02.03.2026 | 05:30
Wolfram-Boom: Warum Almonty Industries zur Schlüsselaktie des Westens werden könnte
Wolfram ist zu einem Rohstoff von geopolitischer Bedeutung geworden. Seit Jahresbeginn hat sich der Preis mehr als verdoppelt. Mittelständische Unternehmen ächzen unter hohen Einkaufskosten, in der Industrie drohen die Bänder stillzustehen. Das Tauziehen zwischen West und Ost um das begehrte Schwermetall ist in vollem Gange. China kontrolliert rund 83 % der Weltproduktion und dreht zunehmend an der Exportschraube. Für Anleger ergibt sich daraus eine seltene Chance, denn an einer Aktie führt kein Weg vorbei: Almonty Industries ist dabei, zum wichtigsten Wolframlieferanten der westlichen Welt aufzusteigen.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Mario Hose
ISIN:
ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203987072
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Mario Hose
In Hannover geboren und aufgewachsen, verfolgt der Niedersachse die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung rund um den Globus. Als leidenschaftlicher Unternehmer und Kolumnist erklärt und vergleicht er die verschiedensten Geschäftsmodelle sowie Märkte für interessierte Börsianer.
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Rohstoffversorgung erreicht ARD-Sendung
Wenn die Preise für Gold oder Silber durch die Decke gehen, ist das ein großes Thema, auch für die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten. Über weniger edle Metalle wie Wolfram hingegen erfährt man kaum etwas in den Nachrichten. Seit traditionelle Glühbirnen mit ihren deutlich sichtbaren Wolframfäden durch Energiesparlampen ersetzt wurden, ist das Schwermetall aus dem öffentlichen Bewusstsein weitgehend verschwunden. Umso erstaunlicher, dass die ARD-Sendung „Plusminus" vergangene Woche Alarm schlug. Da sich der Wolframpreis seit dem Jahreswechsel mehr als verdoppelt hat, kämpfen mittelständische Unternehmen in Branchen wie Werkzeugbau und Autozulieferindustrie bereits mit Liquiditätsproblemen. Schlimmer noch: Wegen Lieferengpässen drohen in absehbarer Zeit die Bänder stillzustehen. Auch in Deutschland.
In Glühbirnen wurde Wolfram vor allem wegen seiner Hitzebeständigkeit eingesetzt. Es hat den höchsten Schmelzpunkt aller Metalle: 3.422 °C. Zudem gilt es als besonders verschleißfest und ist fast so hart wie Diamant. Wolframcarbid ist daher essenziell für die Herstellung von Bohrern, Fräsen und Schneidwerkzeugen, darüber hinaus in der Schweißtechnik oder zur Produktion besonders robuster Stahllegierungen. Auch die Schmuckindustrie hat das weißlich glänzende Metall längst für sich entdeckt, im Sport kommt es in hochwertigen Dartpfeilen oder in Form von Zusatzgewichten zum Einsatz, etwa in der Formel 1 oder bei Segelbooten.
Unsicherheitsfaktor China
Der immense Preisanstieg aber liegt vor allem an der Nachfrage aus der Luft-, Raumfahrt und Rüstungsindustrie. Hier wird das Schwermetall beispielsweise für Raketendüsen, Hitzeschilde und panzerbrechende Munition benötigt. Die dank des KI-Hypes boomende Elektronik- und Halbleiterindustrie tut ein Übriges, um das Angebot auf dem Weltmarkt zu verknappen, der fest in chinesischer Hand ist. 83 % der Weltproduktion stammen aus der Volksrepublik. Zwar verbietet Peking nicht die Ausfuhr, doch Exporteure müssen bei der chinesischen Regierung eine Erlaubnis einholen. Die Folge sind massive Verzögerungen oder sogar Ablehnungen. Die westliche Industrie sucht deshalb händeringend nach sicheren Lieferquellen. Zudem wird Wolfram – englisch Tungsten – wegen seiner Bedeutung für die Rüstungsindustrie sowohl von der EU als auch von der US-Regierung als kritisches Metall eingestuft. Insofern ist es erklärtes politisches Ziel, die Abhängigkeit von China zu verringern. Das US-Verteidigungsministerium plant sogar den Aufbau strategischer Wolframreserven.
Dafür kommt vor allem ein Lieferant infrage, der sogar in den Vereinigten Staaten produzieren will: Almonty Industries. Erst im Oktober vergangenen Jahres hatten die Kanadier die exklusiven Rechte zur Exploration, Erschließung und zum Abbau des Wolfram-Projekts Gentung Browns Lake in Beaverhead County, Montana, erworben. Laut Almonty handelt es sich um eines der am weitesten entwickelten, aber noch nicht erschlossenen Wolfram-Vorkommen der USA. Die Produktion soll bereits im zweiten Halbjahr 2026 beginnen.
Wer mit dem Gedanken spielt, in Wolfram zu investieren, kommt an der Aktie von Almonty nicht vorbei. Das Schwermetall mit dem Elementsymbol W und der Ordnungszahl 74 wird an keiner Terminbörse über Futures gehandelt. In Rotterdam, einem der wichtigsten Knotenpunkte für den Import, die Lagerung und den Umschlag von Rohstoffen, wird vor allem das wolframhaltige Pulver Ammoniumparatungstat (APT) gehandelt – nichtöffentlich und zu Preisen von aktuell im Schnitt etwa 1.944 USD pro MTU. Das klingt recht bescheiden, dennoch stellt der immense Preisanstieg Verarbeiter und Verbraucher vor die von „Plusminus" geschilderten Probleme. Die Verdopplung des APT-Preises seit Jahresbeginn ist nur die Spitze des Eisbergs. Seit Anfang 2025 hat sich die Notierung sogar mehr als verfünffacht.
