04.08.2026 | 05:30
Tech- und KI-Aktien im Fokus: Super Micro Computer und Droneshield vor Rebound? Miivo AI formiert sich!
Der Technologiesektor bleibt auch aktuell weiterhin, nicht nur durch die Künstliche Intelligenz, ein faszinierender Ort der Extreme. Während einige Unternehmen eine hohe Auftragsflut vor sich herschieben, sind andere durch ihre Kursbewegungen oder ihre spannenden charttechnische Formationen im Fokus der Anleger. In diesem Umfeld bewegen sich auch die heutigen drei unterschiedlichen Player. Wir blicken auf den Server-Riesen Super Micro Computer, der den weltweiten Hunger nach KI-Rechenleistung stillt und aber trotzdem Fragen aufwirft. Wir beleuchten den Drohnenabwehr-Spezialisten Droneshield, der zuletzt nach seinem famosen Kursfeuerwerk vor einigen Monaten nun zuletzt für einen Kursabsturz sorgte, nachdem die Erwartungen vieler Analysten enttäuscht wurden. Zuletzt widmen wir uns dem aufstrebenden Newcomer Miivo AI, der Künstliche Intelligenz direkt in den Mittelpunkt kleiner und mittlerer Unternehmen bringt. Diese drei Aktien zeigen wie Kursanstieg, Kurssturz und unentdecktes Potenzial an der Börse beieinanderliegen. Lesen Sie weiter und schauen, wo sich Potenzial für Ihr Depot ergeben könnte.
Lesezeit: ca. 5 Min.
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Autor:
Matthias Schomber
ISIN:
MIIVO AI INC | CA59863J1003 | TSXV: MIVO , SUPER MICRO COMPUTER INC | US86800U3023 | NASDAQ: SMCI , DRONESHIELD LTD | AU000000DRO2
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Matthias Schomber
Aufgewachsen im hessischen Gießen, entdeckte Matthias Schomber schon in den frühen 1990er Jahren seine Leidenschaft für die Finanzmärkte – in einer Zeit, als der Börsenhandel noch eher ein Metier für echte, eingefleischte Börsianer war. Er arbeitete dort nach seiner Banklehre für ein Privatbankhaus und erlebte auf dem Frankfurter Börsenparkett live und hautnah den Aufstieg und Fall des Neuen Marktes mit und zog daraus Lektionen, die bis heute sein Denken als Trader, Autor und Handelssystementwickler prägen.
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Super Micro Computer: Der (Server-)Motor der KI-Revolution
Wenn es um Künstliche Intelligenz geht, schlägt das Herz der Hardware-Infrastruktur zweifellos bei Super Micro Computer. Dieses Unternehmen dominiert den Markt in diesem Bereich und die Zahlen und Dimensionen, über die wir hier sprechen lassen selbst so manchen erfahrenen Beobachter staunen. Erst kürzlich offenbarte der Software-Riese Microsoft Investitionspläne in Höhe von 175 Milliarden USD, wovon gut zwei Drittel direkt in Server-Hardware fließen sollen. Diese heftige Ankündigung trieb die Aktie von Super Micro prompt um knapp 8 % mit nach oben.
Die Auftragsbücher sind sehr gut gefüllt. Vorläufige Daten deuten auf einen riesigen Auftragsbestand von über 60 Milliarden USD hin. Um diesem Ansturm Herr zu werden, hat das Unternehmen eine komplett neue Serie von Präzisions-Racks aus dem Boden gestampft. Diese „Technik-Meisterwerke“ sind speziell für die immense Hitzeentwicklung der kommenden Nvidia-Chips wie Vera Rubin oder GB300 konstruiert. Jeden Monat verlassen nun 3.000 dieser modernen Racks die Werkshallen, wovon 2.000 Einheiten mit direkter Flüssigkühlung ausgestattet sind. Das alleine ist schon eine logistische und technische Herausforderung. Das Management erwartet eine anvisierte Bruttomarge zwischen 15 und 17 %.
Doch die Börse wäre nicht die Börse, wenn es keine Schattenseiten gäbe. Trotz dieser Flut an Aufträgen notiert die Aktie mit rund 28,40 USD überaus deutlich unter ihrem einstigen Hoch aus dem März 2024 von 122,90 USD. Die Gründe hierfür trüben die absolute Euphorie. Ermittlungen in Taiwan wegen angeblich illegaler Exporte von KI-Servern nach China und neu formierte interne Gremien belasten das ansonsten strahlende Bild. Die Anleger schwanken somit zwischen der schieren Freude über das tolle operative Geschäft und der nüchternen Sorge um interne Kontrollen. Charttechnisch könnte die Aktie irgendwo im Bereich von 20 – 30 USD einen Bodenbildungsprozess vollziehen. Ein anschließender Rebound könnte die Aktie dann vielleicht auch wieder in Richtung 40 – 50 USD oder gar noch höher führen. Hochspannend!
Vom Kampf um die Vorherrschaft in den Rechenzentren der Welt wechseln wir nun in eine Branche, die technologischen Vorsprung für Sicherheit und Abwehr auch bei kriegerischen Konflikten nutzt. Hier zeigt sich, wie schnell ein Wert in den absoluten Fokus der Masse rücken kann.
