06.07.2026 | 04:50
Burrys Short-Angriff bei Micron Technologies, BioNTechs Radikalkur und Strategic Resources - ein noch stiller Rohstoff-Player!
Während der unglaubliche Boom rund um die Künstliche Intelligenz gigantische Gewinne verspricht, ziehen erste dunkle Wolken am Horizont auf. Prominente Investoren wetten plötzlich gegen die noch, bzw. schon einstigen Lieblinge der Wall Street. Gelingt der Turnaround oder droht der tiefe Fall bei Micron Technologies? Gleichzeitig stehen in der deutschen Pharmabranche drastische Umbrüche an, die Anlegern starke Nerven abverlangen. Milliardenschwere Sparprogramme und radikale Strategiewechsel werfen akute Fragen auf. Auch abseits dieser größeren Titel bahnt sich möglicherweise in der Rohstoffbranche eine kleine Revolution an. Wer beim Mega-Trend der industriellen Dekarbonisierung ganz vorne mitmischen will, sollte jetzt genau bei Strategic Resources hinschauen. Drei Aktien aus drei unterschiedlichen Welten und dennoch 3 Chancen für Investoren. Erfahren Sie hier, warum genau diese Werte jetzt auf jede Watchlist oder sogar in das ein oder andere Depot gehören.
Lesezeit: ca. 6 Min.
|
Autor:
Matthias Schomber
ISIN:
STRATEGIC RESOURCES INC | CA86277X4093 | TSXV: SR , MICRON TECHN. INC. DL-_10 | US5951121038 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Matthias Schomber
Aufgewachsen im hessischen Gießen, entdeckte Matthias Schomber schon in den frühen 1990er Jahren seine Leidenschaft für die Finanzmärkte – in einer Zeit, als der Börsenhandel noch eher ein Metier für echte, eingefleischte Börsianer war. Er arbeitete dort nach seiner Banklehre für ein Privatbankhaus und erlebte auf dem Frankfurter Börsenparkett live und hautnah den Aufstieg und Fall des Neuen Marktes mit und zog daraus Lektionen, die bis heute sein Denken als Trader, Autor und Handelssystementwickler prägen.
Tag-Cloud
Aktien-Cloud
Micron Technology: KI-Gewinne treffen auf Burrys "Big Short"
Der Rausch um die Künstliche Intelligenz verursacht an den Märkten verrückte Chartverläufe. Micron Technology gilt derzeit als einer der absoluten Profiteure dieses rasanten Booms. Die jüngsten Zahlen des amerikanischen Speicherchip-Herstellers sorgten auch bei Analysten für Aufsehen. Im abgelaufenen Quartal pulverisierte das Unternehmen regelrecht die Erwartungen. Micron meldete einen bereinigten Gewinn von 25,11 USD je Aktie bei einem riesigen Umsatz von 41,46 Milliarden USD. Experten hatten im Vorfeld lediglich mit 35,84 Milliarden USD Umsatz gerechnet. Ein Blick in die nähere Zukunft wirkt fast schon unwirklich. Laut einer aktuellen Umfrage könnte Micron im Jahr 2027 mit einem operativen Ergebnis von 200,8 Milliarden USD zum drittprofitabelsten Unternehmen der Welt aufsteigen. Damit würde der Konzern Unternehmen wie Microsoft und Apple hinter sich lassen. Nur Alphabet und Nvidia würden dann noch mehr Gewinn erwirtschaften. Entsprechend hoch wird das Papier an der Nasdaq bewertet.
Doch wo so viel Licht ist, fallen bekanntlich auch dunkle Schatten. Niemand Geringeres als Star-Investor Michael Burry wettet mittlerweile massiv gegen das Unternehmen. Er stieg per Short-Position bei einem Kurs von knapp 1.050 USD ein. Burry warnt die Märkte eindringlich vor einer spekulativen Übertreibung und der irren Angst vieler Anleger, die Rally zu verpassen. FOMO lässt hierbei grüßen. Er verweist auf die extreme Zyklik der Aktie. In den vergangenen 42 Jahren musste das Papier bereits 34 Kursrückgänge von mehr als 30 % durchleiden. Das Narrativ der dauerhaft neuen Geschäftsbewertung kauft der "Big Short"-Investor dem Markt schlicht nicht ab. Micron bleibt ein heißes Eisen, aber der Erfolg muss erst noch geschmiedet werden. Bleibt dies aus, drohen heftige Rücksetzer. Die Aktie ist hochspekulativ und daher nur für wirklich hartgesottene Zocker geeignet.
