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18.06.2026 | 05:25

Die Akte Lahontan Gold: Wie ein geologisches Detektiv-Team Nevadas schlafenden Riesen weckt

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Bildquelle: Pixabay

Es gibt historische Kriminalfälle, die nie wirklich gelöst wurden. Ein solcher „Cold Case“ ist die Santa-Fe-Goldmine in Nevada. Drei Jahrzehnte lang lag die Akte unbeachtet in der Ablage: zu alt, zu klein, zu uninteressant – bis das geologische Detektiv-Duo Kimberly Ann und Brian Maher von Lahontan Gold die verstaubten Bohrkerne aus der Asservatenkammer holte, um die Beweise neu zu ordnen. Das Ergebnis ihrer Ermittlungen: Millionen von Unzen Goldäquivalent warten auf ihre Entdecker. Die Akte Santa Fe wird gerade neu geschrieben – und wer früh genug hineinliest, könnte zu den Gewinnern gehören.

Lesezeit: ca. 6 Min. | Autor: Jens Castner
ISIN: LAHONTAN GOLD CORP | CA50732M1014 | TSXV: LG , OTCQB: LGCXF

Inhaltsverzeichnis:


    Der Tatort: Eine Mine, die voreilig für leer erklärt wurde

    Weltweit schichten Notenbanken in historischem Ausmaß in Gold um. Wie aus dem aktuellen Jahresbericht der EZB hervorgeht, hat das Edelmetall bei den offiziellen Reserven erstmals den US-Dollar überholt. Gold macht nun 27 % der globalen Zentralbankreserven aus, der Anteil der US-Staatsanleihen sank auf 22 %. Doch nach dem Preisschub zu Jahresbeginn pausiert die Rally aktuell – trotz (oder gerade wegen?) der jüngsten Entspannungssignale im Nahen Osten. Während der Goldpreis nicht mehr vom Fleck kommt, spielt sich abseits der Schlagzeilen ein stiller Ausbruch ab. Die Aktie des kanadischen Bergbau-Explorers Lahontan Gold kletterte im Wochenvergleich von 0,33 auf über 0,40 CAD. Der Grund für diese relative Stärke ist keine reine Spekulation auf den Goldpreis, sondern die Erkenntnis des Marktes, dass hier gerade ein geologischer „Cold Case“ gelöst wird. Ein erfahrenes Führungs- und Geologenteam will beweisen, dass eine vermeintlich längst ausgebeutete Mine in Wahrheit einen unentdeckten Millionenschatz beherbergt. Mit anderen Worten: Zentralbanken kaufen Gold, Lahontan findet es.

    Der Fall der Santa-Fe-Goldmine im Walker-Lane-Trend von Nevada schien seit über drei Jahrzehnten abgeschlossen. Zwischen 1988 und 1994 hatte Corona Gold dort laut historischen Quellen rund 359.000 Unzen Gold und 702.000 Unzen Silber im Tagebau gefördert. Beim damaligen, aus heutiger Sicht fast lächerlichen Goldpreis von gerade einmal 340 USD je Unze lohnte sich jeder tiefere Blick in die Ressourcenkammern schlichtweg nicht. Die Mine wurde geschlossen, die Akte zugeklappt. Die alten Betreiber hinterließen ein lückenhaftes, eindimensionales Modell – weil sie nur nach dem schnellen, offensichtlichen Gold suchten und die Mine voreilig für ausgebeutet erklärten.

    Die Ermittlungen: Der Schatz im eigenen Vorgarten

    30 Jahre später rollt Lahontans Gründer-Duo Kimberly Ann und Brian Maher den Fall mit modernster Technik völlig neu auf. Ihre These: Die einstigen Betreiber haben den sprichwörtlichen Wald vor lauter Bäumen nicht gesehen. Und die aktuellen Daten geben ihnen recht. Die Spürnasen des Duos sind in der Branche bekannt: Bereits vor der Gründung von Lahontan haben Finanzexpertin Ann und Explorationschef Maher mehrfach bewiesen, dass sie geologische Rätsel lösen und Projekte erfolgreich entwickeln können – darunter Prodigy Gold, das später von Argonaut Gold übernommen wurde. Diesmal wollen die Ermittler die Früchte ihrer Arbeit jedoch selbst ernten. Mit ihrer geballten Expertise blicken sie heute auf eine Gesamtressource von stattlichen 1,95 Mio. Unzen Goldäquivalent, die das Hauptprojekt Santa Fe in der Tiefe und den umliegenden Zonen bereithält.

