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24.08.2026 | 04:44

Vom Kraftwerk bis zum Server: NU E Power, Pfisterer und Dell an den Schlüsselstellen des KI-Booms

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Bildquelle: Pixabay

Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von NU E Power.

Der KI-Hype an der Börse dreht sich meist um die immer gleichen Schwergewichte. Während die immensen Investitionen von Alphabet, Amazon und Co. für kontroverse Diskussionen sorgen, liegt der eigentliche Flaschenhals des Booms weiter unten in der Wertschöpfungskette – bei der Energieerzeugung, ihrer Verteilung und der Hardware, die sie am Ende in Rechenleistung verwandelt. Wer diesen Zusammenhang erkennt, findet auch abseits der bekannten Namen attraktive Anlagechancen. Genau hier setzen NU E Power, Pfisterer und Dell Technologies an. Drei komplett unterschiedliche Unternehmen, aber jedes steht für eine der eng verzahnten Etappen derselben Geschichte: Geld zu verdienen, lange bevor sich die Investitionen der Giganten auszahlen.

Lesezeit: ca. 6 Min. | Autor: Jens Castner
ISIN: NU E POWER CORP | CA6699882065 | CSE: NUE , PFISTERER HOLDING SE | DE000PFSE212 , DELL TECHS INC. C DL-_01 | US24703L2025

Inhaltsverzeichnis:


    KI FRISST STROM: Wer sind die Profiteure?

    Künstliche Intelligenz ist längst mehr als ein Trendthema für Technologiefans. Sie verändert die Arbeitswelt, treibt die Raumfahrt an und bestimmt inzwischen sogar die Kriegsführung, wenn KI-gesteuerte Drohnen und Lenkwaffen zum Einsatz kommen. All das braucht Rechenzentren – und Rechenzentren brauchen vor allem eines: Strom, in gewaltigen und weiter wachsenden Mengen. Ende Juli legten die großen Betreiber Amazon, Alphabet und Microsoft exzellente Quartalszahlen vor, doch die anfängliche Euphorie an der Börse ist angesichts der schieren Dimensionen der nötigen Investitionen von mehreren 100 Mrd. USD (bei jedem der Unternehmen!) inzwischen verflogen. Für Anleger kann es deshalb sinnvoller sein, nicht die bekanntesten Namen zu suchen, sondern gezielt an anderen Punkten der Wertschöpfungskette anzusetzen. Drei Unternehmen zeigen beispielhaft, wie unterschiedlich diese Ansatzpunkte aussehen können.

    NU E Power: Grundstücksversorger der Stromversorger

    Ganz am Anfang der Kette steht die Frage, woher der Strom überhaupt kommt. Genau hier positioniert sich NU E Power. Das kanadische Unternehmen versteht sich nicht als Betreiber von Rechenzentren, sondern als Entwickler von Energieparks an strategisch günstig gelegenen Standorten, die darauf ausgelegt sind, Rechenzentren, Industrieanlagen und andere Großverbraucher mit der zusätzlichen Kapazität zu versorgen, die sie in Zukunft benötigen werden. Das Geschäftsmodell folgt einer Logik, die CEO Broderick Gunning mit der eines Immobilienentwicklers vergleicht: Grundstücke werden gesichert und dann durch Flächennutzungspläne, Genehmigungen, Netzanschlüsse und Kaufverträge aufgewertet – mit dem Unterschied, dass am Ende Kraftwerke statt Häuser gebaut werden. Welche Erzeugungstechnologie am jeweiligen Standort zum Einsatz kommt, ist in diesem frühen Stadium noch zweitrangig. Auch bei der Monetarisierung der Projekte gibt es kaum Einschränkungen: Das Management setzt auf den Weiterverkauf weitgehend genehmigter Projekte, auf Joint Ventures mit Kapitalpartnern oder auf den Aufbau langfristiger Beteiligungen mit wiederkehrenden Erlösen aus dem laufenden Betrieb.

