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25.08.2026 | 04:44

Schmutziges Gas, saubere Rendite, mehr als 200 % Kurspotenzial: WM, Veolia und Zefiro Methane

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Bildquelle: Pixabay KI generiert

Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von Zefiro Methane.

WM und Veolia Environnement verdienen zehnstellige Summen mit Müllabfuhr und Wasserrechnungen. Doch beide Konzerne können weit mehr: Energieerzeugung aus Deponiegas, CO₂-Speicherung, Beseitigung von Ewigkeitschemikalien. Das größte Kurspotenzial der Altlastensanierer hat laut Analysten jedoch ein kanadischer Geheimtipp, dessen Name schon verrät, worum es geht – Zefiro Methane. Drei Aktien, ein gemeinsames Thema: Wer räumt auf, was andere hinterlassen haben?

Lesezeit: ca. 7 Min. | Autor: Jens Castner
ISIN: WASTE MANAGEMENT (DEL.) | US94106L1098 , VEOLIA ENVIRONNE. EO 5 | FR0000124141 , ZEFIRO METHANE CORP | CA98926D1069 | NEO: ZEFI

Inhaltsverzeichnis:


    Waste Management: Der stille Methan-Riese

    Wer an Waste Management denkt, sieht meist Mülltonnen vor sich. Mit einem Börsenwert von rund 90 Mrd. USD ist WM, wie der Konzern inzwischen offiziell heißt, einer der größten Player im US-Entsorgungsgeschäft – zugleich aber auch Nordamerikas wichtigster Betreiber von Anlagen, die das beim Verrotten von Müll entstehende Deponiegasgemisch aus Methan und CO₂ in nutzbare Energie umwandeln. Auf über 250 Deponien fängt der Konzern so systematisch Methan ein und veredelt es zu aufbereitetem Biogas in einer Qualität, die sich genauso nutzen lässt wie fossiles Erdgas, etwa zur Stromerzeugung oder als Kraftstoff für die eigene Lkw-Flotte. In Denver etwa soll eine neue Anlage rund 98 % des Deponie-Methans abfangen.

    Die dabei vermiedenen Emissionen lassen sich über anerkannte Standards wie das Verfahren der American Carbon Registry für Deponiegas auch als sogenannte Carbon Credits zertifizieren. Das sind handelbare Emissionsgutschriften, die andere Unternehmen kaufen können, um ihren eigenen CO₂-Ausstoß rechnerisch auszugleichen. Für WM ist das ein zusätzlicher Erlösstrom neben der klassischen Entsorgung. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz des im texanischen Houston ansässigen Unternehmens um 4 % auf 12,9 Mrd. USD, wobei der Bereich Recycling und erneuerbare Energien mit einem Zuwachs von 32,5 % allein im zweiten Quartal eindeutig der Wachstumstreiber war. Mit einem Gewinn von 3,74 USD je Aktie hat WM die Erwartungen in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahrs einmal mehr übertroffen und ein neues Aktienrückkaufprogramm über 3 Mrd. USD aufgelegt.

    Kein Wunder, dass der Entsorgungs- und Umweltdienstleister zu den bevorzugten Aktien der Gates Foundation zählt: Mit einem Anteil von rund 6,8 % an den ausstehenden Aktien und einem Marktwert von zuletzt knapp 6 Mrd. USD ist WM nach Berkshire Hathaway eine der größten Einzelpositionen im Stiftungsportfolio, während der einstige Kernwert Microsoft Anfang des Jahres vollständig verkauft wurde. Die 23 Jahre in Folge steigende Dividende und das Portfolio aus langfristigen Deponiegenehmigungen machen WM zum Inbegriff eines defensiven Burggraben-Investments.

    Veolia: Ewigkeitschemikalien auf der Spur

    In Europa spielt Veolia Environnement eine ähnlich gewichtige Rolle, seit der französische Konzern 2022 große Teile von Suez übernommen hat. Mit einem Börsenwert von rund 25 Mrd. EUR und einem erwarteten 2026er-Jahresumsatz von 46 Mrd. EUR gilt das Unternehmen als weltgrößter Anbieter für Wasserversorgung und -aufbereitung, ist aber auch führend im Abfallmanagement, ergänzt um ein europaweit starkes Energiegeschäft. Kern der Aktivitäten sind also nach wie vor Trinkwasser, Abwasser und Müllentsorgung für Kommunen und Industrie. Durch die Suez-Integration kontrolliert Veolia heute zusätzlich erhebliche Kapazitäten in der industriellen Boden- und Gewässersanierung sowie im Gefahrstoffmanagement.

