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02.10.2026 | 05:00

Drei aussichtsreiche Aktien im Check: dynaCERT erhöht den Vertriebsdruck, Bechtle und MLP verbreiten Zuversicht auf der Wiesn

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Bildquelle: dynaCERT

dynaCERT will den Diesel effizienter machen und erste Erfolge in Vietnam in ein größeres Geschäft verwandeln. Bechtle hat die Jahresprognose angehoben, MLP überzeugt mit einem Gewinnsprung. Die beiden deutschen Unternehmen präsentierten jüngst auf der Baader-Wiesn-Konferenz in München und zeigten sich zuversichtlich vor Investoren. Drei spannende Aktien, bei denen neue Projekte, volle Auftragsbücher und die Aussicht auf höhere Erträge für Kursfantasie sorgen. Unser Aktien-Check:

Lesezeit: ca. 6 Min. | Autor: Lars Winter
ISIN: DYNACERT INC. | CA26780A1084 | TSX: DYA , OTCQB: DYFSF , MLP SE INH. O.N. | DE0006569908 , BECHTLE AG O.N. | DE0005158703

Inhaltsverzeichnis:


     

    Der Autor

    Lars Winter

    Der gebürtige Nordhesse blickt auf eine über 25-jährige Laufbahn im Finanzjournalismus und aktiven Portfoliomanagement zurück und gilt als ausgewiesener Experte für deutsche Nebenwerte und Special Situations.

    Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Göttingen mit Schwerpunkt im Bank- und Kapitalmarktrecht startete er zur Jahrtausendwende seine Karriere in der Frankfurter Finanzszene. Als Börsen- und Wirtschaftsjournalist schrieb der passionierte Hobbygolfer für führende Börsenbriefe, Finanzzeitungen und Wirtschaftsmagazine wie die Platow Börse, Capital Depesche, BÖRSE ONLINE, Capital und die Financial Times Deutschland.

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    dynaCERT: Vietnam soll den Durchbruch bringen

    Diesel-Lkw, Baumaschinen, Hafenfahrzeuge und Generatoren werden vielerorts noch lange gebraucht. Ihr Austausch kostet viel Geld, Ladeinfrastruktur steht längst nicht überall bereit. Genau hier setzt dynaCERT an. Die Kanadier wollen vorhandene Motoren effizienter machen und Flottenbetreibern helfen, Kraftstoffkosten und Emissionen zu senken. Der große Bestand an Maschinen eröffnet einen attraktiven Markt für Nachrüstungen.

    Das Herzstück ist HydraGEN. Das System erzeugt während des Betriebs per Elektrolyse Wasserstoff und Sauerstoff und führt die Gase über die Ansaugluft dem Motor zu. Das soll die Verbrennung verbessern und den Dieselverbrauch reduzieren. Gerade bei hohen Laufleistungen können Einsparungen erheblich ins Gewicht fallen. Entscheidend ist, dass der Nutzen im jeweiligen Einsatz die Anschaffungs- und Betriebskosten überzeugend übersteigt.

    Ein Fundament ist die bereits erteilte Allgemeine Betriebserlaubnis des Kraftfahrt-Bundesamts. Hinzu kommt die von Verra anerkannte Methodik zur Erfassung von Effizienzverbesserungen bei Fahrzeugflotten. HydraLytica soll Verbrauchsdaten erfassen und vermiedene Emissionen berechnen. Daraus könnte ein zusätzliches Geschäft mit CO₂-Gutschriften entstehen. Bis tatsächlich Zertifikatserlöse fließen, sind allerdings weitere Schritte nötig.

    Operativ richtet sich der Blick nach Vietnam. Im Juni meldete dynaCERT nach erfolgreichen Pilotversuchen einen ersten Serienauftrag eines Transport- und Logistikunternehmens. Zudem wurden HydraGEN-Systeme auf Lkw und Containerumschlaggeräten eines internationalen Hafenbetreibers installiert. Stückzahl und Wert der Serienbestellung blieben offen. Dennoch ist der Schritt relevant: Aus einem Test wurde ein zahlender Kunde – eine erste Hürde auf dem Weg zu größeren Flottenaufträgen ist genommen.

    Am 6. August folgte ein Update. Bei einem Abfall- und Recyclingunternehmen im Raum Hanoi waren die Vorbereitungen für einen weiteren Lkw-Piloten abgeschlossen. Ein vietnamesischer Öl- und Gaskonzern hatte Feuerwehrfahrzeuge, Gabelstapler und Mobilkrane für Tests ausgewählt. Eine verbesserte Telematiklösung soll zudem Motordaten der ausgerüsteten Hafenfahrzeuge an HydraLytica übermitteln und Vergleichswerte für Verbrauch und Emissionen liefern. Den Start mehrerer Pilotanlagen stellte das Management für das dritte Quartal in Aussicht.