Droneshield: Kurssprung weckt massives Interesse
Droneshield zieht die Blicke der Investoren geradezu auf sich. Die Aktie des australischen Drohnen-Abwehr-Spezialisten verzeichnete zuletzt deutliche Kursverluste und fiel im Juli um über 25 % auf etwa 1,05 EUR im deutschen Handel beziehungsweise 1,70 AUD in Sydney. Auslöser für diesen Rückgang war in erster Linie eine enttäuschende Umsatzprognose für das Gesamtjahr. Obwohl das Unternehmen seinen Umsatz im ersten Halbjahr um 74 % auf 125,8 Millionen AUD steigern konnte, lag die Jahreszielsetzung von 250 bis 270 Millionen AUD deutlich unter den Analystenerwartungen von 323 Millionen AUD. Zusätzlich belastete auch ein Rückgang der Bruttomarge um 5 % auf nunmehr „nur noch“ 60 % die Stimmung der Anleger. Da half auch wenig, dass das Management für das zweite Halbjahr eine Erholung in Aussicht gestellt hat.
Neben den verfehlten Prognosen sorgen ebenso Governance-Themen für weitere Unsicherheit am Markt. Eine laufende Untersuchung der australischen Finanzaufsicht ASIC zu möglichen Verstößen gegen Offenlegungspflichten bei Insidertransaktionen sowie jüngste Wechsel in der Führungsebene trüben und dämpfen das Vertrauen der Investoren.
Dem gegenüber stehen jedoch auch positive Aspekte wie ein solider Auftragsbestand von 206 Millionen AUD, ein nahezu schuldenfreies Unternehmen mit über 220 Millionen AUD an liquiden Mitteln sowie neue Aufträge aus Europa.
Aus charttechnischer Sicht gilt die Aktie mit einem RSI von unter 30 derzeit als überverkauft, wobei es möglich ist, dass die Aktie auch noch einmal unter die Marke bei 1 EUR abtaucht, bevor es zu einem Rebound kommt. Marktbeobachter blicken nun auf den kommenden Halbjahresbericht am 26. August, der weitere Erkenntnisse zur Margenentwicklung und Geschäftsdynamik liefern könnte. Weiterhin interessant!
Miivo AI: Smarte Intelligenz formiert sich neu
Während die großen Tech-Giganten noch mehr im Rampenlicht stehen, arbeitet ein anderes Unternehmen noch eher leise, aber zielstrebig: Miivo AI. Das schuldenfreie Unternehmen, das mit lediglich 38,7 Millionen ausstehenden Aktien sehr schlank aufgestellt ist, hat sich einer klaren Mission verschrieben. Es will die Leistungsfähigkeit Künstlicher Intelligenz direkt in die Hände von kleinen und mittelständischen Unternehmen legen. Miivo fungiert dabei als eine Art intelligentes, operatives System, das Finanz- und Betriebsdaten analysiert und daraus handfeste Empfehlungen liefert.
Der Juli war für das Management um CEO Alexander Damouni ein geschäftiger Monat. Vom 17. – 19. Juli präsentierte sich das Unternehmen z. B. auf dem hundertsten Capital Event in Kelowna. Dort standen die erfolgreiche Markteinführung eines automatisierten KI-Tools zur Lead-Generierung sowie die strategische Übernahme von Tandem Partners im Mittelpunkt der Investor-Gespräche.
Am 24. Juli gab Miivo bekannt, ein neuartiges Customer Insights Tool lanciert zu haben. Dieses Produkt ermöglicht es kleineren Firmen, ihre Online-Reputation auf Plattformen wie Google, Instagram und Reddit mit Hilfe von Künstlicher Intelligenz vollautomatisch zu überwachen. Die Software formuliert selbstständig passende Antworten auf Kundenrezensionen und spart den Unternehmern damit wertvolle Zeit und Ressourcen. Das könnte den ein oder anderen Neukunden ansprechen, denn hilfreich sind solche Tools für viele Unternehmen allemal.
Blicken wir abschließend auf das Chartbild, so zeigt sich ein höchst interessantes Setup. Der Kurs ist nach dem kräftigen Anstieg im Jahr 2025 bis auf 0,87 CAD Anfang 2026 in eine Konsolidierungsbewegung übergegangen und notiert aktuell in einer Art Keilformation, könnte aber mit einem möglichen Anstieg auf 0,52 bis 0,54 CAD aus dieser den Ausbruch wagen. Aktuell liegt die Aktie bei 0,47 CAD. Bei einem erfolgreichen Ausbruch könnte die Aktie rein charttechnisch Richtung altem Hoch bei 0,87 CAD laufen. Darüber wäre dann quasi keine charttechnische Begrenzung zunächst und enorm Platz nach oben. Für KI-Interessierte Investoren ist Miivo daher, auch aufgrund der Charttechnik, durchaus beachtenswert.

Fazit:
Super Micro Computer besticht durch hohe Auftragsbestände im Hardware-Sektor, gepaart mit den Milliardeninvestitionen im Cloud-Segment, doch die regulatorischen Nebengeräusche und geopolitischen Handelskonflikte erfordern gute Nerven. Droneshield hingegen könnte ein möglicher Reboundkandidat nach dem letzten Kurssturz werden. Es muss aber auch noch erst der Boden gefunden werden. Hier spielt die heiße Fantasie des Sicherheitssektors eine tragende Rolle. Miivo AI präsentiert sich derweil mit den jüngsten News positiv. Ohne lautes Getöse treibt das schuldenfreie Unternehmen seine Produktpalette im Bereich der Künstlichen Intelligenz für kleinere Firmen voran. Im Chartbild von Miivo AI könnte nach einem Ausbruch erhebliche Fantasie freigesetzt werden.
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