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27.10.2026 | 05:42

Desert Gold vor dem Sprung, Adidas und Deutsche Börse mit neuen Prognosen: Drei aussichtsreiche Aktien im Check

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Bildquelle: Pixabay

Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von Desert Gold Ventures Inc.

Obwohl der Goldpreis zuletzt stärker korrigierte, steht die Aktie von Desert Gold womöglich vor einem längerfristigen Aufwärtstrend. In Mali steht die Inbetriebnahme der zukunftsträchtigen Schwerkraftanlage dem Vernehmen nach unmittelbar bevor. Die erste Goldgewinnung könnte eine Neubewertung für die Aktie einleiten. Adidas meldet derweil Rekordzahlen, während die Deutsche Börse erneut die Prognose erhöht. Drei Titel mit starken Kurstreibern, aber sehr unterschiedlichen Chancen und Risiken. Wir stellen das Trio im Aktien-Check näher vor.

Lesezeit: ca. 7 Min. | Autor: Lars Winter
ISIN: Desert Gold Ventures Inc | CA25039N4084 , ADIDAS AG NA | DE000A1EWWW0 , DE0005810055 , B2GOLD CORP. | CA11777Q2099 , BARRICK MINING CORPORATION | CA06849F1080 , ALLIED GOLD CORPORATION | CA01921D1050

Inhaltsverzeichnis:


     

    Der Autor

    Lars Winter

    Lars Winter

    Der gebürtige Nordhesse blickt auf eine über 25-jährige Laufbahn im Finanzjournalismus und aktiven Portfoliomanagement zurück und gilt als ausgewiesener Experte für deutsche Nebenwerte und Special Situations.

    Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Göttingen mit Schwerpunkt im Bank- und Kapitalmarktrecht startete er zur Jahrtausendwende seine Karriere in der Frankfurter Finanzszene. Als Börsen- und Wirtschaftsjournalist schrieb der passionierte Hobbygolfer für führende Börsenbriefe, Finanzzeitungen und Wirtschaftsmagazine wie die Platow Börse, Capital Depesche, BÖRSE ONLINE, Capital und die Financial Times Deutschland.

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    Desert Gold: Die Stunde der Wahrheit rückt näher

    Nur wenige Goldexplorer schaffen den Sprung in Richtung Produktion. Das kanadische Bergbau- und Explorationsunternehmen Desert Gold Ventures steht jetzt kurz vor dieser entscheidenden Schwelle. Im Mittelpunkt steht das zu 100 % kontrollierte SMSZ-Projekt im Westen Malis. Das 440 Quadratkilometer große Areal erstreckt sich über 38 Kilometer entlang der Senegal-Mali-Scherzone. In der Nachbarschaft fördern Branchengrößen wie B2Gold, Barrick Mining und Allied Gold.

    Die Ressourcenbasis kann sich für einen Börsenwert von rund 43 Mio. CAD sehen lassen. Gemessene und angezeigte Ressourcen von 336.800 Unzen sowie abgeleitete Ressourcen von 879.900 Unzen ergeben gut 1,2 Mio. Unzen Gold. Mehr als 20 entdeckte Goldzonen liefern weitere Explorationsfantasie.

    Der kurzfristige Kurstreiber heißt jedoch Barani East. Dort errichtet Desert Gold eine Schwerkraftanlage mit einer Auslegungskapazität von 200 Tonnen Erz pro Tag. Der geplante Start im Juli ließ sich wegen erheblicher Verzögerungen bei Seefracht, Materialbeschaffung und Transport nicht halten. Zusätzlich erschwerten regionale Treibstoffengpässe, eine begrenzte Verfügbarkeit von Bauunternehmen und die Regenzeit den Zeitplan.

    Inzwischen haben die Anlage und der Generator mit 650 Kilovoltampere das Projektgelände erreicht. Die wichtigste Zufahrtsstraße wurde instandgesetzt, Baumaterial und weitere Ausrüstung befinden sich vor Ort. Zuletzt liefen die Beton-, Montage-, Elektro- und Installationsarbeiten. Die Inbetriebnahme ist bis Ende Oktober vorgesehen, im November sollen der Hochlauf und die erste Verarbeitung folgen. Die anfängliche Goldgewinnung bleibt für das vierte Quartal 2026 geplant.

