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09.09.2026 | 05:00

Desert Gold, Barrick Mining und Newmont - drei interessante Gewinneraktien für die nächste Goldrally

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Bildquelle: Pixabay

Gold ist zurück über der Marke von 4.400 USD. Nachdem die Feinunze Ende Juni zeitweise weniger als 4.000 USD gekostet hatte, hat sich das Edelmetall deutlich erholt. Zwar sorgen die amerikanischen Zinserwartungen weiter für Gegenwind. Für viele Goldunternehmen reicht aber schon das erreichte Preisniveau, um kräftig zu verdienen. Besonders spannend wird es dort, wo zum Rückenwind vom Goldmarkt ein eigener Kurstreiber kommt. Desert Gold arbeitet am Sprung in die Produktion, Barrick bereitet einen Börsengang vor und Newmont verwandelt hohe Verkaufspreise in Milliardenüberschüsse. Drei Aktien für den nächsten Goldboom – mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen.

Lesezeit: ca. 6 Min. | Autor: Lars Winter
ISIN: DESERT GOLD VENTURES | CA25039N4084 | TSXV: DAU , OTCQB: DAUGF , BARRICK MINING CORPORATION | CA06849F1080 | NYSE: B , TSX: ABX , NEWMONT CORP. DL 1_60 | US6516391066

Inhaltsverzeichnis:


     

    Der Autor

    Lars Winter

    Der gebürtige Nordhesse blickt auf eine über 25-jährige Laufbahn im Finanzjournalismus und aktiven Portfoliomanagement zurück und gilt als ausgewiesener Experte für deutsche Nebenwerte und Special Situations.

    Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Göttingen mit Schwerpunkt im Bank- und Kapitalmarktrecht startete er zur Jahrtausendwende seine Karriere in der Frankfurter Finanzszene. Als Börsen- und Wirtschaftsjournalist schrieb der passionierte Hobbygolfer für führende Börsenbriefe, Finanzzeitungen und Wirtschaftsmagazine wie die Platow Börse, Capital Depesche, BÖRSE ONLINE, Capital und die Financial Times Deutschland.

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    Desert Gold: Die erste Unze könnte vieles verändern

    Desert Gold Ventures will mit einer kleinen Anlage den Einstieg in die Förderung schaffen. Das Herzstück ist das 440 Quadratkilometer große SMSZ-Projekt im Westen Malis. Es erstreckt sich über 38 Kilometer entlang der Senegal-Mali-Scherzone, einer bedeutenden Goldstruktur. In der Region fördern bereits B2Gold, Barrick Mining und Allied Gold. Desert Gold arbeitet damit in einem etablierten Goldrevier.

    Die ausgewiesene Ressourcenbasis umfasst 336.800 Unzen in den Kategorien gemessen und angezeigt sowie weitere 879.900 Unzen in der geologisch weniger gesicherten Kategorie abgeleitet. Dazu kommen mehr als 20 entdeckte Goldzonen. Damit bietet das Areal reichlich Ansatzpunkte für weitere Bohrungen. Entscheidend bleibt, wie viel davon wirtschaftlich gewonnen werden kann.

    An der Börse rückt jedoch die geplante Produktion in Barani East in den Blick. Desert Gold startet mit einer Schwerkraftanlage, die zunächst 200 Tonnen Erz pro Tag verarbeiten soll. Die technische Abnahme samt Ersatzteilen und eines Generators mit 650 Kilovoltampere erfolgte im Frühjahr in China. Ende April wurden sechs Container verschifft. Parallel ließ das Unternehmen rund 52.000 Quadratmeter Fläche räumen, Fundamente vorbereiten und Wasserbohrungen anstoßen.

    Finanziert werden die ersten Schritte aus einer im Februar abgeschlossenen Kapitalerhöhung über brutto 7,18 Mio. CAD. Das Geld ist für die Inbetriebnahme sowie Bohrungen in Mali und der Elfenbeinküste vorgesehen.

    Die Wirtschaftlichkeitsstudie für Barani und Gourbassi kalkuliert bei 2.850 USD je Unze mit einem Kapitalwert nach Steuern von 61 Mio. USD und einer internen Rendite (IRR) von 57 %. Vorgesehen sind 113.100 Unzen förderbares Gold über zehn Jahre, bei nachhaltigen Gesamtkosten von 1.137 USD je Unze. Der anfängliche Kapitalbedarf liegt bei 20,4 Mio. USD. Bei einem Goldpreis von 4.070 USD stiegen Kapitalwert und IRR bereits auf 124 Mio. USD und 101 %. Zum Vergleich: Aktuell kostet Gold über 4.400 USD je Unze.

