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19.03.2026 | 05:00

Antimony Resources: Auf der Spur des wichtigsten Metalls, das keiner kennt

  • Investments
Bildquelle: pixabay.com

Kein Halten gab es zuletzt für die Aktie von Antimony Resources. Seit Mitte Februar hat sich der Kurs glatt verdoppelt und schoss sogar über die Marke von einem Euro. An der Heimatbörse in Kanada ist das Rohstoffunternehmen dem Pennystockniveau mit Kursen von deutlich über einem Dollar (CAD) bereits entwachsen. Was steckt hinter dem steilen Anstieg? Der Junior Explorer sitzt mit hoher Wahrscheinlichkeit auf einem riesigen Antimon-Vorkommen. Das ist nach Worten von CEO James R. Atkinson schlicht „das wichtigste Metall, das keiner kennt".

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Mario Hose
ISIN: ANTIMONY RESOURCES CORP | CA0369271014

Inhaltsverzeichnis:


    Der Name ist Programm

    Wie der Name verrät, hat sich Antimony Resources der Suche nach Antimon verschrieben, einem Halbmetall, das zu den strategischen Rohstoffen gezählt wird. Die Analysten der Bank of Montreal (BMO) sprechen sogar von einem der kritischsten Metalle überhaupt. In der Provinz New Brunswick, im äußersten Südosten Kanadas gelegen, wurde das erst vor wenigen Jahren gegründete Explorationsunternehmen fündig. Vor allem das Bald-Hill-Projekt, 75 km nördlich der Hafenstadt Saint John, gilt als eine der bedeutendsten Antimonlagerstätten Nordamerikas. Sollten sich die vielversprechenden Ergebnisse der bisherigen Probebohrungen bestätigen, könnte das Unternehmen in kurzer Zeit zu einem der bedeutendsten Antimonlieferanten der westlichen Welt aufsteigen.

    Ob kritisch, strategisch oder wie auch immer der Rohstoff bezeichnet wird – Fakt ist: Antimon ist geopolitisch brisant, knapp und teuer. Laut einer Studie von BMO Global Commodities Research kontrollieren China, Russland und Tadschikistan mehr als 80 % der weltweiten Produktion. Russland fällt wegen westlicher Sanktionen derzeit als möglicher Lieferant aus, China hatte bereits im September 2024 strenge Exportbeschränkungen erlassen und die Ausfuhr in die USA sogar zeitweise komplett verboten. Nach einem Treffen von US-Präsident Donald Trump mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping im Herbst vergangenen Jahres wurde der Exportstopp zwar ausgesetzt. Doch die Uhr tickt. Die Vereinbarung ist bis zum 27. November dieses Jahres befristet.

    Rüstungsboom befeuert die Nachfrage

    Gleichzeitig explodiert die Nachfrage wegen des israelisch-amerikanischen Angriffs auf den Iran. Denn neben der zivilen Nutzung in feuerfesten Kabelummantelungen, Batterien und Energiespeichern ist Antimon für zahlreiche militärische Anwendungen unabdingbar – etwa für Zünder und Detonatoren von Sprengstoffen oder für Halbleiter in Radar-, Sensor- und Infrarotsystemen. Zudem wird das Halbmetall verwendet, um Blei zu härten, was die Leistungsfähigkeit von Munition, insbesondere von panzerbrechenden Geschossen, erhöht.

    Der Preis für eine Tonne Antimon hatte sich zwischen Anfang 2024 und Mitte 2025 auf knapp 60.000 US-Dollar (USD) verfünffacht, ehe durch die Aussetzung des chinesischen Exportverbots eine Beruhigung eintrat. Da zudem Myanmar die Produktion hochfuhr und der Ersatz durch Stoffe wie Zinkborat, Aluminiumtrihydroxid und Magensiumhydroxid zumindest in Teilbereichen möglich ist, hat sich der Preis pro Tonne mittlerweile zwischen 20.000 und 30.000 USD eingependelt. Aber: Mit jeder Patrone, jeder Bombe, jeder Rakete, die das US-Militär abfeuert, wird das kritische Material knapper. In nur drei Wochen haben die US-Streitkräfte die Spezialmunitionsvorräte mehrerer Jahre verschossen. Konzerne wie Boeing und Rheinmetall fürchten um ihre Antimon-Versorgung. Und ob China nach dem 27. November noch liefern wird, ist bislang offen.

