14.10.2026 | 05:38
Nel ASA, Plug Power und dynaCERT: Wer schafft beim Wasserstoff den Durchbruch? Es gibt interessante Neuigkeiten!
Soll der Wasserstoff-Sektor jetzt die Wende schaffen oder verbrennen Anleger hier weiter ihr Erspartes? Während Branchengrößen wie Nel ASA oder Plug Power mit schwebenden Großaufträgen und offenen Ergebnisfragen kämpfen, rückt eine oft übersehene Aktie mit handfesten Fortschritten in den Fokus. Wir schauen uns 3 Unternehmen an und analysieren, welche dieser 3 Aktien outperformen könnte!
Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Matthias Schomber
ISIN: dynaCERT Inc | CA26780A1084
Der Autor
Matthias Schomber
Aufgewachsen im hessischen Gießen, entdeckte Matthias Schomber schon in den frühen 1990er Jahren seine Leidenschaft für die Finanzmärkte – in einer Zeit, als der Börsenhandel noch eher ein Metier für echte, eingefleischte Börsianer war. Er arbeitete dort nach seiner Banklehre für ein Privatbankhaus und erlebte auf dem Frankfurter Börsenparkett live und hautnah den Aufstieg und Fall des Neuen Marktes mit und zog daraus Lektionen, die bis heute sein Denken als Trader, Autor und Handelssystementwickler prägen.
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Nel ASA: Neue Aufträge in der Tasche, aber wo bleibt der Ertrag?
Nel ASA steht kurz vor der Präsentation der neuesten Zahlen zum dritten Quartal 2026, doch die Stimmung unter Anlegern bleibt spürbar angespannt. Die Aktie verharrt mit aktuell 0,20 EUR zwar nicht unmittelbar, dennoch nahe ihrem Jahrestief von 0,17 EUR und spiegelt deutlich die Skepsis des Marktes wider. Selbst die positive Nachricht über Aufträge von Collins Aerospace über rund 20 Mio. USD für die Ausrüstung von U-Booten der US Navy sowie weiterer internationaler Streitkräfte konnte keine nachhaltige Kurserholung einleiten. Der Grund dafür ist denkbar einfach, denn diese Aufträge werden zwar im laufenden Jahr erfasst, führen aber erst in den Jahren 2027 und 2028 zu tatsächlichen Auslieferungen und Umsätzen.
Das große und grundlegende Problem der Norweger liegt in der fehlenden Sichtbarkeit eines klaren Weges zur Profitabilität. Während der Auftragsbestand im PEM-Bereich gut aussieht, drücken Überkapazitäten im gesamten Markt für Elektrolyseure auf die Preise. Analysten zeigten sich zuletzt gewohnt kritisch und reduzierten ihre Kursziele, da ohne eine operative Trendwende sogar künftiger Kapitalbedarf droht. Wenn Nel ASA am 15. Oktober 2026 die Bücher öffnet, müssen das Management und die Zahlen zeigen, dass aus Ankündigungen endlich rentables Wachstum entstehen kann.
Charttechnisch sieht es so aus, dass die Aktie nach oben ausbrechen könnte, wenn es gelingt, die Marke bei 0,23 EUR zu überwinden. Besser wäre es, noch über 0,25 EUR zu klettern. Dann geriete auch wieder die Region bei 0,35 – 0,40 EUR in den Blickpunkt. Allerdings würde sich das ganze Szenario eintrüben, wenn der Kurs unter 0,17 EUR fällt.
Plug Power: Viel Symbolik, aber die Freigabe lässt auf sich warten
Ähnlich ernüchternd wie bei Nel präsentiert sich das Bild beim US-Pionier Plug Power. Zuletzt versuchte das Management mit einem optisch überarbeiteten Internetauftritt Zuversicht zu stiften, doch an den Börsen zählen längst nur noch harte Fakten und keine aufgehübschten Seiten. Die Aktie geriet zuletzt wieder ebenfalls spürbar unter Druck und notiert nach einem Jahresverlust von über 50 % nur noch knapp über ihrem 52-Wochen-Tief von 1,41 EUR. Der geplante Rücktritt von Chief Operating Officer Dean C. Fullerton zum 23. Oktober 2026 bringt zusätzliche Unruhe in eine ohnehin schon sensible Phase, die geprägt ist von Nervosität.