    Diese Modellrechnung ist aber noch kein Gewinnversprechen. Die Studie ist eine PEA, also eine frühe Wirtschaftlichkeitsanalyse, und bezieht auch geologisch weniger gesicherte abgeleitete Ressourcen ein. Mineralreserven hat Desert Gold bislang nicht definiert. Die kleine Anlage soll zunächst zeigen, wie sich Erz, Ausbeute, Kosten und Logistik im laufenden Betrieb tatsächlich verhalten. Erst wenn dieser Praxistest gelingt, gewinnt der geplante Ausbau an Glaubwürdigkeit.

    Auch beim Zeitplan ist nun ein belastbares Update nötig. Das Unternehmen hatte die Inbetriebnahme zuletzt für den 19. Juli 2026 avisiert. Dieser Termin ist verstrichen, ohne dass Desert Gold bislang den Start oder eine Verzögerung gemeldet hat. Parallel läuft die Suche nach zusätzlichem Erz. Im April startete ein Bohrprogramm über 4.250 Meter mit 46 Bohrlöchern auf fünf Zielgebieten. Weitere oberflächennahe Vorkommen nahe der Aufbereitung wären wegen kurzer Transportwege besonders interessant. Eine erfolgreiche Inbetriebnahme und gute Bohrresultate könnten eine Neubewertung auslösen.

    Mit dem 297 Quadratkilometer großen Tiegba-Projekt in der Elfenbeinküste besitzt Desert Gold außerdem eine weitere Explorationsoption, die sich zwar noch in einer frühen Projektphase befindet, durch die sich das politische Risiko aber künftig auf zwei Länder verteilt. Kurzfristig entscheidet sich die Geschichte aber in Barani.

    Ein interessantes Interview mit Firmenchef Jared Scharf zur geplanten Goldproduktion von Desert Gold Ventures im laufenden Jahr finden Sie hier:
    https://youtu.be/jyg8VQLuS8U

    Beim jüngsten Kurs von 0,11 CAD bringt Desert Gold rund 40 Mio. CAD auf die Börsenwaage. Der Augsburger Finanzdienstleister GBC Research taxiert das Kursziel auf 0,93 CAD, was im Vergleich zum aktuellen Kurs einem Aufpreis von 750 % entspricht. Die hohe Differenz beruht auf einer Sum-of-the-Parts-Bewertung und der Annahme, dass der Produktionsaufbau gelingt. Das Potenzial ist riesig, allerdings stehen diesem auch hohe Bau-, Metallurgie- und Finanzierungsrisiken sowie der schwierige Standort Mali gegenüber.

    Unter dem Strich bleibt Desert Gold eine spekulative Goldaktie mit außergewöhnlich hohem Hebel. Der Sprung vom Explorer zum Produzenten wäre der Türöffner für eine deutlich höhere Bewertung. Zuvor muss das Unternehmen aber nachweisen, dass die Anlage angekommen ist, läuft und tatsächlich Gold produziert. Für risikobereite Anleger ist die Aktie eine interessante Beimischung.

    Barrick Mining: Goldboom trifft Börsengang

    Wer es bei seinen Investments in die Goldbranche etwas konservativer gestalten möchte, sollte sich die Aktie von Barrick Mining näher anschauen. Dort kommt zum Goldpreis gerade eine handfeste Sondersituation dazu. Der Rohstoffkonzern will sein nordamerikanisches Goldgeschäft bis Jahresende separat an die Börse bringen. Joint-Venture-Partner Newmont hat dem Vorhaben bereits zugestimmt. Eine eigenständige Bewertung der dortigen Vermögenswerte könnte bislang verdeckte Werte sichtbar machen. Ob daraus tatsächlich ein Aufschlag entsteht, hängt allerdings von Struktur und Konditionen des Börsengangs ab.

    Operativ läuft es ebenfalls besser. Im zweiten Quartal stieg die Goldproduktion gegenüber dem Vorquartal um 11 % auf 796.000 Unzen und übertraf die eigene Planung. Dazu trug der schneller als erwartet verlaufende Wiederanlauf von Loulo-Gounkoto in Mali bei. Das verbindet Barrick geografisch mit Desert Gold und unterstreicht zugleich die Bedeutung eines verlässlichen Betriebs vor Ort.

    Der Umsatz legte gegenüber dem Vorjahr um 44 % auf 5,29 Mrd. USD zu, der Nettogewinn um 50 % auf 1,22 Mrd. USD. Bereinigt verdiente Barrick 0,82 USD je Aktie. Allerdings stiegen die nachhaltigen Gesamtkosten um 11 % auf 1.866 USD je Unze. Der anteilige freie Cashflow sank auf 141 Mio. USD. Höhere Goldpreise garantieren also keineswegs überall steigende Überschüsse.

