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03.06.2026 | 05:03

Lahontan Gold: Das 13-Kilometer-Geheimnis hinter Santa Fe

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Bildquelle: Pixabay

Die meisten Investoren haben bei Goldminen vor allem eine Zahl im Blick: die Unzen im Boden. Doch was eine Mine wirklich profitabel macht, entscheidet sich nicht beim Bohren, sondern beim Bauen. Und in der Logistik. Genau dort hat Lahontan Gold einen Vorsprung, den der Markt noch nicht eingepreist hat. Das kanadische Unternehmen exploriert ausschließlich in Nevada – vom renommierten Fraser Institute regelmäßig als weltbeste Bergbauregion bewertet – und profitiert damit von einer Infrastruktur, die vielen Junior-Minern fehlt. Das löst ein Problem, das die gesamte Branche plagt: dass die Baukosten fast genauso schnell gestiegen sind wie der Goldpreis selbst. Hinzu kommt als Sahnehäubchen ein übersehenes Satellitenprojekt, das einen massiven, vom Markt bislang kaum eingepreisten Hebel verspricht.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Jens Castner
ISIN: LAHONTAN GOLD CORP | CA50732M1014 | TSXV: LG , OTCQB: LGCXF

Inhaltsverzeichnis:


    Die Kostenfalle auf der grünen Wiese

    Wer in den vergangenen beiden Jahren versucht hat, eine neue Goldmine auf der grünen Wiese zu errichten, erlebte ein inflationsgetriebenes Desaster. Weltweit fressen explodierende Kosten für Stahl, Energie und Mahlanlagen die Margen der Explorer auf. Viele Goldvorkommen stecken in der Wirtschaftlichkeitsfalle fest: Das Metall ist zwar da, doch die hohen Erstinvestitionen (Capex) für neue Infrastruktur machen den Abbau auf Jahre hinaus unrentabel. Genau hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Die Gewinner von morgen sind nicht zwingend die Unternehmen mit den größten Bohrloch-Schlagzeilen, sondern jene mit der smartesten Infrastruktur-Strategie. Dass hierbei zunehmend eine neue Handschrift in der traditionellen Männerdomäne Bergbau Einzug hält, beweist Kimberly Ann, Gründerin und Vorstandschefin von Lahontan Gold. Ihr Erfolgsrezept basiert nicht auf finanziellem Größenwahn, sondern auf geologischer Effizienz und logistischer Finesse.

    Das an der kanadischen TSX Venture Exchange gelistete Unternehmen besitzt mit der ehemals produzierenden Tagebau-Mine Santa Fe im Herzen von Nevadas Walker-Lane-Trend ein vielversprechendes Flaggschiff-Projekt. Dort hatte Corona Gold zwischen 1988 und 1994 bereits 359.000 Unzen Gold und 702.000 Unzen Silber gefördert, was trotz des damals niedrigen Goldpreises von 340 USD pro Unze zumindest zeitweise profitabel war. Mit einer aktuellen Ressourcenschätzung von 1,95 Mio. Unzen Goldäquivalent sowie einer bereits vorhandenen Infrastruktur aus befestigten Straßen, eigenen Wasserrechten und Stromanschlüssen ist das Projekt das solide Fundament des Unternehmens, das die Börse derzeit mit knapp 170 Mio. CAD bewertet.

    Der Schatz im Schatten der Hauptmine

    Doch der eigentliche Clou, der vom Mainstream bisher kaum beachtet wird, liegt exakt 13 Kilometer weiter westlich: das Satellitenprojekt West Santa Fe. „Die Leute sollten West Santa Fe mehr Aufmerksamkeit schenken. Das Risiko ist so gering, es ist lächerlich“, betonte CEO Ann jüngst in einem Interview mit IIF-Moderatorin Lyndsay Malchuk. Was auf der Landkarte wie ein Beiboot aussieht, entpuppt sich als logistischer Volltreffer. Die Zauberformel lautet „Hub-and-Spoke“ (Zentralnabe und Speiche). Statt für West Santa Fe eine eigene Verarbeitungsanlage zu bauen, soll das dort geförderte Erz nach dem geplanten Produktionsstart per Lkw über die kurze Distanz direkt zur bestehenden Infrastruktur der Hauptmine gebracht werden. Die zusätzlichen Baukosten für das Satellitenprojekt wären damit minimal.

    Ein solches Satellitenkonzept steht und fällt mit der Beschaffenheit des Gesteins. Und genau an diesem Punkt kann Lahontan eine weitere Trumpfkarte ausspielen: Jüngste metallurgische Tests lieferten eine Gold-Rückgewinnungsrate von durchschnittlich 81 % – ein Wert, der deutlich über den historischen Erwartungen von 70 % liegt. Ein entscheidender Vorteil ist zudem, dass das Gold in oxidierter Form vorliegt. Das bedeutet, dass das Edelmetall nicht fest in hartem Gestein eingeschlossen ist, sondern chemisch leichter gelöst werden kann. In diesem „Heap Leaching“ (Haufenlaugung) genannten Verfahren wird das abgebaute Gestein auf Kiesgröße zerkleinert, auf großen Halden (Pads) aufgeschüttet und mit einer schwachen Cyanidlösung besprüht, die nach dem Durchsickern am Boden aufgefangen wird.