    Das erste erdrückende Beweismaterial findet sich direkt in den alten Kraterwänden (High-Wall) und am Boden des historischen Tagebaus: Dort tritt Oxid-Gold heute offen zutage. Mit einem durchschnittlichen Gehalt von 0,70 g/t Goldäquivalent verfügt Santa Fe über eines der hochkarätigsten verbliebenen Oxid-Vorkommen in ganz Nevada – deutlich über dem Niveau aktiver Minen der Region wie Florida Canyon (0,22 g/t), Pan (0,34 g/t) oder Marigold (0,44 g/t). Was damals liegengelassen wurde, ist beim heutigen Preisniveau im wahrsten Sinne des Wortes eine Goldgrube.

    Die neue Spur: Goldadern, die niemand auf dem Radar hatte

    Ein klassischer Fehler alter Kriminalfälle: Die Ermittler suchten nur dort, wo sie ohnehin ein Verbrechen vermuteten. Das Team von Lahontan hat das Bohrraster radikal erweitert – und prompt neue, massive Goldzonen außerhalb der historisch definierten Ressourcengrenzen entdeckt. Die jüngste Entdeckung hört auf den Namen „Slab West": In vier von fünf Bohrungen stießen die Geologen auf völlig neue Goldmineralisierung. Treffer wie 61 Meter mit 0,26 g/t und 35 Meter mit 0,34 g/t beweisen, dass die Lagerstätte in alle Richtungen offen ist. Grammwerte mit einer Null vor dem Komma klingen nach magerer Ausbeute – doch in Nevada gilt die Förderung bereits ab 0,21 g/t als hochprofitabel.

    Der eigentliche logistische Geniestreich der Detektive liegt exakt 13 Kilometer weiter westlich: das Satellitenprojekt West Santa Fe. Das 19 km² große Areal wurde historisch kaum beachtet. Nun liefern Bohrungen spektakuläre Ergebnisse: 36,6 Meter mit 3,11 g/t Goldäquivalent, inklusive eines hochgradigen Abschnitts von 10,7 Metern mit 5,75 g/t – als reines Oxid-Material direkt von der Oberfläche. Statt für diesen Satelliten eine eigene, extrem teure Verarbeitungsanlage zu bauen, greift hier Lahontans „Hub-and-Spoke“-Modell (Nabe und Speiche): Das oberflächennahe Erz wird nach Produktionsstart per Lkw über die kurze Distanz zur bestehenden Infrastruktur der Hauptmine transportiert. Die zusätzlichen Baukosten sind minimal. Genaueres zum Stand der Ermittlungen erklärt Chefdetektivin Kimberly Ann im Video-Interview mit IIF-Moderatorin Lyndsay Malchuk:
    https://youtu.be/QGRV7IfTWec

    Der Coup: Das „freie Gold“ aus dem Abfall der Geschichte

    Das absolute Meisterstück dieses geologischen Krimis spielt sich auf den historischen Haufenlaugungs-Halden (Heap-Leach-Pads) ab. Zwischen 1988 und 1994 verarbeiteten die damaligen Betreiber dort rund 16 Mio. t Material – mit mageren Rückgewinnungsraten von 70 %, weil die Technologie es nicht besser zuließ. Der Rest wurde als „Abfall“ liegengelassen. Lahontan hat auch diese Spur konsequent verfolgt: Eigene metallurgische Studien zeigen, dass mit moderner Chemie eine Goldausbeute von 81 % und eine Silberausbeute von 60 % erzielt werden können. Um diesen Fall nicht allein lösen zu müssen, zieht das Duo nach und nach erfahrene Bergbau-Spezialisten hinzu – zuletzt Shane Williams und Evan Pelletier, die profunde operative Erfahrung bei der schnellen Inbetriebnahme von Haufenlaugungsminen mitbringen.