    Aktuell erweitert Veolia diese Sanierungssparte: Mit der Übernahme von Clean Earth im Juni dieses Jahres verdoppelte sich das US-Gefahrstoffgeschäft, mit Enviropacific in Australien stärkte der Konzern seine PFAS-Sanierungskompetenz. PFAS steht für eine Gruppe langlebiger Industriechemikalien wie Teflon – auch „Ewigkeitschemikalien“ genannt, weil sie sich in der Natur kaum abbauen und sich in Böden sowie im Grundwasser anreichern. Ziel ist es, mit der Behandlung von PFAS und ähnlichen Mikroschadstoffen bis 2030 rund 1 Mrd. EUR Umsatz zu erzielen. Auch beim Thema Klimaschutz ist Veolia aktiv, wenn auch noch in einer früheren Ausbaustufe als WM: An mehreren Müllverbrennungsanlagen erprobt der Konzern Technologien zur CO₂-Abscheidung aus Rauchgas, etwa in Sheffield (Großbritannien) und im französischen Le Mans. Wird der biogene Anteil dieses Kohlendioxids anschließend dauerhaft im Untergrund gespeichert, lassen sich daraus CDR-Zertifikate (Carbon Dioxide Removal) generieren – Gutschriften für tatsächlich der Atmosphäre entzogenes CO₂, die sich ebenfalls vermarkten lassen. Parallel hat sich das Unternehmen mit Sitz in Paris das Ziel gesetzt, bis 2032 rund 80 % des an eigenen Deponien entstehenden Methans einzufangen. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um 1,5 % auf 22,2 Mrd. EUR, der Nettogewinn legte um 10,4 % auf 837 Mio. EUR zu. Der Jahresausblick wurde leicht angehoben.

    Zwar hat Veolia keinen prominenten Milliardär vom Schlag eines Bill Gates an Bord, aber durchaus bedeutende Großaktionäre: Die französische Staatsbank Caisse des Dépôts et Consignations hält zusammen mit ihrer Tochter CNP Assurances 4,7 % der Anteile, der norwegische Staatsfonds ist mit einer kleineren, aber sichtbaren Position beteiligt. Beide unterstreichen den Charakter von Veolia als strategische, ESG-konforme Beteiligung für langfristig orientierte, öffentliche Kapitalgeber. Dafür steht auch das Management um Konzernchefin Estelle Brachlianoff, die das Unternehmen seit 2022 leitet. Seit 2024 steht ihr mit Emmanuelle Menning als stellvertretende Generaldirektorin für Finanzen (CFO) eine ebenfalls hochkompetente Managerin zur Seite.

    Zefiro: Der kleine Herausforderer mit großem Auftrag

    Zwei Frauen an der Spitze eines Umweltkonzerns – ein Muster, das sich auch bei Zefiro Methane wiederfindet. Hier führt CEO Catherine Flax, ehemals im Rohstoff- und Devisengeschäft von BNP Paribas und J.P. Morgan Chase tätig, die Geschäfte. Über die Finanzen wacht seit Juni 2026 Correne Loeffler, die diese Rolle zuvor bereits bei mehreren börsennotierten Energieunternehmen innehatte. Mit einem Börsenwert von umgerechnet 34,3 Mio. EUR und einem Kurs von 0,44 USD (an deutschen Handelsplätzen 0,38 EUR) ist das kanadische Unternehmen im Vergleich mit den beiden Großkonzernen ein Zwerg, aber einer, der es in sich hat.

    Zefiros Nische ist das Verschließen verwaister Öl- und Gasbohrlöcher, aus denen unkontrolliert Methan entweicht. Über die operative US-Tochter Plants & Goodwin arbeitet sich Zefiro durch Bohrlöcher in Ohio, Pennsylvania, West Virginia und zuletzt auch Oklahoma und Louisiana, finanziert unter anderem durch Bundesmittel aus dem Infrastructure Investment and Jobs Act, der insgesamt 4,7 Mrd. USD für die Sanierung solcher Altlasten zur Verfügung stellt. Während WM und Veolia weltbekannte Großaktionäre im Rücken haben, braucht Zefiro vor allem eines: Aufmerksamkeit. Daher hat das Management kürzlich die Dokumentation „The Hazard Below“, produzieren lassen. Der Film, mit Stimmen von Experten des Environmental Defense Fund und des Ohio River Valley Institute, soll die US-Öffentlichkeit für das Problem verwaister Bohrlöcher sensibilisieren – und nebenbei den Bekanntheitsgrad von Zefiro bzw. Plants & Goodwin erhöhen. Hier ist die 25-minütige Doku als YouTube-Video abrufbar:

    https://youtu.be/3MrjCUk5_QU

    Eine Stiftung ist im Fall Zefiro zwar nicht Großaktionärin, dafür aber Auftraggeberin: Seit Mitte Juli kooperiert das Unternehmen mit der Well Done Foundation des ehemaligen Ölmanagers Curtis Shuck, die sich das sichere Verschließen von Methanschleudern zur Aufgabe gemacht hat. Das eröffnet Zefiro respektive Plants & Goodwin weiteres Wachstumspotenzial, wobei dieses auch ohne Stiftungsaufträge nahezu unbegrenzt wäre: Millionen von unverschlossenen, verwaisten Bohrlöchern (englisch „Orphan Wells“) steht nur eine Handvoll Spezialfirmen gegenüber, die dem ausströmenden Klimakiller Einhalt gebieten können.

    Wie WM und Veolia baut auch Zefiro mit dem Verkauf von Carbon Credits ein zunehmend wichtigeres zweites Standbein auf: Als erstes Unternehmen überhaupt konnte Zefiro Emissionszertifikate nach der eigens entwickelten „Orphan Well“-Methodik der American Carbon Registry erfolgreich vermarkten – zertifizierte Gutschriften also, die aus der nachweislich vermiedenen Methanemission eines geschlossenen Bohrlochs entstehen und sich an Unternehmen verkaufen lassen, die ihre eigene CO₂-Bilanz verbessern wollen. Allein in der ersten Hälfte des abgelaufenen Geschäftsjahres verkaufte Zefiro bereits rund 93.000 t CO₂-Äquivalent an vier verschiedene Abnehmer. Perspektivisch soll der margenstarke Zertifikatehandel neben dem eigentlichen Sanierungsgeschäft zu einem eigenständigen Erlöstreiber werden.

    Drei Antworten auf dieselbe Frage

    Ob Deponie-Methan in Colorado, CO₂-Abscheidung in Europa oder Bohrlöcher in Oklahoma – die Aufgabe ist überall dieselbe: Umweltschäden beseitigen, die andere verursacht haben, und daraus zunehmend auch ein zweites Geschäft mit Emissionsgutschriften aufbauen. Nur die Dimensionen unterscheiden sich um den Faktor Tausend, was für Anleger eine Chance sein kann. Während WM und Veolia seit Jahrzehnten Solidität ausstrahlen und vor allem als zuverlässige Dividendenzahler glänzen, steht Zefiro noch ganz am Anfang einer Wachstumsstory, die immer stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rückt. Die Kursziele der Analysten für WM liegen im Mittel bei etwa 260 USD, was bei einer aktuellen Notiz von 224 USD einem Potenzial von 16 % entspricht. Bei Veolia taxieren die Experten den fairen Wert der Aktie im Durchschnitt auf etwas über 40 EUR, was ein Aufwärtspotenzial von rund 20 % suggeriert. Das Papier ist zudem wegen der attraktiven Dividendenrendite interessant, die mit für dieses Jahr geschätzten 4,8 % fast dreimal so hoch ist wie die von WM.

    Zefiro Methane ist von einer Dividende noch ein gutes Stück entfernt. Das Unternehmen befindet sich in einer Phase, in der Wachstumsinvestitionen wichtiger sind als Mittelrückflüsse an die Aktionäre. Gleichwohl stehen die Kanadier an der Schwelle zur Gewinnzone. Die Analysten von GBC Research rechnen für das am 30. Juni angelaufene Geschäftsjahr 2026/27 mit einem positiven Nettoergebnis von 0,04 USD je Aktie, woraus sich ein moderates Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 11 errechnet. Das ist nicht nur per se für einen aufstrebenden Schlüsselspieler im Umweltsegment extrem günstig, sondern eben auch im Vergleich zu Veolia (KGV 14) oder gar WM (27). Die GBC-Analysten setzen deshalb ein Kursziel von 1,50 USD, was einem Gewinnpotenzial von mehr als 200 % entspricht.


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    Der Autor

    Jens Castner

    Der gebürtige Nürnberger ist seit mehr als 30 Jahren im Finanzjournalismus und am Kapitalmarkt aktiv, zuletzt als Chefredakteur von Börse Online. Seit April 2026 ist er selbstständig tätig, um sich voll und ganz seiner großen Leidenschaft zu widmen: der Identifikation unterbewerteter Aktien, mit besonderem Fokus auf das Nebenwertesegment.

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