30.10.2026 | 05:40
KI-Boom und Energiewende: Warum Infineon, SK hynix und RE Royalties jetzt das Depot fast jedes Privatanlegers revolutionieren könnten!
Die Künstliche Intelligenz ist ein großer Treiber für die Halbleiterindustrie, bedingt durch den Hunger nach Rechenzentren. Das hat zuletzt die Kurse u. a. von Infineon oder SK hynix in nahezu astronomische Höhen getrieben, bevor dann anschließend eine notwendige Korrektur einsetzte, da sich die Kurse teilweise binnen weniger Monate vervielfachten. Auf dem aktuellen Niveau und mit neuen Zahlen im Rücken, könnte dies jedoch eventuell eine attraktive Einstiegsgelegenheit sein, wenn man bestimmte Dinge beachtet. In unserem Artikel nehmen wir aber nicht nur diese beiden Chip- und Halbleiterwerte unter die Lupe, sondern zusätzlich noch RE Royalties, einem aussichtsreichen Nischenspezialisten im Bereich der sauberen Energie, insgesamt 3 Werte. Nachfolgend erfahren Sie, wie der deutsche Halbleiterspezialist Infineon mit seinen Chiptechnologien die Effizienz vorantreibt, warum der südkoreanische Speicherriese SK hynix mit wirklich top Margen den gesamten Sektor aufmischt und warum der Royalty-Pionier RE Royalties nach einer möglichen Bodenbildung vor einem charttechnischen Befreiungsschlag stehen könnte. Wir beleuchten, welche Chancen, harten Finanzdaten und strategischen Risiken in diesen Papieren stecken und was dies für Ihr Depot bedeuten könnte.
Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Matthias Schomber
ISIN: RE Royalties Ltd | CA75527Q1081 , SK HYNIX INC GDR | US78392B1070 , INFINEON TECH.AG NA | DE0006231004
Inhaltsverzeichnis:
Der Autor
Matthias Schomber
Aufgewachsen im hessischen Gießen, entdeckte Matthias Schomber schon in den frühen 1990er Jahren seine Leidenschaft für die Finanzmärkte – in einer Zeit, als der Börsenhandel noch eher ein Metier für echte, eingefleischte Börsianer war. Er arbeitete dort nach seiner Banklehre für ein Privatbankhaus und erlebte auf dem Frankfurter Börsenparkett live und hautnah den Aufstieg und Fall des Neuen Marktes mit und zog daraus Lektionen, die bis heute sein Denken als Trader, Autor und Handelssystementwickler prägen.
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Infineon: Energie-Revolution mit Galliumnitrid und Milliardeninvestments
Der europäische Halbleitersektor steht im Zeichen eines großen Wandels, bei dem smarte Leistungselektronik über Sieg oder Niederlage entscheidet. Infineon treibt diesen Wandel mit einer strategischen Großoffensive voran. Angesichts explodierender Stromkosten und des steigenden Energiehungers moderner KI-Rechenzentren setzt der DAX-Konzern auf neue Innovationen statt auf Stillstand. Die jüngsten Kursrücksetzer könnten auch den Analysten zufolge eine gute Einstiegschance bieten, da die fundamentale Nachfrage nach effizienten Stromversorgungslösungen ungebrochen hoch bleibt und den Konzern somit auch langfristig absichert.
Operativ untermauert das Unternehmen diese Ambitionen mit einer großen Zukunftsinvestition im österreichischen Villach. Bis zum Jahr 2034 fließen rund 1,1 Mrd. EUR in den Ausbau des Standortes, um die weltweit erste Hochvolumenfertigung für Galliumnitrid-Leistungshalbleiter auf 300-Millimeter-Wafern zu errichten. Knapp 30 % der Summe, genauer gesagt 319 Mio. EUR, wird dabei direkt über den Europäischen Chips Act gefördert.
Im 3. Quartal (April – Juni 2026) untermauerte Infineon seine Stärke mit einem Rekordumsatz von 4,17 Mrd. EUR und einer verbesserten Segmentergebnis-Marge von 19,1 %. Für das laufende Geschäftsjahr visiert der Vorstand einen Umsatz von rund 16,3 Mrd. EUR sowie einen bereinigten Free-Cash-Flow von etwa 1,85 Mrd. EUR an.
An der Börse wird die Aktie aktuell trotz dieser glänzenden operativen Daten derzeit noch von ein paar Zweifeln und Sorgen um die Monetarisierung von Künstlicher Intelligenz gebremst.
Dennoch: Die Experten der Deutschen Bank z. B. dürften den jüngsten Kursrückgang jedoch, angesichts ihres Kursziels für Infineon, als übertrieben ansehen. Infineon zählt wohl zu den aussichtsreichsten Kaufkandidaten im europäischen Hardware-Sektor. Langfristige Kapazitätsreservierungen im hohen einstelligen Milliarden-Bereich und die Vorauszahlungen großer Rechenzentrumskunden untermauern die Planbarkeit. Mit starken Aussichten im Zukunftsmarkt für grüne Energie und Server-Architekturen dürfte die Aktie für langfristig orientierte Anleger super positioniert sein.
SK hynix: Top Margen!
