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25.09.2026 | 05:50

Standard Uranium, 2G Energy und Secunet: Drei spannende Aktien mit hoffnungsvollem Newsflow und viel Zündstoff

  • Standard Uranium
  • Uran
  • Rohstoff
  • 2G Energy
  • Secunet
Bildquelle: Pixabay

Ein Bohrkern kann eine kleine Rohstoffaktie stärker bewegen als ein Großauftrag einen etablierten Maschinenbauer. Entscheidend ist, wie viel eine Nachricht verändert. Standard Uranium hofft auf den großen Fund in Kanada, 2G Energy liefert Kraftwerke für den KI-Boom, Secunet profitiert vom Bedarf an digitaler Sicherheit. Drei spannende Geschichten mit hoffnungsvollen Nachrichten, aber unterschiedlichen Risiken und Perspektiven. Wir nehmen die Titel im Aktien-Check unter die Lupe.

Lesezeit: ca. 7 Min. | Autor: Lars Winter
ISIN: STANDARD URANIUM LTD. | CA85422Q8487 | TSXV: STND , OTCQB: STTDF , 2G ENERGY AG | DE000A0HL8N9 , SECUNET SECURITY AG O.N. | DE0007276503

Inhaltsverzeichnis:


     

    Der Autor

    Lars Winter

    Der gebürtige Nordhesse blickt auf eine über 25-jährige Laufbahn im Finanzjournalismus und aktiven Portfoliomanagement zurück und gilt als ausgewiesener Experte für deutsche Nebenwerte und Special Situations.

    Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Göttingen mit Schwerpunkt im Bank- und Kapitalmarktrecht startete er zur Jahrtausendwende seine Karriere in der Frankfurter Finanzszene. Als Börsen- und Wirtschaftsjournalist schrieb der passionierte Hobbygolfer für führende Börsenbriefe, Finanzzeitungen und Wirtschaftsmagazine wie die Platow Börse, Capital Depesche, BÖRSE ONLINE, Capital und die Financial Times Deutschland.

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    Standard Uranium: Der große Treffer steht noch aus

    Im kanadischen Athabasca-Becken liegen einige der hochgradigsten Uranvorkommen der Welt. Wer hier eine größere Entdeckung landet, kann aus einer kleinen Explorationsgesellschaft einen begehrten Übernahmekandidaten machen. Genau darauf setzen Anleger bei Standard Uranium. Noch besteht die Börsenstory vor allem aus aussichtsreichen Flächen und der Hoffnung auf den entscheidenden Treffer.

    Das wichtigste Projekt heißt Davidson River. Das 30.737 Hektar große Areal liegt rund 25 Kilometer von den bekannten Lagerstätten Arrow und Triple R entfernt. Prominente Nachbarn, die Fantasie wecken. Eine eigene wirtschaftliche Lagerstätte muss Standard allerdings erst nachweisen. Für 2026 wurde das größte Bohrprogramm der Firmengeschichte angesetzt: mehr als 8.000 Meter mit zwei Bohrgeräten. Von 2020 bis 2022 waren es insgesamt 16.561 Meter in 39 Bohrlöchern. Angesichts von über 70 Kilometern aussichtsreicher geologischer Strukturen ist das Gelände bisher nur punktuell untersucht.

    Bei der Zielauswahl kombiniert Standard geophysikalische Messungen, dreidimensionale Untergrundmodelle von Fleet Space und maschinelles Lernen von ALS GoldSpot. Die Daten sollen aussichtsreiche Störungszonen und Gesteinsveränderungen sichtbar machen. Im Mittelpunkt stehen die Korridore Bronco, Thunderbird und Warrior. Den entscheidenden Nachweis muss weiterhin der Bohrer liefern.

    Im Juni meldete Standard im ersten Bohrloch erhöhte Radioaktivität mit Spitzen von 1.650 Zählimpulsen pro Sekunde. Das lässt aufhorchen, belegt aber noch keine wirtschaftlich relevanten Urangehalte. Dafür braucht es Laboranalysen und weitere Treffer, die Größe und Zusammenhang einer möglichen Vererzung zeigen.

    Zusätzliche Chancen bietet das Projektgenerator-Modell: Standard entwickelt Explorationsziele und holt Partner hinzu, die gegen Projektanteile die weitere Suche finanzieren. Bei Corvo kann Aventis Energy innerhalb von drei Jahren 75 % erwerben. Dafür sind unter anderem 4,5 Mio. CAD Explorationsausgaben sowie Bar- und Aktienzahlungen vorgesehen. Standard organisiert die Arbeiten und erhält Gebühren. Bei Rocas besteht ein ähnliches Modell mit Collective Metals.

    Der Vorteil: Mehrere Projekte kommen voran, ohne dass Standard jeden Bohrmeter selbst bezahlen muss. Dafür gehört im Erfolgsfall ein erheblicher Teil des Fundes dem Partner. Der Tausch verteilt die Finanzierungslast und schafft zusätzliche Entdeckungschancen.