    Bewährt sich HydraGEN im Alltag, könnten die Referenzen weitere Kunden überzeugen. Gespräche laufen laut Unternehmen auch in Kambodscha, Indonesien und Japan. Das sind noch keine Bestellungen. Rüsten Betreiber ihre Flotten schrittweise nach, könnte Vietnam jedoch zum Ausgangspunkt einer breiteren Expansion werden. Darin steckt für Anleger ein erheblicher Hebel.

    CEO Kevin Unrath erhöht den Vertriebsdruck. Am 18. August kündigte dynaCERT ein internationales Programm für Kundengespräche und Vertriebspartner an. Beim 24-Stunden-Lkw-Rennen in Le Mans Ende September präsentierte dynaCERT gemeinsam mit dem französischen Vertriebspartner IPMD und dem Dakar-Team NRS mit HydraGEN ausgerüstete Rallye-Trucks. Gleichzeitig will das Unternehmen die Abhängigkeit vom reinen Logistikmarkt auf der Straße verringern. Auf der Breakbulk Americas in Houston war dynaCERT im September ebenfalls vertreten. Für Oktober ist die TOC Americas in Kolumbien vorgesehen, für November die Breakbulk Asia in Singapur. Daraus müssen Aufträge mit nachvollziehbarem Volumen entstehen.

    Die Zahlen zeigen derzeit, wie früh dynaCERT noch in der Vermarktung steht. Im zweiten Quartal 2026 stiegen die Erlöse auf rund 169.000 CAD nach knapp 56.000 CAD im Vorjahreszeitraum. Im ersten Halbjahr lagen sie mit rund 207.000 CAD aber unter den gut 355.000 CAD des Vorjahres. Dem standen ein Nettoverlust von 3,81 Mio. CAD und ein operativer Mittelabfluss von 3,61 Mio. CAD gegenüber.

    Spielraum schuf Ende Juni eine Finanzierung über 5 Mio. CAD: wandelbare Schuldverschreibungen mit zweijähriger Laufzeit und 6 % Verzinsung, ergänzt um Optionsscheine. Zum Halbjahresende verfügte dynaCERT über 5,05 Mio. CAD liquide Mittel. Das hilft beim Ausbau des Geschäfts. Zinsen belasten allerdings.

    Die Aktie bleibt eine spekulative Wette auf den kommerziellen Durchbruch. Technologie, Zulassung und erste Kundenprojekte bilden die Grundlage. Größere Folgeaufträge aus Vietnam wären jetzt ein starkes Signal. Gelingt der Übergang zu einem wiederholbaren Geschäft, könnte dynaCERT an der Börse neu bewertet werden. Aktuell notiert die Aktie bei 0,10 CAD (0,06 EUR). Analysten des Augsburger Finanzdienstleisters GBC Research taxieren das Kursziel auf 0,75 CAD bzw. 0,48 EUR und sehen damit ein Gewinnpotenzial von über 700 %.

    Aus Anlegersicht sollte deshalb der 7. Oktober ein Pflichteintrag im Kalender sein. An diesem Tag tritt Vorstandschef Kevin Unrath beim 20. International Investment Forum (IIF) auf, einer virtuellen Investorenveranstaltung, die auch Privatanlegern offensteht. Auf dem IIF könnten vielleicht auch Informationen zu dynaCERT zur Sprache kommen, die der Markt noch nicht wahrgenommen hat. Einen Anmeldelink zur Veranstaltung finden Sie am Ende des Artikels.

    Bechtle: Volle Auftragsbücher und höhere Ziele

    Bei Bechtle gewinnt das Wachstum an Tempo. Im zweiten Quartal stieg der Umsatz um 16,5 % auf 1,7 Mrd. EUR, das Vorsteuerergebnis um 20,1 % auf 80,2 Mio. EUR. Mit 3,5 Mrd. EUR erreichte der Auftragsbestand Ende Juni einen Rekord. Die Nachfrage kommt von Industrie und öffentlicher Hand. Für 2026 erwartet der IT-Dienstleister inzwischen jeweils 5 bis 10 % mehr Umsatz und Vorsteuergewinn; zuvor waren es 0 bis 5 %.

    Auf der Baader Investment Conference, die dieser Tage während der Wiesn in München stattfand und entsprechend gut besucht war, vermittelte Finanzvorstand Christian Jehle Zuversicht. Der Auftragseingang wuchs laut Jehle zuletzt schneller als das Geschäftsvolumen. Vor allem das saisonal wichtige Schlussquartal soll zum Jahresergebnis beitragen. Höhere Preise kann Bechtle nach Aussage des Finanzchefs weiterhin an Kunden weiterreichen.