    Damit ist Desert Gold deutlich weiter als noch im Sommer. Damals war unklar, wann die in China gefertigte Anlage überhaupt in Barani eintreffen würde. Jetzt sind die entscheidenden Komponenten vor Ort. Der nächste Beweis muss allerdings aus dem laufenden Betrieb kommen: Entscheidend sind Durchsatz, Verfügbarkeit, Goldgehalt, Ausbeute und Kosten.

    Auch die Wasserversorgung macht Fortschritte. Nach geophysikalischen Untersuchungen wurden vier Bohrungen niedergebracht. Drei davon lieferten positive Durchflussraten von 24, neun und acht Kubikmetern pro Stunde. Der endgültige hydrogeologische Bericht steht jedoch noch aus. Ob dauerhaft ausreichend Wasser in der benötigten Qualität verfügbar ist, muss deshalb erst bestätigt werden.

    Warum bereits die kleine Anlage für die Aktie wichtig ist, liegt auf der Hand: Desert Gold könnte erstmals eigene Betriebsdaten liefern und möglicherweise erste Einnahmen erzielen. Das wäre ein großer Schritt für ein Unternehmen, das bislang ausschließlich von seinen Ressourcen und Entwicklungsplänen bewertet wird.

    Die langfristige Fantasie reicht deutlich weiter. Eine vorläufige Wirtschaftlichkeitsanalyse für Barani und Gourbassi kalkuliert bei einem Goldpreis von 2.850 USD je Unze mit einem Kapitalwert nach Steuern von 61 Mio. USD und einer internen Rendite von 57 %. Aktuell notiert der Preis für die Feinunze bei 4000 USD. Bei einem unterstellten Goldpreis von 4.070 USD steigt der Modellwert auf 124 Mio. USD, die Rendite auf 101 %. Für zehn Jahre sieht die Studie insgesamt 113.100 Unzen gewinnbares Gold vor. Die nachhaltigen Gesamtkosten wurden mit 1.137 USD je Unze und der anfängliche Kapitalbedarf mit 20,4 Mio. USD angesetzt.

    Anleger dürfen die beiden Projektstufen allerdings nicht vermischen. Die aktuelle Schwerkraftanlage verarbeitet laut Auslegung 200 Tonnen täglich. Das größere Szenario der Wirtschaftlichkeitsstudie sieht dagegen rund 1.200 Tonnen pro Tag sowie eine zusätzliche CIL-Aufbereitung vor. Für diesen Ausbau wären weitere technische Arbeiten, Genehmigungen und Kapital notwendig. Zudem handelt es sich um eine frühe Studie, die auch geologisch weniger sichere abgeleitete Ressourcen einbezieht. Mineralreserven hat Desert Gold bislang nicht definiert.

    Gerade deshalb bleibt die kleine Anlage ein wichtiger Praxistest. Funktionieren Verarbeitung und Goldgewinnung, könnte Desert Gold das Projekt schrittweise weiterentwickeln. Gleichzeitig würde das Risiko sinken, dass die in den Studien ausgewiesenen Werte lediglich auf dem Papier bestehen.

    Zusätzliche Fantasie liefert das Tiegba-Projekt in der Elfenbeinküste. Desert Gold kann dort bis zu 90 % an einem 297 Quadratkilometer großen Gebiet erwerben. Das Projekt befindet sich noch in einem frühen Stadium, verteilt das politische und geologische Risiko perspektivisch aber auf ein zweites Land.

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    Beim jüngsten Kurs von 0,12 CAD bringt Desert Gold rund 43 Mio. CAD auf die Börsenwaage. Analysten des Augsburger Finanzdienstleisters GBC Research bestätigten Anfang Oktober ihre Kaufempfehlung und das Kursziel von 0,93 CAD. Im Vergleich zum aktuellen Kurs entspricht das einem Gewinnpotenzial von annähernd 700 %. Die hohe Differenz beruht auf einer Sum-of-the-Parts-Bewertung und der Annahme, dass der Produktionsaufbau gelingt.