    Bei Corvo wurden in sämtlichen neun fertiggestellten Bohrlöchern erhöhte Urankonzentrationen nachgewiesen. Die schwach erhöhten Abschnitte summieren sich auf 55 Meter, darunter 13 Meter mit mehr als 100 ppm Uran. Das ist keine zusammenhängende Erzzone, sondern ein Hinweis auf ein uranführendes System. Auch Oberflächenproben mit bis zu 8,10 % Uranoxid lassen aufhorchen, erlauben aber keine Hochrechnung auf eine Lagerstätte. Für 2027 ist eine zweite Bohrphase vorgesehen.

    Finanziell bleibt Standard ein typischer Explorer. Ende April lagen rund 2,86 Mio. CAD in der Kasse. Betreibergebühren von rund 302.000 CAD im Geschäftsjahr standen allein Verwaltungskosten von etwa 705.000 CAD gegenüber. Das Partnermodell macht die Gesellschaft also noch nicht unabhängig vom Kapitalmarkt.

    Der Abschluss der im August vereinbarten strategischen Finanzierung über 3 Mio. CAD wurde bislang noch nicht vermeldet: Am 21. September meldete Standard eine Verlängerung der Abschlussfrist bis zum 18. Oktober. Die übrigen Bedingungen blieben unverändert. Der Abschluss würde den Spielraum vergrößern.

    Die Chance für Anleger liegt in einer Entdeckung von Uranvorkommen, die den Unternehmenswert deutlich erhöhen könnte. Gelingt Standard Uranium auf einem seiner Areale ein hochgradiger Treffer, könnte dies für die noch niedrig bewertete Explorationsgesellschaft zum entscheidenden Neubewertungstreiber werden. Der Hotstock, der beim aktuellen Kurs von 0,08 CAD nur auf einen Börsenwert von etwa 12 Mio. CAD kommt, besitzt langfristig das Potenzial zum Vervielfacher. Der Micro Cap eignet sich aktuell aber nur für sehr spekulative Anleger, die das Risiko einschätzen können.

    2G Energy: Der KI-Boom braucht eigene Kraftwerke

    Deutlich solider, aber ebenfalls mit Fantasie, ist 2G Energy. Der Spezialist aus Heek baut Blockheizkraftwerke und dezentrale Energieanlagen, die mit Erdgas, Biogas, Wasserstoff oder anderen Gasen betrieben werden können. Lange galt 2G vor allem als Profiteur von Biogas, Kraft-Wärme-Kopplung und dezentraler Energieversorgung. Inzwischen bekommt die Story einen neuen Dreh: Rechenzentren. Der Stromhunger durch künstliche Intelligenz ist einer der wichtigsten neuen Investmenttrends. Überall entstehen neue Rechenzentren, doch die Stromnetze kommen kaum hinterher. Genau hier wird dezentrale Stromversorgung plötzlich wieder sexy. Wenn Netzanschlüsse knapp sind oder Jahre dauern, können containerisierte Kraftwerke vor Ort eine Lösung sein.

    2G hat genau dafür einen Großauftrag aus Nordamerika erhalten. Die Tochtergesellschaft soll Rechenzentren mit containerisierten Kraftwerken ausrüsten. Die Auslieferungen sollen in der zweiten Jahreshälfte 2026 beginnen. Erst jüngst am 23. September vermeldete 2G einen neuen Auftrag von Energy Vault Holdings mit insgesamt 275 MW Erzeugungsleistung für KI-Rechenzentren in den USA. Die Containeranlagen sollen mit Batteriespeichern und einer übergeordneten Steuerung zusammenspielen. Geplant sind Auslieferungen vom vierten Quartal 2027 bis zum dritten Quartal 2028 sowie langfristiger Service.

    Das passt zu den Perspektiven, die 2G zuletzt auf einer Energiekonferenz von MWB Research erläuterte. Dort stellte das Management für das zweite Halbjahr weitere Rechenzentrumsaufträge von rund 350 Mio. USD in Aussicht. Erste Lieferungen aus früheren Rechenzentrumsaufträgen sollen bereits im vierten Quartal 2026 beginnen. Der Energy-Vault-Auftrag verlängert die Perspektive bis 2028. Vollwartungsverträge versprechen anschließend wiederkehrende Serviceerlöse.

    Auch Biogas und Großwärmepumpen sollen zusätzliche Impulse liefern. Neue Montagekapazitäten sind für Ende 2027 vorgesehen. Die Rechnung reicht bis 2028. Dann sind 740 Mio. EUR Umsatz möglich, nach erwarteten 490 Mio. EUR im Jahr 2026. Steigt die operative Marge dabei von knapp 10 % auf 12,5 %, wären rechnerisch ein EBIT von 92,5 Mio. EUR drin – nahezu doppelt so viel wie auf der genannten Ausgangsbasis. Für einen deutschen Nebenwert mit industrieller Substanz ist das eine Hausnummer.