    Zusätzliche Chancen sieht Jehle in künstlicher Intelligenz: Kunden benötigen Beratung und Unterstützung, intern soll KI Abläufe effizienter machen. Die Margenschwäche 2025 erklärte er mit Investitionen und Integrationskosten nach Übernahmen. Effizienzgewinne und Synergien sollen die Profitabilität zukünftig aber wieder verbessern.

    Auf der Kurs- und Ergebnisschätzbasis des Analystenkonsenses kostet Bechtle rund das 16-Fache des für 2027 erwarteten Gewinns. Das erscheint angesichts der Wachstumsbelebung vertretbar. Verzögerte Kundenprojekte und die Integration der Zukäufe bleiben aber Risiken. Der Rekordbestand bietet jedoch eine gute Grundlage für ein starkes Jahresfinale. Analysten zeigen sich entsprechend zuversichtlich: 12 Kaufempfehlungen stehen einem Halte-Votum und 2 Verkaufshinweisen gegenüber. Mit einem durchschnittlichen Kursziel von knapp 43 EUR sehen die Beobachter rund 25 % Aufwärtspotenzial. Für ein langfristig ausgerichtetes Depot bleibt die Bechtle-Aktie als Beimischung eine Option.

    MLP: Gewinnsprung mit Aussicht auf mehr

    Auch MLP gehörte laut Baader zu den positiven Überraschungen der Münchner Konferenz. Der Finanzdienstleister hat sich in Vermögensmanagement, Vorsorge und Absicherung breit aufgestellt. Im ersten Halbjahr stiegen die Gesamterlöse um 10 % auf 583 Mio. EUR. Das operative Ergebnis EBIT sprang sogar um 41 % auf 60,4 Mio. EUR. Das betreute Vermögen erreichte Ende Juni 68,8 Mrd. EUR und bildet eine wachsende Basis für künftige Erlöse.

    Besonders interessant sind die erfolgsabhängigen Vergütungen der Vermögensverwaltung FERI. Sie können bei guter Wertentwicklung der betreuten Anlagen hohe zusätzliche Ergebnisbeiträge liefern. MLP habe die dafür jährlich eingeplanten rund 8 Mio. EUR bereits im ersten Halbjahr leicht übertroffen, war in München bei Baader zu hören. Bei weiter günstigen Finanzmärkten könnte eine Anhebung der Jahresprognose möglich sein, wurde zu vorgerückter Stunde unter einigen Konferenzteilnehmern auf der Wiesn gemunkelt. Offiziell gilt bislang ein EBIT-Ziel von 100 bis 110 Mio. EUR.

    Bis 2028 will MLP das EBIT auf 140 bis 155 Mio. EUR bei Gesamterlösen von 1,3 bis 1,4 Mrd. EUR steigern. Mehr Geschäft mit Familien- und Firmenkunden sowie der Ausbau der Vermögensverwaltung sollen dabei helfen. Laut aktueller Konsensschätzungen liegt das KGV für 2027 bei rund 12, die erwartete Dividendenrendite für 2026 bei etwa 4,1 %. Das ist eine interessante Kombination aus Wachstum, Bewertung und Ausschüttung.

    Anleger sollten allerdings berücksichtigen, dass erfolgsabhängige Gebühren schwanken und schwächere Kapitalmärkte die Ergebnisdynamik bremsen können. Analysten sind bei MLP zwar durchweg positiv gestimmt. Aktuell gibt es 6 Kaufempfehlungen und keine Halte- oder Verkaufs-Voten. Im Mittel sehen die Experten den fairen Wert aber nur bei knapp 11 EUR und damit lediglich gut 11 % über dem aktuellen Kurs.

    Fazit:

    dynaCERT bietet die größte operative Überraschungschance und den mit Abstand höchsten Kurshebel, verlangt aber im Gegenzug auch die höchste Risikobereitschaft. Bechtle punktet mit einem Rekordauftragsbestand, MLP mit steigenden Erträgen und einer moderaten Bewertung.

    dynaCERT-Chef Kevin Unrath präsentiert am 7. Oktober auf dem International Investment Forum.

    Die Teilnahme an Investorenkonferenzen abseits des Mainstreams kann Informationen zutage fördern, die der breite Markt noch nicht eingepreist hat. Anleger sollten am 7. Oktober bei dynaCERTs Auftritt auf dem International Investment Forum also genau hinhören, wenn CEO Kevin Unrath um 14.30 Uhr deutscher Zeit das Wort ergreift. Hier geht’s zur Anmeldung:

    https://us06web.zoom.us/webinar/register/WN_KxUBth5WSYagM_MwU_P4fw#/registration


    Interessenskonflikt

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    Lars Winter

    Der gebürtige Nordhesse blickt auf eine über 25-jährige Laufbahn im Finanzjournalismus und aktiven Portfoliomanagement zurück und gilt als ausgewiesener Experte für deutsche Nebenwerte und Special Situations.

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