der Finanzierung grüner Projekte. Auch abseits der großen Automobilkrisen wächst es kontinuierlich. Kann diese Aktie wirklich der sichere Hafen sein? Wir blicken tief in die aktuellen Entwicklungen der drei Unternehmen. Wir vergleichen harte Fakten und analysieren die Charttechnik. Traditioneller Autobau trifft auf asiatische Dominanz und innovative Finanzierungen. Lesen Sie weiter und entdecken Sie die Chancen dieses Trios.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Matthias Schomber
ISIN:
BYD CO. LTD H YC 1 | CNE100000296 , BAY.MOTOREN WERKE AG ST | DE0005190003 , RE ROYALTIES LTD | CA75527Q1081 | TSXV: RE , OTCQX: RROYF
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Matthias Schomber
Aufgewachsen im hessischen Gießen, entdeckte Matthias Schomber schon in den frühen 1990er Jahren seine Leidenschaft für die Finanzmärkte – in einer Zeit, als der Börsenhandel noch eher ein Metier für echte, eingefleischte Börsianer war. Er arbeitete dort nach seiner Banklehre für ein Privatbankhaus und erlebte auf dem Frankfurter Börsenparkett live und hautnah den Aufstieg und Fall des Neuen Marktes mit und zog daraus Lektionen, die bis heute sein Denken als Trader, Autor und Handelssystementwickler prägen.
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BYD formt den Markt
Beginnen wir mit einem Blick nach Asien. Dort gibt der Elektro-Gigant BYD den Takt der Branche vor und sorgt bei den Mitbewerbern teils wohl für schlaflose Nächte. Allein die Zahlen der Marktkapitalisierung sprechen eine schonungslose Sprache. Mit einem beeindruckenden Börsenwert von über 95 Milliarden EUR zieht BYD an zahlreichen etablierten Herstellern vorbei und sichert sich einen Spitzenplatz unter den Top-E-Autoherstellern weltweit. Diese schiere Größe verleiht dem chinesischen Konzern eine enorme Macht und er ist eine der zentralen treibenden Kräfte hinter dem unerbittlichen Preiskrieg auf dem chinesischen Markt. BYD profitiert von seinem massiven Skalierungseffekt und setzt damit traditionelle Autobauer massiv unter Druck. Die asiatische Dominanz zwingt die europäische Konkurrenz in eine rasante und oft schmerzhafte Transformation. BYD agiert extrem aggressiv und baut seine Stellung kontinuierlich aus.
Doch BYD verlässt sich nicht nur auf seine eigene Größe und Dominanz, sondern bläst auch technologisch und international zur Offensive. In Kooperation mit dem Batterie-Spezialisten CATL treibt der Konzern die Entwicklung zukunftsweisender Feststoffbatterien voran, deren Serienstart bereits für 2027 anvisiert wird. Parallel dazu feiert der Konzern beachtliche Erfolge auf dem europäischen Markt, denn allein auf dem deutschen Markt legten die Neuzulassungen im Juli 2026 um beeindruckende 358,5 % zu, wobei Modelle wie der Seal U DM-i als Segmentleader auftrumpfen. Zwar belasten der anhaltende Preiskampf und Margendruck kurzfristig auch den Aktienkurs von BYD. Das Papier notiert mit etwa 9,93 EUR deutlich unter seinem Hoch Mitte 2025 bei knapp unter 18 EUR. Allerdings könnte der Aktienkurs schon bald die 10,51 EUR erobern und damit den 200er SMA. Dann könnte es auch in Richtung 12 – 13 EUR für die Aktie weitergehen.
Bayrisches Sorgenkind: BMW sucht den Ausweg
Dieser harte Kampf um Marktanteile schlägt auch in München extrem hohe Wellen. Wir schauen daher auf einen der stolzesten deutschen Autobauer, der aktuell einen schmerzhaften Stresstest durchleben muss. Das zweite Quartal offenbarte tiefe Risse und Wunden in der Bilanz. Das EBIT brach um heftige 38,7 % ein. Es lag bei nur noch 1,631 Milliarden EUR. Noch alarmierender ist aber die EBIT-Marge im Automobilgeschäft. Sie rutschte auf schwache 2,3 % ab. Der durchschnittliche operative Gewinn pro Fahrzeug sank auf nur noch 1.187 EUR! Da ist ja fast gar nichts mehr übrig und etwas mehr an Margenfressern und BMW landet schon bald im Minus. Ein Hauptgrund für diese Misere ist der chinesische Markt. Genau dort agiert die asiatische Konkurrenz so aggressiv. In der Folge brachen die Auslieferungen von BMW in China im zweiten Quartal um 30,2 % ein. Bei den Elektromodellen sieht es sogar noch düsterer aus. Dort brachen die Verkäufe teilweise um bis zu 75 % ein!