    Aktienrückkäufe über 1,2 Mrd. USD im Quartal und eine deklarierte Dividende von 0,175 USD je Aktie runden die Geschichte ab. Barrick bietet laufende Erträge und zusätzliche Fantasie durch den Konzernumbau. Analysten bleiben dennoch ausgesprochen optimistisch: Aktuell raten 13 Banken und Researchhäuser zum Kauf, lediglich 3 Analysten vergeben Halte-Voten. Verkaufsempfehlungen gibt es derzeit nicht. Das mittlere Kursziel von knapp 77 CAD eröffnet rund 23 % Potenzial. Für konservativere Langfristanleger im Goldbereich bleibt die Aktie als Beimischung interessant.

    Newmont: Milliarden für die Aktionäre

    Newmont liefert das Gegenstück zur spekulativen Entwicklungsstory von Desert Gold: große Fördermengen, kräftige Mittelzuflüsse und eine komfortable Bilanz. Im zweiten Quartal produzierte der Konzern rund 1,3 Mio. Unzen Gold. Für das Gesamtjahr bleibt die Planung bei 5,3 Mio. Unzen.

    Durchschnittlich erlöste Newmont 4.414 USD je Unze. Die nachhaltigen Gesamtkosten nach Anrechnung der Nebenprodukterlöse lagen bei 1.621 USD. Der bereinigte Nettogewinn erreichte rund 2,2 Mrd. USD beziehungsweise 2,10 USD je Aktie. Nach Investitionen blieb ein freier Cashflow von ebenfalls rund 2,2 Mrd. USD. Ende Juni verfügte Newmont über 3,4 Mrd. USD Nettoliquidität.

    Die Aktionäre werden beteiligt: Seit der Ergebnispräsentation im April bis zur Veröffentlichung der Juli-Zahlen flossen 1,9 Mrd. USD in Rückkäufe und Dividenden. Dieser Zeitraum umfasst auch Aktienkäufe im Juli. Die für das zweite Quartal erklärte Dividende beträgt 0,26 USD je Aktie.

    Trotzdem ist Newmont kein Selbstläufer. Gegenüber dem ersten Quartal sank der freie Cashflow um 30 %. Niedrigere Verkaufspreise und höhere Investitionen hinterließen Spuren. Auch gestiegene Dieselpreise und Abgaben belasten. Die Zahlen zeigen damit beides: enorme Ertragskraft auf dem erreichten Goldpreisniveau und die Empfindlichkeit gegenüber Kostensteigerungen.

    Auch bei Newmont ist die Analysten-Gilde sehr zuversichtlich: 24 Banken und Researchhäuser empfehlen die Aktie zum Kauf, lediglich drei Institute stufen sie mit „Halten“ ein. Verkaufsempfehlungen gibt es wie bei Barrick Mining momentan keine. Das durchschnittliche Kursziel von knapp 134 USD signalisiert aktuell aber nur noch wenig Aufwärtspotenzial von rund 5 %. Kursrücksetzer an schwachen Tagen bleiben eine Option für interessierte Neueinsteiger, die das Goldthema über einen etablierten Produzenten als Depotergänzung abbilden wollen.

    Fazit: Drei Hebel auf den Goldpreis

    Der Goldpreis schafft für alle drei gute Voraussetzungen. Der Hotstock Desert Gold bietet die spekulative Chance auf eine Neubewertung und hohe Kursgewinne, sobald aus Entwicklungsplänen ein verlässlicher Betrieb wird. Der Wert ist im vorgestellten Trio allerdings auch die riskanteste Variante. Dort entscheidet nun vor allem der Fortschritt in Barani darüber, ob die Aktie daraus Kapital schlagen kann. Barrick verbindet steigende Gewinne mit der Aussicht auf einen Börsengang seines nordamerikanischen Goldgeschäfts. Der Titel ist deutlich konservativer, die Kurschancen dafür deutlich geringer. Ähnlich sind die Parameter bei Newmont. Das Unternehmen liefert hohe freie Mittelzuflüsse und umfangreiche Kapitalrückgaben, das Kurspotenzial ist aber begrenzt.


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    Lars Winter

    Der gebürtige Nordhesse blickt auf eine über 25-jährige Laufbahn im Finanzjournalismus und aktiven Portfoliomanagement zurück und gilt als ausgewiesener Experte für deutsche Nebenwerte und Special Situations.

    Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Göttingen mit Schwerpunkt im Bank- und Kapitalmarktrecht startete er zur Jahrtausendwende seine Karriere in der Frankfurter Finanzszene. Als Börsen- und Wirtschaftsjournalist schrieb der passionierte Hobbygolfer für führende Börsenbriefe, Finanzzeitungen und Wirtschaftsmagazine wie die Platow Börse, Capital Depesche, BÖRSE ONLINE, Capital und die Financial Times Deutschland.

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