    Die Experten von GBC sehen in der Ankunft der Anlage einen wichtigen Fortschritt, weisen aber ausdrücklich auf den um drei bis vier Monate verschobenen Zeitplan hin. Die ersten belastbaren Betriebsdaten seien für die Bewertung wichtiger als die reine Lieferung der Technik. Das trifft den Kern der Investmentstory. Desert Gold besitzt angesichts seiner Ressourcen, der hohen Goldpreise und der niedrigen Börsenbewertung einen erheblichen Hebel. Gleichzeitig bleiben die Risiken groß: Mali ist politisch schwierig, die Wirtschaftlichkeit wurde noch nicht durch eine Machbarkeitsstudie belegt und für einen späteren Ausbau dürfte zusätzliches Kapital benötigt werden.

    Für risikobereite Anleger bleibt die Aktie eine spannende spekulative Beimischung. Der nächste Kurssprung hängt nun daran, ob die Anlage tatsächlich läuft und erstes Gold gewonnen wird. Der Sprung vom Explorer zum Produzenten wäre der Türöffner für eine deutlich höhere Bewertung. Unter dem Strich bleibt Desert Gold eine spekulative Goldaktie mit außergewöhnlich hohem Kurspotenzial.

    Adidas: Rekordquartal mit Substanz

    Bei Adidas gewinnt die operative Aufholjagd unter Vorstandschef Bjørn Gulden an Tempo. Im dritten Quartal stieg der Umsatz nach vorläufigen Zahlen um 9 % auf den Rekordwert von 7,25 Mrd. EUR. Währungsbereinigt betrug das Wachstum 7 %. Die Bruttomarge verbesserte sich um 2,5 Prozentpunkte auf 54,3 %, der operative Gewinn sprang um 37 % auf den Quartalsrekord von 1,01 Mrd. EUR. Erwartet worden waren lediglich 742 Mio. EUR.

    Ganz sauber ist der Gewinnsprung allerdings nicht. Adidas erhielt im dritten Quartal eine einmalige Rückerstattung amerikanischer Zölle von rund 200 Mio. EUR. Doch auch ohne diesen Sonderertrag lag das operative Ergebnis noch rund 9 % über den Erwartungen. Gute Vollpreisverkäufe und starkes Wachstum mit Fußball-, Lauf- und Trainingsprodukten zeigen, dass Adidas Marktanteile gewinnt und die Profitabilität des Kerngeschäfts verbessert.

    Der Vorstand hob die Prognose für den operativen Jahresgewinn von 2,3 auf 2,5 Mrd. EUR an. Ohne die für das vierte Quartal geplanten zusätzlichen Investitionen von 100 Mio. EUR wären rechnerisch sogar 2,6 Mrd. EUR möglich. Das währungsbereinigte Umsatzwachstum soll weiterhin neun bis 10 % erreichen. Analysten rechnen nach dem unerwartet starken Quartal mit einer Anhebung der Gewinnschätzungen um etwa 4 %.

    Eine Baustelle bleibt das Lifestyle-Schuhgeschäft. Die Nachfrage nach früheren Verkaufsschlagern wie Samba und Gazelle normalisiert sich, während hohe Lagerbestände im Handel zu stärkeren Preisnachlässen führen. Adidas investiert deshalb in neue Modelle und Produktkategorien. Dazu gehört der besonders leichte Rennschuh Adizero Adios Pro Evo 3. Die vollständigen Quartalszahlen am 29. Oktober dürften zeigen, wie nachhaltig die Margenverbesserung ausfällt.

    24 Banken und Researchhäuser empfehlen die Aktie zum Kauf, 7 Institute vergeben ein Halte-Votum. Zum Verkauf rät derzeit lediglich ein Analyst. Das durchschnittliche Kursziel von 200 EUR lässt fast 30 % Luft nach oben. Mit geschätzten KGVs von 17 für 2026 und 14 für 2027 erscheint die Bewertung angesichts der steigenden Margen, der Marktanteilsgewinne, der zurückgewonnenen Markendynamik sowie des erwarteten operativen Gewinnwachstums im kommenden Jahr vertretbar. Für spekulative Anleger mit langem Atem bleibt die Adidas-Aktie eine aussichtsreiche Turnaround-Story. Rücksetzer bieten sich zum gestaffelten Einstieg an.