Die Konsequenzen treffen natürlich auch den Kern der Belegschaft. Weltweit stehen laut Unternehmenskreisen rund 8.000 Stellen auf dem Prüfstand. Ein freiwilliges Abfindungsprogramm soll nun bis 2027 für die dringend benötigte Entlastung sorgen. Es ist ein drastischer Sparkurs, den der Konzern einschlägt. Doch in München herrscht nicht nur Resignation. Es gibt einen unbedingten Willen zur Neuerfindung. Die große Hoffnung trägt den Namen „Neue Klasse“. Im Werk München ist kürzlich die Serienproduktion des neuen, vollelektrischen i3 angelaufen. Er soll die Wende bringen. Sparen auf der einen Seite, investieren auf der anderen. Es ist ein gewagtes Manöver. An der Börse herrscht tiefe Verunsicherung. Die BMW-Aktie hat seit Jahresbeginn über 35 % an Wert verloren. Greift der Start der Neuen Klasse schnell genug? Das ist die wohl spannendste Frage im deutschen Automobilsektor. Charttechnisch könnte es dennoch spannend werden, wenn die Aktie über die 62 EUR steigt, könnte der Rebound schnell in Richtung 70 EUR laufen. Andererseits: Wenn es unter 56,40 EUR fällt, dann geht es auch schnell mal unter die 50er Marke.
RE Royalties: Grüne Stabilität
Wer von diesen rasanten Berg- und Talfahrten im Automobilsektor genug hat, findet hier eine faszinierende Alternative, denn ein völlig anderer Sektor verspricht aktuell mehr Ruhe. Hier kommt der Blick auf RE Royalties. Das Unternehmen ist ein echter Pionier in der Finanzierung von erneuerbaren Energien. Statt Autos zu bauen, baut das kanadische Unternehmen ein nachhaltiges Portfolio auf. Die Strategie ist simpel aber hocheffektiv. RE Royalties vergibt Kredite an Projektentwickler. Im Gegenzug sichert sich das Unternehmen langfristige Lizenzgebühren, sogenannte Royalties. Dieses clevere Modell der Kapitalrückführung generiert stetige Einnahmen. Es schützt vor extremen Schwankungen, wie wir sie bei den großen Autobauern sehen.
Über 82 Millionen CAD flossen bereits in 27 abgeschlossene Transaktionen und mehr als 130 Projekte. Damit hat sich das Unternehmen ein robustes Fundament erarbeitet. Seit der Gründung erwirtschaftet das Portfolio eine interne Verzinsung (IRR) von starken 16 %. Gleichzeitig profitieren Umwelt und das Gewissen der Anleger. Durch die Projekte werden jährlich über 400.000 Tonnen an schädlichen Kohlenstoffemissionen vermieden. Wirtschaftliche Stabilität trifft hier auf ökologischen Sinn. Das macht RE Royalties zu einem Favoriten für bestimmte Investoren, die auf „greifbare Werte“ setzen.
Blicken wir nun auf die Charttechnik. Die Aktie schreitet einer wichtigen Entscheidung entgegen. Nach einer Phase der Beruhigung sollte die Aktie von RE Royalties die Konsolidierungsformation jetzt oder in naher Zukunft bei 0,45 bis 0,46 CAD nach oben hin verlassen. Gelingt dieser Schritt, könnte das Papier rasch wieder Fahrt aufnehmen. Es würde in den starken Aufwärtstrend von Dezember 2025 bis März 2026 zurückkehren. Damals verdoppelte sich die Aktie quasi von 0,22 CAD auf 0,45 CAD. Nach unten hin ist der Wert recht gut abgesichert. Eine solide horizontale Unterstützung ist bei 0,30 bis 0,35 CAD. Sollte der Ausbruch nach oben glücken, liegt ein erstes Kursziel laut Charttechnik bei 0,50 CAD. Wird diese Hürde genommen, ist der Weg nach oben frei. Dann winken spannende Ziele im Bereich von 0,60 bis 0,70 CAD. Das Potenzial ist also unverkennbar vorhanden und verspricht einiges an Dynamik.

Fazit
BYD und BMW befinden sich in einem knallharten Wettbewerb, bei dem es aber auch vernichtend zugeht. Preiskriege und schmerzhafte Umstrukturierungen prägen das Bild der Automobilindustrie. Beide Hersteller haben Potenzial für ein Comeback, das erfordert jedoch aktuell extrem starke Nerven. RE Royalties positioniert sich als eher besonnener Gegenpol. Das Finanzierungsmodell und die charttechnische Ausgangslage können „überzeugen“. Die Aktie bietet eine interessante Perspektive. Wer Wachstum oder Alternativen abseits des großen Getöses sucht, findet hier eine durchdachte Beimischung. Alle drei Werte bleiben auf ihre eigene Art extrem spannend.
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