Zwar konnte das Unternehmen eine Rahmenvereinbarung über 280 Megawatt an GenEco-Elektrolyseuren für das dänische Projekt ENDOR mit Arcadia eFuels vermelden, doch der Haken liegt, wenn man es sich genauer betrachtet, wie so oft im Detail. Die tatsächliche Auslieferung erfolgt erst nach einer formellen Ausführungsanweisung, auf die der Markt nach wie vor wartet. Solange die finale Investitionsentscheidung aussteht, bleibt auch die theoretische Pipeline von über einem Gigawatt eine unverbindliche Absichtserklärung ohne Erlösgarantie. Investoren verlangen nach handfesten Umsatzerlösen, bevor sie dem Wert wieder mehr Vertrauen schenken.
Charttechnisch sieht die Aktie so aus, als ob es weiter nach unten läuft. Eventuell geht es in Richtung 1,30 EUR. Hoffnung dürfte erst wieder aufkommen, wenn die Aktie über 1,70 EUR steigt. Davon ist sie derzeit aber noch recht weit weg.
dynaCERT: Leise Fortschritte und eine spannende Keilformation
Ganz ohne das laute Trommeln der großen Wasserstoff-Unternehmen wie Nel oder Plug arbeitet sich dynaCERT Schritt für Schritt nach vorne. Das kanadische Cleantech-Unternehmen setzt auf seine patentierte HydraGEN™-Technologie, die Wasserstoff und Sauerstoff direkt bei Bedarf mittels Elektrolyse aus destilliertem Wasser erzeugt. Die Gase werden in die Luftansaugung bestehender Dieselmotoren geleitet, was die Verbrennung beschleunigt, den Treibstoffverbrauch senkt und den CO2-Ausstoß reduziert. Das System erfordert keine Speicherung von Wasserstoff an Bord und lässt sich flexibel nachrüsten. Ergänzt wird das Angebot durch die HydraLytica™-Telematikplattform, die CO2-Einsparungen präzise erfasst und mittelfristig den Zugang zum Markt für CO2-Zertifikate ermöglichen soll.
Operativ verzeichnet dynaCERT kontinuierliche Fortschritte auf dem europäischen Markt. Über den Partner IPMD wurden nach dem Auftritt auf einer Fachmesse wichtige Kontakte geknüpft. Zudem plant das Unternehmen (unter Vorbehalt der TSX-Zustimmung), seine im Oktober 2024 ausgegebene und im Oktober 2025 erstmals verlängerte, wandelbare Schuldverschreibung über 1,00 Mio. CAD, bis zum 9. Oktober 2027 zu verlängern.
Charttechnisch ist der Kurs aktuell bei 0,09 CAD noch in einer Keilformation gefangen, könnte aber bei einem Ausbruch über 0,12 CAD rasch Dynamik in Richtung 0,15 CAD bis 0,20 CAD entwickeln. Die Aktie bietet, wenn sie wohl einmal „losgelassen“ ist, enormes Potenzial, denn auch bei 0,20 CAD muss noch lange nicht Schluss sein.

Über 0,12 CAD sollte der Ausbruch geglückt sein! Dann könnte es dynamisch weiter nach oben laufen!
Fazit:
Nel ASA muss beim anstehenden Quartalsbericht zeigen, dass aus den gewonnenen Marine-Aufträgen auch zeitnah rentable Gewinne erwirtschaftet werden können. Plug Power bleibt vorerst ein spekulatives Pflaster, da verbindliche Baufreigaben für die angekündigten Großprojekte fehlen. dynaCERT präsentiert sich im Vergleich dazu mit einer praxisnahen Nachrüst-Technologie und Vertriebsfortschritten in einem noch abwartenden, aber durchaus aussichtsreichen Ausgangsszenario.
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