    Die besonderen Reize des Satelliten

    Dazu kommt die geologische Klasse: Das Erz von West Santa Fe ist stellenweise deutlich höhergradig als im Hauptvorkommen. Neuere Bohrergebnisse übertrafen die Erwartungen mit Abschnitten von 3 bis 6 Gramm Gold pro Tonne (g/t Au-Äquivalent) deutlich. In Nevada, wo im Tagebau oft schon 0,5 g/t Au-Äquivalent als hochprofitabel gelten, ist das eine bemerkenswerte Ansage. Auch die erheblichen Silberbeimischungen von bis zu 648 g/t sind weit mehr als ein willkommenes Zubrot.

    Wie profitabel das Gesamtkonstrukt sein kann, zeigt der Blick in die Wirtschaftlichkeitsstudie (Preliminary Economic Assessment, kurz PEA). Die geplanten Minenbaukosten für die Reaktivierung von Santa Fe belaufen sich auf 135 Mio. USD inklusive einer 20-prozentigen Kostenpufferreserve. Laut Unternehmensangaben beabsichtigt das Management, einen Großteil davon über Fremdkapital zu finanzieren, um neuerliche Verwässerungen der Aktionäre durch Kapitalmaßnahmen gering zu halten. Erst im April hatte Lahontan über eine Privatplatzierung 13,6 Mio. CAD eingenommen. Damit sieht Unternehmenslenkerin Ann die Explorationstätigkeit bis weit ins Jahr 2027 als durchfinanziert an. Dazu zählen auch großflächige Bohrprogramme in benachbarten Gebieten wie Slab West, South Slab oder Guzzler.

    Der Fahrplan zur Neubewertung

    Diese jedoch sind – wie West Santa Fe – nur weitere Sahnehäubchen auf der Torte. Den ersten Cashflow soll das Santa Fe-Hauptprojekt liefern. Die ursprüngliche PEA-Kalkulation basierte auf einem Goldpreis von 1.950 bis 2.025 USD je Unze, der später auf den damaligen Spotpreis von 2705 USD nach oben korrigiert wurde. Daraus errechnete sich bereits ein positiver Nachsteuer-Kapitalwert von 200 Mio. USD bei einer internen Rendite (IRR) von 34,2 % und einer Amortisationszeit von 2,9 Jahren. Gemessen am aktuellen Goldpreis müsste der Kapitalwert annähernd doppelt so hoch liegen. Die Amortisationszeit sollte sich auf 9 bis 18 Monate verkürzen, was die Chefin in ihrer pragmatischen Art so formuliert: „Wir werden Geld drucken“. Der Fahrplan steht: In den kommenden Wochen wird die Veröffentlichung der aktualisierten Ressourcenschätzung erwartet, gefolgt von einer neuen, an den aktuellen Goldpreis angepassten PEA-Studie, die im September vorgelegt werden soll. Die finale Betriebsgenehmigung wird für das erste Quartal 2027 erwartet, gefolgt von einer kurzen, maximal sechsmonatigen Bauzeit. Im vierten Quartal 2027 soll das erste Gold gegossen werden.

    Warum aber steht der Kurs nur bei rund 0,40 CAD und an deutschen Handelsplätzen derzeit unter 0,25 EUR? Die Antwort liefert der Blick auf die neue Kapitalstruktur: Lahontan hat im Frühjahr 2026 die vorzeitige Ausübung ausstehender Optionsscheine (Warrants) erzwungen, da der Kurs lange genug über den jeweiligen Schwellenwerten notierte. Dieser Prozess wirkte wie ein charttechnischer Deckel, da einige der Warrant-Inhaber die neu zugeteilten Aktien direkt auf den Markt warfen. Doch dieser Verwässerungseffekt ist nun weitgehend abgeschlossen. Das Ergebnis: Zusammen mit der jüngsten Privatplatzierung flossen dem Unternehmen substanzielle Barmittel zu. Die Kasse ist gut gefüllt und erste Absichtserklärungen (Term Sheets) von Banken für die Finanzierung der notwendigen 135 Mio. USD zur Reaktivierung der Santa Fe-Hauptmine liegen bereits vor.

    Die Geschichte soll sich nicht wiederholen

    Es wäre nicht das erste Mal, dass Kimberly Ann einen kleinen Explorer in eine neue Dimension führt. Gemeinsam mit ihrem Mitgründer Brian Maher, der als das geologische Gehirn von Lahontan gilt, hatte sie in der Vergangenheit bereits drei Minengesellschaften groß gemacht, darunter Prodigy Gold. Die Geschichte endete 2012 mit der Übernahme von Prodigy durch Argonaut Gold. Diesmal will das Duo Ann/Maher die Früchte seiner Arbeit jedoch selbst ernten und erteilt Übernahmespekulationen bis auf Weiteres eine Absage. Kein Wunder, denn für den Preis eines Pennystocks gibt es ein perfekt finanziertes, risikoarmes Projekt in einer der sichersten Bergbauregionen der Welt – mit der Zusatzoption West Santa Fe und weiteren vielversprechenden Lagerstätten, die in der aktuellen Börsenbewertung nicht ansatzweise berücksichtigt sind.

    Das Video-Interview von IIF-Moderatorin Lyndsay Malchuk mit Kimberly Ann finden Sie hier:
    https://youtu.be/QGRV7IfTWec


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    Der Autor

    Jens Castner

    Der gebürtige Nürnberger ist seit mehr als 30 Jahren im Finanzjournalismus und am Kapitalmarkt aktiv, zuletzt als Chefredakteur von Börse Online. Seit April 2026 ist er selbstständig tätig, um sich voll und ganz seiner großen Leidenschaft zu widmen: der Identifikation unterbewerteter Aktien, mit besonderem Fokus auf das Nebenwertesegment.

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