Almonty performt besser als der Rohstoff
Die Almonty-Aktie vollzieht diese Preisentwicklung nicht nur nach, sondern hat den Rohstoff bei weitem übertroffen. In den USA stieg der Kurs des mittlerweile an der Nasdaq gehandelten Papiers in den zurückliegenden 14 Monaten von einem auf mehr als 17 USD. Und das muss nicht das Ende der Fahnenstange sein. Da der Börsenwert mittlerweile die Marke von 5,1 Mrd. USD überschritten hat, beschäftigen sich namhafte Investmentbanken mit dem Unternehmen. Für Aufsehen sorgte in der vergangenen Woche eine Studie der Bank of America mit dem Rating „Buy". Das Kursziel von 20 USD ist zwar unspektakulär, aber Analyst Lawson Winder sagt dem Wolframpreis einen anhaltenden Höhenflug voraus. Für 2027 erwartet er einen Anstieg auf 2.000 USD je Tonne Wolframtrioxid (vergleichbar mit APT), erst dann könnte eine Entspannung eintreten. Ob es tatsächlich zu einer Beruhigung kommt, wird allerdings vom Unsicherheitsfaktor China abhängen. Das Reich der Mitte könnte in Zukunft deutlich weniger exportieren als veranschlagt. Die Regierung in Peking hat bereits umweltschädliche oder ineffiziente Minen geschlossen und importiert mittlerweile sogar selbst Wolfram aus dem Ausland. Der Nachfrageüberhang könnte daher auch über 2027 hinaus andauern.
Der Hebel für Almonty liegt aber weniger im Preis des Rohstoffs, sondern vielmehr im Hochfahren der Produktion. Die Sangdong-Mine in Südkorea ist bereits heute weltweit die größte Wolframabbaustätte außerhalb Chinas und hat wegen ihrer hochgradig ergiebigen Vorkommen enorme Vorteile gegenüber der Konkurrenz. Die Produktionskosten werden auf 300 USD je metrischer Tonne geschätzt. Selbst wenn der Preis auf 500 USD, das Ausgangsniveau der jüngsten Wolframrally, zurückfallen sollte, könnte Almonty in Südkorea profitabel produzieren. Die Bank of America will einen solchen Rückgang zwischen 2027 und 2031 nicht ausschließen, doch bis dahin wird Almonty eine Marktstellung erreicht haben, die den Kanadiern zumindest in der westlichen Welt die Pole Position sichert. Bis 2027 will das Management um CEO Lewis Black die Förderkapazität in Südkorea auf 1,2 Mio. Tonnen Erz verdoppeln. Damit würde allein Sangdong rund 40 % der weltweiten Wolframproduktion außerhalb Chinas abdecken.
Auch in Europa produziert Almonty. Die Panasqueira-Mine, etwa 250 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Lissabon gelegen, ist bereits seit 1896 für hochwertiges, wenig verunreinigtes Wolframitkonzentrat bekannt und damit eine der am längsten in Betrieb befindlichen Abbaustätten der Welt. Die Förderkapazität soll in den kommenden Jahren von 600.000 auf 800.000 Tonnen erweitert werden. Zusätzliches Wachstumspotenzial bieten zwei Projekte in Spanien, die aber wie die Mine in Montana derzeit noch nicht produzieren.
Bleibt die Frage: Was passiert, wenn die Industrie versucht, das teure Wolfram durch andere Rohstoffe zu ersetzen? In den meisten Anwendungen ist das nicht möglich, in Teilbereichen, etwa in der Luft- und Raumfahrt, wäre eine Substitution durch Molybdän denkbar. Doch auch hier hat Almonty noch ein As im Ärmel: Nur 150 Meter von der Sangdong-Mine entfernt besitzt das Unternehmen eine Molybdän-Lagerstätte, die zum Jahresende ihren Betrieb aufnehmen soll. Die erwartete Jahresproduktion von 5.600 Tonnen ist durch langfristige Lieferverträge mit Südkoreas größtem Molybdänverarbeiter SeAH M&S bereits vorab zu 100 % verkauft - mit Mindestabnahmepreis von 19,00 USD pro Pfund.
Bewertung nach wie vor günstig
Analyst Winder erwartet für Almonty in diesem Jahr einen Umsatz von 338 Mio. CAD, der 2027 um mehr als 170 % auf 916 Mio. CAD steigen soll. Der Nettogewinn soll sich bis dahin auf 606 Mio. CAD fast verdreifachen, während der Free Cash Flow ausreichen dürfte, die Schulden von aktuell 261 Mio. CAD weitgehend abzubauen – immer unter der Voraussetzung, dass keine neuen Projekte zugekauft werden, die Substanzwert und Marktmacht des Unternehmens weiter erhöhen. Die Nettogewinnmarge von 66 % erinnert mehr an einen Hightech-Giganten als an ein Bergbauunternehmen. Gemessen daran ist Almonty mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von elf auf Basis der aktuellen Bank-of-America-Schätzungen trotz des steilen Kursanstiegs immer noch sehr günstig bewertet.

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