Wenn ein Unternehmen weltweit an der Börse für Euphorie sorgt, dann könnte es sich derzeit um den Namen des südkoreanischen Speicherchipherstellers handeln. Mit einem historischen Quartalsergebnis hat SK hynix die Finanzwelt in Staunen versetzt und den anhaltenden Boom rund um Künstliche Intelligenz eindrucksvoll bestätigt. Während Skeptiker immer wieder und wohl auch immer noch vor einer überhitzten Technologie-Blase warnen, liefert der Konzern harte belastbare Zahlen und damit Fakten, die wirklich seinesgleichen suchen. Die Aktie stieg infolgedessen in Seoul zweistellig nach oben.
Die Zahlen des dritten Quartals lesen sich fast wie von einem anderen Stern. Der Umsatz explodierte auf unglaubliche 78,86 Mrd. USD, während der operative Gewinn auf den Rekordwert von 62,81 Mrd. USD kletterte. Dies entspricht einer operativen Marge von 80 %, die selbst auf dem Höhepunkt eines klassischen Halbleiterzyklus nahezu einmalig ist. Getrieben wurde dieser Anstieg von rasant steigenden DRAM-Preisen und dem Hochlauf der neuen Generation von High-Bandwidth-Memory-Chips, kurz HBM4, die direkt neben den KI-Beschleunigern von Branchenprimus Nvidia verbaut werden. Für die kommenden Quartale rechnet das Management damit, dass HBM4 nach und nach die Vorgängermodelle bei Volumen und Umsatz ablösen dürfte.
Für die kommende Bewertung und die Investment-These ist vor allem die wahrscheinliche zukünftige Auslastung entscheidend. Mehr als 50 % der gesamten Produktionskapazität für die Jahre 2027 und 2028 sind bereits fest durch langfristige Verträge mit 14 Großkunden abgesichert. Das Unternehmen geht davon aus, dass die weltweite Speichernachfrage das Angebot sogar bis zum Jahr 2030 übersteigen wird. Um die Aktionäre an diesem Erfolg teilhaben zu lassen, plant der Konzern für das Gesamtjahr rund 75 Mrd. USD an Gesamtausschüttungen, aufgeteilt in Bardividenden und umfangreiche Aktienrückkäufe. Bei einer hohen Nettoliquidität von rund 74 Mrd. USD steht fest: SK hynix ist eines der Unternehmen, die ganz vorne mit dran sind im globalen KI-Hardware-Rennen.
RE Royalties: Brückenbauer für saubere Energie
Abseits von Infineon und SK hynix und deren Milliarden-Bewertungen existieren im Sektor der sauberen Energien auch kleinere Unternehmen, die sich aber als wahre Perlen künftig herauskristallisieren könnten. RE Royalties hat sich als Pionier im Bereich der umsatzbasierten Lizenzfinanzierungen für erneuerbare Energien etabliert und zeigt dies mit seinem bewährten, stabil-soliden Geschäftsmodell. Während traditionelle Banken mittelständische Projektentwickler oft links liegen lassen, füllt das kanadische Unternehmen diese Finanzierungslücke mit maßgeschneiderten, möglichst nicht-verwässernden Lösungen auf und sichert sich so langfristige Cashflows.
Operativ läuft das Geschäft offensichtlich recht gut, wie die jüngsten Unternehmensmeldungen zeigen. Mit einer Investition von 1,5 Mio. USD sicherte sich das Unternehmen z. B. eine Bruttoumsatzlizenz an einem neunteiligen Solardach-Portfolio auf kommerziellen Einkaufszentren auf den Philippinen. Gleichzeitig wurde das Darlehen für ein Projekt zur Aufbereitung von Biogas zu erneuerbarem Erdgas (RNG) im US-Bundesstaat Wisconsin in Höhe von 4,6 Mio. USD vollständig zurückgezahlt, während ab sofort jährliche Lizenzzahlungen fließen. Mit über 100 aktiven Lizenzen in Nord- und Südamerika sowie Asien, einer gewichteten Rendite von deutlich über 10 % seit Gründung und einem wachsenden Umsatz treibt das Management die globale Diversifikation voran.
Charttechnisch befindet sich die Aktie nach einer Konsolidierungsphase in einer spannenden Ausgangslage. Zuletzt fiel das Papier zwar unter die wichtige Unterstützung bei 0,30 CAD, konnte sich danach jedoch an der noch wichtigeren Unterstützung bei 0,27 CAD fangen. Dieser Boden hat bislang standgehalten, und aktuell notiert die Aktie bei 0,29 CAD. Jetzt gilt es, wieder nach oben über die 0,30 CAD zu steigen, denn erst dann kann die Aktie wieder weiter Fahrt Richtung 0,35 CAD aufnehmen, was das erste Kursziel nach der Charttechnik darstellt und darüber hinaus den Blick auf 0,50 CAD bis 0,60 CAD richten. Mit einem soliden Management und nachhaltigen Zielen im Rücken bietet sich hier ein interessanter Wert vielleicht als Beimischung fürs Depot.

Fazit
Infineon überzeugt mit starken Fundamentaldaten und zukunftsweisenden Investitionen in die Galliumnitrid-Technologie, auch wenn kurzfristige Marktschwankungen Geduld erfordern. SK hynix dominiert den Markt für KI-Speicherchips mit Rekordmargen und gut gefüllten Auftragsbüchern, bleibt jedoch stark vom Technologiezyklus abhängig. RE Royalties präsentiert sich als Lizenzspezialist mit ziemlich verlässlichen Cashflows und einer möglichen charttechnischen Bodenbildung, die neue Kursphantasien weckt.
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