    Deutsche Börse: Wachstum auf breiter Front

    Die Deutsche Börse verdient nicht nur an steigenden Kursen. Der Konzern profitiert von Handel, Clearing, Wertpapierabwicklung, Indexdaten, Fondsservices und den auf Kundenbestände erzielten Zinserträgen. Diese breite Aufstellung zahlte sich im dritten Quartal erneut aus.

    Die Nettoerlöse ohne Treasury-Ergebnis stiegen um 14 % auf 1,42 Mrd. EUR. Sechs der acht Geschäftsbereiche erreichten zweistellige Wachstumsraten. Einschließlich Treasury-Ergebnis erhöhten sich die Nettoerlöse um 13 % auf 1,63 Mrd. EUR. Das EBITDA legte um 16 % auf 978 Mio. EUR, der auf die Aktionäre entfallende Gewinn um 18 % auf 559 Mio. EUR zu.

    Besonders stark entwickelte sich der Handel mit Finanzderivaten. Veränderte Zinserwartungen sorgten für hohe Aktivität bei Zinsprodukten. Gleichzeitig fließt in Europa immer mehr Geld in börsengehandelte Fonds und andere Kapitalmarktprodukte. Davon profitieren das Fonds- und Verwahrgeschäft dauerhaft.

    Nach den starken neun Monaten erhöhte der Vorstand erneut die Prognose. Für 2026 werden nun Nettoerlöse von mehr als 6,5 Mrd. EUR und ein EBITDA von rund 3,9 Mrd. EUR erwartet. Zuvor lagen die Ziele bei mehr als 6,4 beziehungsweise mehr als 3,8 Mrd. EUR.

    Zusätzliche Wachstumsfantasie verspricht die geplante Übernahme der Fondsplattform Allfunds. Der Abschluss wird für das erste Halbjahr 2027 erwartet, steht aber noch unter dem Vorbehalt regulatorischer und kartellrechtlicher Genehmigungen. Kaufpreis, Integration und mögliche Auflagen bleiben daher Risiken.

    Die Aktie ist nach ihrem starken Lauf kein Schnäppchen mehr. Das geschätzte KGV für das laufende Jahr liegt bei über 25, das für 2027 bei knapp 23. Dafür bietet die Deutsche Börse ein gut skalierbares Geschäftsmodell, hohe wiederkehrende Erlöse und strukturelles Wachstum. Viele Analysten zeigen sich trotz der recht hohen Bewertung dennoch zuversichtlich: 12 Kaufempfehlungen stehen aktuell 6 Halte-Voten und einer Verkaufsempfehlung gegenüber. Für ein langfristig ausgerichtetes Depot bleibt die DAX-Aktie ein Basisinvestment. Neue Positionen sollten Anleger bevorzugt bei Kursschwäche aufbauen.

    Fazit

    Die Aktie von Desert Gold besitzt das mit Abstand größte Kurspotenzial, trägt aber auch das höchste Risiko. Gelingt in Barani die Inbetriebnahme und folgen erste belastbare Produktionsdaten, könnte der Hotstock neu bewertet werden. Adidas verbindet operative Erholung mit wachsender Markenstärke. Ein Teil des jüngsten Gewinnsprungs stammt zwar aus einer einmaligen Zollerstattung, doch auch das Kerngeschäft gewinnt an Qualität. Die Deutsche Börse liefert das solideste Gesamtpaket: zweistelliges Wachstum, steigende Prognosen und ein breit diversifiziertes Geschäftsmodell. Spekulative Anleger setzen auf Desert Gold, Turnaround-Investoren auf Adidas und langfristig orientierte Anleger können an schwachen Tagen Positionen bei der Deutschen Börse aufbauen.


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    Lars Winter

    Lars Winter

    Der gebürtige Nordhesse blickt auf eine über 25-jährige Laufbahn im Finanzjournalismus und aktiven Portfoliomanagement zurück und gilt als ausgewiesener Experte für deutsche Nebenwerte und Special Situations.

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