    Damit dieser Schatz offiziell in die Minenplanung aufgenommen werden kann, wurde eine Sonic-Bohranlage mobilisiert. In 96 Löchern auf einer Gesamtlänge von 1.740 Metern wird das bereits zerkleinerte Gestein an der Oberfläche systematisch erfasst. Schätzungen zufolge liegen hier über 200.000 Unzen Gold völlig ungenutzt an der tagesnahen Oberfläche. Da dieses Material weder gesprengt noch aus der Tiefe geholt oder aufwendig zerkleinert werden muss, fallen die Förderkosten verschwindend gering aus. Diese Unzen sind praktisch risikoloses, „freies Gold“.

    Das Urteil: Eine bislang kaum beachtete Cash-Maschine

    Während die weltweite Bergbauindustrie in der Inflationsfalle steckt und Neubauprojekte oft an explodierenden Kosten für Stahl, Energie und Mahlanlagen scheitern, hebelt Lahontan die Gesetze des Marktes aus. Befestigte Straßen, Stromanschlüsse, eigene Wasserrechte und ein Umspannwerk sind bereits vor Ort einsatzbereit – die geplanten Minenbaukosten zur Reaktivierung belaufen sich daher auf überschaubare 135 Mio. USD (inklusive 20 % Kostenreserve). Das derzeit schuldenfreie Unternehmen hat 13 Mio. USD Cash in der Kasse, der Rest soll weitgehend über Darlehen finanziert werden, um die Verwässerung der Aktionäre durch größere Kapitalmaßnahmen zu vermeiden. CEO Ann verhandelt deshalb aktuell intensiv mit den Kreditabteilungen renommierter Banken. Erste Term Sheets (Absichtserklärungen) liegen bereits vor.

    Dass sich die Finanzwelt an diesen Fall dranhängen will, ist keine Überraschung: Bei einem konservativ gerechneten Goldpreis von 2705 USD ermittelte eine frühere Wirtschaftlichkeitsstudie einen Projektwert (NPV) von 200 Mio. USD und eine interne Verzinsung (IRR) von 34,2 %. Rechnet man das Modell mit dem aktuellen Marktpreis von über 4000 USD je Unze hoch, mutiert Santa Fe zur Cash-Maschine: Der Nachsteuer-NPV steigt auf 471,6 Mio. USD, die Rendite auf 66,6 % – und die Amortisationszeit des eingesetzten Kapitals schrumpft auf 1,8 Jahre. Dem steht ein Börsenwert von gerade einmal 125 Mio. USD gegenüber; weder West Santa Fe noch weitere Projekte wie die historisch hochgradige Moho-Mine (bis zu 25 g/t Gold, 300 g/t Silber) sind in dieser Bewertung ansatzweise berücksichtigt.

    Der Abschlussbericht: Warum Detektivarbeit sich auszahlt

    Der Ermittlungsplan steht: In den kommenden Monaten stehen die heiß ersehnten Updates zur Ressourcenschätzung und zur Wirtschaftlichkeitsstudie an. Anfang 2027 soll die finale Betriebsgenehmigung vorliegen. Im vierten Quartal 2027 wollen Ann und Maher die ersten selbstgegossenen Goldbarren in den Händen halten. Für risikobereite Investoren ist es an der Zeit, die Akte Santa Fe akribisch zu studieren, bevor die Aktie den charttechnischen Deckel bei 0,44 CAD wegsprengt und nach oben ausbricht. Spätestens wenn die neue Ressourcenschätzung – voraussichtlich noch in diesem Sommer – die detektivische Arbeit bestätigt, könnte es soweit sein.

    Nach den im März erreichten Rekordständen konsolidiert die Lahontan-Aktie derzeit. Ein Überwinden der Marke von 0,44 CAD dürfte einen Anstieg in die nächste Widerstandszone zwischen 0,48 und 0,52 CAD auslösen. Bei anhaltend guten Nachrichten könnte auch diese Hürde genommen werden.

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    Der Autor

    Jens Castner

    Der gebürtige Nürnberger ist seit mehr als 30 Jahren im Finanzjournalismus und am Kapitalmarkt aktiv, zuletzt als Chefredakteur von Börse Online. Seit April 2026 ist er selbstständig tätig, um sich voll und ganz seiner großen Leidenschaft zu widmen: der Identifikation unterbewerteter Aktien, mit besonderem Fokus auf das Nebenwertesegment.

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