BioNTechs radikaler Schnitt: Alles auf die Karte Krebsforschung
Von den Serverfarmen Microns wechseln wir in die kühlen Labore der Biotech-Forschung. Auch hier weht mittlerweile ein rauer Wind. Das Mainzer Unternehmen BioNTech hat in der Pandemie fraglos Geschichte geschrieben. Doch diese Zeiten sind wohl endgültig vorbei. Das Management verordnet dem Konzern nun einen drastischen Umbau. Die eigene Corona-Impfstoffproduktion in Deutschland wird kurzerhand komplett eingestellt. Diese Aufgabe übernimmt künftig ausschließlich der US-Partner Pfizer. Bis Ende 2027 sollen fast zweitausend Arbeitsplätze in Deutschland und Asien abgebaut werden. Das Ziel dieser einschneidenden Maßnahme ist klar definiert. Ab 2029 will BioNTech jährlich 500 Millionen EUR einsparen. Dieses dringend benötigte Kapital soll direkt in die klinische Krebsforschung fließen. Die Onkologie bildet nun den absoluten Fokus.
Viele Anleger reagierten auf diesen radikalen Schnitt durchaus erleichtert und kürzlich kletterte die Aktie um knapp 10 % auf über 84 Euro und überwand damit die psychologisch wichtige 50-Tage-Linie bei 80,01 EUR, liegt aber noch minimal unter dem 200er SMA, der derzeit bei 85,11 EUR verläuft. Ein beruhigendes Polster bietet dem Konzern zudem die gewaltige Cash-Position von rund 16,8 Milliarden EUR. Allerdings sorgen personelle Zukunftsplanungen für leichtes Stirnrunzeln am Markt. Die beiden Gründer Ugur Sahin und Özlem Türeci beabsichtigen ja, ein neues, unabhängiges mRNA-Unternehmen aufzubauen. Kritiker bemängeln bei dieser geplanten Ausgründung eine viel zu geringe Transparenz und warnen vor möglichen Interessenkonflikten. Das Vertrauen der Investoren wird hier also auf eine harte Probe gestellt. Aktie hat zuletzt positive Momentum aufgebaut. Über der Marke von 85,50 EUR könnte es weiter in Richtung 100 EUR laufen.
Strategic Resources: Der Pionier für eine grünere Stahlindustrie
Während BioNTech die Gesundheit der Menschen revolutionieren will, steht die weltweite Schwerindustrie vor ihrer ganz eigenen grünen Aufgabe. Die Stahlproduktion muss zwingend sauberer werden. Genau an diesem entscheidenden Punkt betritt Strategic Resources die Bühne. Das Unternehmen entwickelt sich zu einem interessanten Akteur im Bereich der kritischen Mineralien. Der Fokus liegt klar auf Eisen, Vanadium und Titan. Diese Rohstoffe sind absolut unverzichtbar für die Dekarbonisierung der Weltwirtschaft. Die Stahlindustrie stellt (weltweit) massiv auf Elektrolichtbogenöfen um. Diese modernen Öfen benötigen zwingend saubere Eisenprodukte. Strategic Resources positioniert sich hier mit dem weit fortgeschrittenen BlackRock-Projekt in der kanadischen Provinz Quebec. Geplant ist dort der Bau der ersten wirklich skalierbaren, kohlenstoffarmen Plattform für Eisenmetalle in Nordamerika. Ein enormer operativer Vorteil des Standorts ist der direkte Zugang zu kostengünstiger Wasserkraft und Erdgas.
Das Projekt verfügt bereits über eine volle Genehmigung für eine Produktionskapazität von 1,5 Millionen Tonnen. Aktuell gibt es hierzu sehr erfreuliche Neuigkeiten.