    Der Großauftrag verleiht diesem Wachstumsszenario mehr Substanz. Der höhere Anteil an Maschinenlieferungen kann die Marge kurzfristig belasten. Zudem hatte 2G auch mit Sonderbelastungen durch die ERP-Umstellung zu kämpfen, die vor allem das Servicegeschäft in Deutschland bremsten. Doch gerade darin liegt auch die Chance. Wenn das Servicegeschäft wieder sauber läuft und das Data-Center-Geschäft hochfährt, könnte die Profitabilität ab 2027 wieder deutlich anziehen. Entscheidend bleiben aber der Kapazitätsausbau, termingerechte Lieferungen und die Frage, wie viel vom Boom in der Gewinnrechnung ankommt.

    An der Börse ist 2G längst kein Geheimtipp mehr. Die Aktie ist gut gelaufen. Doch operativ hat die Story neuen Schwung bekommen. Mittelfristig sollten dreistellige Kurse erreichbar sein. Aktuell taxiert der Analystenkonsens das Kursziel im Mittel bei 81 EUR, was einem Kurspotenzial von 30 % entspricht. Der Titel bleibt ein klassischer deutscher Qualitäts-Nebenwert, der mit einem 2027er KGV von 24 nicht mehr billig ist, aber dank einer guten Positionierung in einer wachstumsstarken Nische und hoher technologischer Kompetenz von einem boomenden Marktumfeld weiterhin profitieren sollte.

    Secunet: Milliardenperspektive mit der Bundeswehr

    Bei Secunet bekommt die Wachstumsstory eine neue Dimension. Der Bund will die Kommunikationsnetze der Bundeswehr mit Verschlüsselungstechnik der Essener absichern. Vorgesehen ist ein ergänzender Rahmenvertrag über vier Jahre mit bis zu 1,7 Mrd. EUR. Davon entfallen 1,3 Mrd. EUR auf das Grundvolumen, der Rest auf zwei Optionen.

    Die Größenordnung lässt aufhorchen: Der Rahmen entspricht mehr als dem Dreifachen des für 2026 erwarteten Jahresumsatzes. Allerdings ist das Gesamtvolumen kein bereits fest gebuchter Auftragseingang. Zunächst sollen Produkte für gut 100 Mio. EUR abgerufen werden, die Lieferung soll 2027 starten. Schon dieser erste Schritt wäre ein kräftiger Wachstumsimpuls.

    Im Zentrum steht die SINA-Technologie zur sicheren Verarbeitung, Übertragung und Speicherung geheimer Informationen. Secunet ist deren alleiniger Hersteller. Neben Produkten umfasst der geplante Vertrag auch Planung, Softwarepflege, Schulungen und Instandsetzung. Aus Börsensicht besonders reizvoll: Auf die Installation können über Jahre zusätzliche Dienstleistungserlöse folgen.

    Operativ hat Secunet bereits vorgelegt. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz um 19,2 % auf 204,7 Mio. EUR, das EBIT um 20,4 % auf 8,7 Mio. EUR. Der Auftragseingang sprang um 78,7 % auf 287,4 Mio. EUR, der Auftragsbestand erreichte 360,8 Mio. EUR. Für 2026 peilt der Vorstand einen Umsatz am oberen Ende der Spanne von 460 bis 500 Mio. EUR und ein EBIT von 53 bis 58 Mio. EUR an.

    Damit muss der Großteil des Jahresgewinns noch verdient werden. Zudem bleibt die Abhängigkeit vom öffentlichen Sektor hoch; im Business Sector brach der Halbjahresumsatz um 47,4 % ein. Der geplante Bundeswehr-Vertrag könnte die Wachstumsperspektive dennoch deutlich verbessern. Für die Aktie zählen nun die formelle Freigabe, verbindliche Abrufe und deren profitable Umsetzung.

    Fazit

    Standard Uranium bietet die spekulativste Chance des Trios: Ein bedeutender Uranfund könnte eine Neubewertung auslösen. 2G Energy hat mit dem Großauftrag bereits handfeste Fortschritte vorzuweisen und muss den Rechenzentrumsboom nun in steigende Gewinne übersetzen. Secunet winkt mit dem geplanten Bundeswehr-Rahmenvertrag eine neue Größenordnung – entscheidend sind die tatsächlichen Abrufe. Für Anleger bieten sich drei spannende Einzelwerte mit Entdeckungsfantasie bei Standard, industrielles Wachstum bei 2G und zusätzliche Auftragsperspektiven bei Secunet.


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    Der Autor

    Lars Winter

    Der gebürtige Nordhesse blickt auf eine über 25-jährige Laufbahn im Finanzjournalismus und aktiven Portfoliomanagement zurück und gilt als ausgewiesener Experte für deutsche Nebenwerte und Special Situations.

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