    Für operative Substanz steht eine bereits fertige Solaranlage in Alberta, die seit Dezember 2024 Strom an den lokalen Versorger Lethbridge Electric Utility liefert. NU E Power hält daran einen Anteil von 25 %, was einer Nettobeteiligung von 2,19 MW entspricht. Über das gesamte Portfolio kommt das Unternehmen derzeit auf eine Nettokapazität von 613,94 MW, von denen erst ein kleiner Teil tatsächlich am Netz ist. Der größere Teil befindet sich in der Entwicklungsphase. NU E Power unterzeichnete im Januar 2026 eine erste unverbindliche Absichtserklärung (Letter of Intent, LOI) mit dem Vermögensverwalter Green Harbor Partners über ein Paket von drei weiteren Standorten in Alberta, darunter „Lethbridge Two“, „Lethbridge Three“ und „Hanna“. Im Juli 2026 vertieften NU E Power und Green Harbor ihre Zusammenarbeit durch die Unterzeichnung einer unverbindlichen Absichtserklärung zur Gründung eines geplanten 50/50-Joint-Ventures (JV), das die Lieferung von Turbinen und die Finanzierung abdeckt. Ein Standort in Saskatchewan befindet sich ebenfalls noch in einem frühen Stadium; eine Option besteht dort seit Sommer 2025. Das Grundstück ist derzeit weder ausgewiesen noch erschlossen. Gleichzeitig prüft NU E Power erste Möglichkeiten in Malaysia, wobei dieses Engagement noch im ganz frühen Stadium ist. Finanziell hat sich das Unternehmen zuletzt gestärkt: Eine überzeichnete Privatplatzierung brachte in zwei Tranchen zusammen 3,86 Mio. CAD ein. Gute Voraussetzungen also, dass aus den vielen im Entstehen begriffenen Projekten letztendlich Kraftwerke werden und die Erschließungsrechte in solide Stromabnahmeverträge gewandelt werden können.

    PFISTERER: Am NADELÖHR der Hochspannung

    Ist der Strom erst einmal erzeugt, muss er auch dorthin gelangen, wo er gebraucht wird. Dieses Nadelöhr kennt kaum jemand besser als Pfisterer. Das Unternehmen aus Winterbach bei Stuttgart stellt die Technik her, mit der elektrische Leiter an den Schnittstellen von Stromnetzen isoliert und verbunden werden – von der Erzeugung über die Übertragung bis zur Verteilung. Anders als die großen Kabelhersteller Prysmian oder Nexans, die selbst zu Pfisterers Kundenkreis zählen, ist das Unternehmen dabei bewusst herstellerunabhängig aufgestellt. Mit 1.500 Mitarbeitern, fünf Fabriken und 17 Standorten in 15 Ländern ist Pfisterer überall dort vertreten, wo Netze erneuert oder ausgebaut werden müssen. Der strukturelle Rückenwind ist dabei kein kurzfristiges Phänomen: Deutschlands Stromnetze stammen vielerorts noch aus der Nachkriegszeit, während in den USA zahlreiche oberirdisch verlegte Leitungen aus den 1960er- und 70er-Jahren regelmäßig für Ausfälle sorgen. Beide Regionen investieren deshalb in großem Stil in die Erneuerung. In Deutschland kommt mit der SüdLink-Trasse, die in Nordsee-Windparks erzeugten Strom nach Bayern und Baden-Württemberg bringen soll, noch ein mehrere Mrd. EUR schweres Sahnehäubchen obendrauf.

    Auch in Schwaben setzt man sich keinen Einschränkungen aus: Es ist egal, wie der Strom erzeugt wird. „Ob Atom, Solar oder Offshore-Windpark, wir bieten Verbindungslösungen für alles, ob zu Lande, zu Wasser oder in der Luft“, erklärt Vorstandssprecher Johannes Linden. Mit anderen Worten: Ob die Leitungen in der Erde verbuddelt oder kostengünstiger über Hochspannungsmasten geführt werden, spielt keine Rolle. Apropos Hochspannung – das ist die Pfisterer-Kernkompetenz schlechthin: Im hauseigenen Testzentrum können Muffen, Isolatoren, Schraubverbinder und Kabelendverschlüsse mit Spannungen bis zu 1 Mio. Volt auf Herz und Nieren geprüft werden. „Je höher die Spannung, desto geringer die Konkurrenz, desto höher die Marge“, verrät Co-CEO Konstantin Kurfiss. Dass sich der Standard immer weiter in den Hochvolt-Bereich verschiebt, spielt Pfisterer also in die Karten. Die jüngsten Zahlen bestätigen diesen Trend eindrucksvoll: Im ersten Halbjahr 2026 stieg der Konzernumsatz um 20,2 % auf 256,7 Mio. EUR, während das Periodenergebnis um 75,9 % auf 38,3 Mio. EUR sprang. Der Auftragsbestand von 340,3 Mio. EUR reicht mittlerweile bis weit ins Jahr 2027 und untermauert die hohe Planungssicherheit. Trotz dieser soliden Entwicklung tat sich die Aktie zuletzt schwer und notiert weit unter ihrem Jahreshoch von 114 EUR.