Am 26. Mai reichte das Unternehmen detaillierte und technisch fundierte Antworten auf Rückfragen des Umweltministeriums von Quebec ein. Ziel ist die Ausweitung der Anlagengenehmigung in Port Saguenay auf satte 4 Millionen Tonnen pro Jahr. Das Management rechnet in den kommenden Monaten mit einer endgültigen, positiven Entscheidung. Dies würde das Projektrisiko für den Start der Phase 1 nochmals senken.
Die Aufstellung des Unternehmens zeigt sich aber auch noch an anderen Fronten. Am 14. Mai trat man in New York auf der renommierten SME-Konferenz vor Top-Vertretern der Minenfinanzierung auf. Dort diskutierte das Unternehmen den Einsatz von kanadischem Vanadium für US-Batterietechnologien in Militär- und schweren Industriefahrzeugen. Basis dafür ist eine strategische Absichtserklärung mit Tyfast Energy zur schnellen Entwicklung einer echten Vanadium-Batterie-Lieferkette.
Doch nicht nur in Nordamerika, auch in Europa fasst Strategic Resources Fuß. Mit dem Mustavaara-Projekt in Finnland besitzt das Unternehmen ein weiteres Ass im Ärmel. Ende Juni wurde bekannt, dass das Vanadium-reiche Konzentrat aus eben diesem Projekt für das "FutSteel"-Forschungsprogramm ausgewählt wurde. Dieses mit immerhin 17 Millionen EUR finanzierte Projekt der Universität Oulu erforscht an der Seite des Stahlgiganten SSAB die Zukunft der fossilfreien Stahlproduktion. Die Qualität der Rohstoffe aus Finnland scheint prima zur global massiv wachsenden grünen Lieferkette zu passen.
Charttechnisch liefert die Aktie von Strategic Resources aktuell ein höchst spannendes Bild. Der Wert lief zuletzt exakt auf die harte Unterstützung bei 0,25 CAD zu. Dort haben die Käufer beherzt zugegriffen und die Aktie einen Boden gebildet. Inzwischen hat sich der Kurs auf 0,29 CAD vorgearbeitet. Bleibt dieses positive Momentum bestehen, könnte die Aktie demnächst den nächsten Widerstandsbereich bei 0,33 bis 0,35 CAD ins Visier nehmen. Gelingt der nachhaltige Ausbruch über diese wichtige Hürde, wäre der Weg nach oben aus charttechnischer Sicht zunächst frei. Ein Anstieg auf 0,40 bis 0,50 CAD scheint dann im Rahmen des Möglichen. Vom aktuellen Niveau aus betrachtet, bietet sich mutigen Anlegern hier also ein durchaus beachtliches prozentuales Kurspotenzial. Interessante „grüne“ Depotbeimischung.

Fazit: Drei Chancen
Micron Technology reitet auf einer wilden, schier unaufhaltsamen KI-Welle mit. Diese wird durch beeindruckend starke Zahlen gestützt, steht aber zunehmend unter dem Beschuss prominenter Leerverkäufer wie Michael Burry. Hier ist für Anleger momentan höchste Vorsicht geboten, da hochspekulativ. BioNTech wagt derweil einen mutigen und radikalen Neuanfang. Der harte Schnitt bei der alten Impfstoffproduktion und der nun volle Fokus auf moderne Krebsmedikamente erfordern von Investoren jedoch zweifellos einen langen Atem. Entscheidend könnte die Marke bei 85,50 EUR werden. Das Momentum ist derzeit noch positiv. Strategic Resources operiert noch etwas abseits des großen Mainstreams. Das Unternehmen besetzt aber klug und beständig die Nischen der grünen Stahlproduktion und der neuesten Batterietechnologie. Die operativen Fortschritte an den verschiedenen Standorten machen den Wert zu einer möglicherweise interessanten Depotbeimischung. Vor allem für Investoren, die frühzeitig auf den unausweichlichen, grünen Umbau der globalen Schwerindustrie setzen möchten, geeignet.
Interessenskonflikt
Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.
Die Apaton Finance GmbH ist daneben im Rahmen der Erstellung und Veröffentlichung der Berichterstattung in entgeltlichen Auftragsbeziehungen tätig.
Es besteht aus diesem Grund ein konkreter Interessenkonflikt.
Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.
Risikohinweis
Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf zukunftsbilanzen.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.
Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.
Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.