    DELL: VOM PC-HERSTELLER ZUM KI-AUSRÜSTER

    Am Ende der Kette steht schließlich die Frage, was mit dem Strom passiert, wenn er im Rechenzentrum angekommen ist – und genau hier spielt Dell Technologies eine Schlüsselrolle. Aus dem klassischen PC- und Laptop-Hersteller ist einer der zentralen Infrastruktur-Ausrüster des KI-Booms geworden. Mit der Serverfamilie PowerEdge, die zunehmend mit Grafikprozessoren von Nvidia bestückt wird, bedient der US-Konzern den explosionsartig wachsenden Bedarf an KI-Rechenleistung. Ergänzt wird das Angebot um Speicherlösungen, Netzwerktechnik und das As-a-Service-Modell APEX. Im abgelaufenen Quartal kletterte der Umsatz mit KI-optimierten Servern um nicht weniger als 757 % auf 16,1 Mrd. USD, während die Gesamterlöse um 88 % auf 43,8 Mrd. USD zulegten – deutlich mehr, als Analysten erwartet hatten. Der Auftragsbestand bei KI-Servern stieg auf über 51 Mrd. USD, was dem Unternehmen für die kommenden Quartale eine ungewöhnlich hohe Planungssicherheit verschafft.

    An der Börse hat sich dieser Wandel längst niedergeschlagen. Nach einer rund zweijährigen Durststrecke ist der Kurs der Dell-Aktie zwischen April und Juni regelrecht explodiert und behauptet sich seither oberhalb der Marke von 400 USD – ein Kursplus von über 240 % seit Jahresbeginn. Mit einem für das kommende Jahr erwarteten Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 23 ist die Aktie damit zwar kein Schnäppchen mehr, doch endlich preist der Markt ein, was der Konzern operativ tatsächlich leistet. Wie schnell sich eine solche Neubewertung auch wieder eintrüben kann, zeigt der Blick auf den einstigen Rivalen Super Micro Computer, der 2026 mit Compliance- und Lieferkettenproblemen zu kämpfen hatte und dadurch Marktanteile an Dell verlor. Der nächste Dell-Quartalsbericht wird voraussichtlich am 1. September veröffentlicht, dann wird sich zeigen, wohin die Reise geht.

    Es müssen nicht immer die „Mag 7“ sein

    Drei Unternehmen, drei Etappen derselben Geschichte: Ohne Strom kein Rechenzentrum, ohne Netz kein Strom am richtigen Ort, ohne Hardware keine KI-Anwendung. Das bietet auch jenseits der „Magnificent 7“ exzellente Chancen für Anleger. Dell hat der Markt nach jahrelangem Darben inzwischen mit voller Wucht wiederentdeckt, die Bewertung erscheint mittlerweile angemessen. Bei Pfisterer und NU E Power stehen vergleichbare Entdeckungsmomente womöglich noch bevor – das eine mit einem etablierten Geschäft und solider Bilanz, das andere mit einem vielversprechenden Portfolio, das größtenteils noch entwickelt werden muss. Ob sich diese Chancen tatsächlich realisieren lassen, hängt an handfesten Meilensteinen: an Abnahmevereinbarungen, an Netzanschlüssen, an neuen Projekten und unterzeichneten Verträgen statt Absichtserklärungen. Für den Energiehunger der KI-Ära sind alle drei Unternehmen an entscheidender Stelle exzellent positioniert.


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    Der Autor

    Jens Castner

    Jens Castner

    Der gebürtige Nürnberger ist seit mehr als 30 Jahren im Finanzjournalismus und am Kapitalmarkt aktiv, zuletzt als Chefredakteur von Börse Online. Seit April 2026 ist er selbstständig tätig, um sich voll und ganz seiner großen Leidenschaft zu widmen: der Identifikation unterbewerteter Aktien, mit besonderem Fokus auf das Nebenwertesegment.

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