    Bald Hill: Ein Vorkommen der Superlative?

    Keine Frage also, dass die USA und ihre Verbündeten die Suche nach alternativen Bezugsquellen intensivieren. Antimony Resources könnte dabei eine Schlüsselrolle zukommen, denn das kanadische Bald-Hill-Projekt hat das Potenzial, sich zum größten jemals in einem sicheren Herkunftsland entdeckten Vorkommen zu entwickeln. Noch produziert das Unternehmen nichts, die Förderung wird voraussichtlich frühestens 2028 beginnen. Doch 50 % eines umfassenden Definitionsbohrprogramms mit Löchern im Abstand von rund 50 m sind abgeschlossen, die zweite Hälfte folgt bis Ende April. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass der Antimon-Gehalt des Gesteins ungewöhnlich hoch ist; die erste offizielle Ressourcenschätzung wird Anfang Juni dieses Jahres erwartet. Bestätigen sich die Ergebnisse, könnten erste Lieferverträge oder zumindest Absichtserklärungen folgen – was der Aktie weiteren Auftrieb verleihen dürfte.

    Dass hochgradige Vorkommen an Stibnit – das ist das Erz, aus dem Antimon gewonnen wird – vorhanden sind, steht fest. Schon im vergangenen Jahr hatten Bohrungen im Gestein Antimon-Gehalte von bis zu 18,91 % geliefert, was in der Branche als kleine Sensation gefeiert wurde. Historische Grabungen in der Hauptzone des Bald-Hill-Gebiets hatten immerhin Funde von bis zu 8,47 % zutage gefördert. Nach Worten von CEO Atkinson, selbst ein erfahrener Geologe, wurden nicht nur in der bisher angenommenen, 700 m langen Zentralzone gehaltvolle Stibnit-Konzentrationen entdeckt, sondern auch im Bereich der Zufahrtsstraßen. Das Ressourcenpotenzial könnte demnach weit größer sein als angenommen. Folgerichtig hat Antimony Resources das potenzielle Abbaugebiet um zusätzliche Claims erweitert.

    Bewertung und Fazit

    Finanzanalysten beschäftigen sich bislang kaum mit dem Wert, valide Gewinnschätzungen sind Mangelware. Das zentrale Asset des schuldenfreien Unternehmens ist die 100%-Option auf die Ausbeutung des Bald-Hill-Projekts, das sich zu einem der weltweit bedeutendsten Antimonvorkommen entwickelt. Die Infrastruktur in New Brunswick ist exzellent: Nur etwa eine Autostunde vom Abbaugebiet entfernt befindet sich ein Tiefwasserhafen, das Atomkraftwerk Point Lepreau liegt in regionaler Nähe und kann genügend Energie für die Förderung liefern. Das sind die Zutaten, aus denen Erfolgsgeschichten entstehen. Der Börsenwert von etwa 150 Mio. CAD, umgerechnet rund 95 Mio. Euro, lässt noch viel Platz nach oben. Wettbewerber wie Perpetua Resources und United States Antimony stemmen Milliardenbewertungen auf die Börsenwaage.

    Antimony Resources Inc., Chart 12 Monate in EUR, Börse Tradegate, Stand: 18.03.2026, Quelle: LSEG

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    Der Autor

    Mario Hose

    In Hannover geboren und aufgewachsen, verfolgt der Niedersachse die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung rund um den Globus. Als leidenschaftlicher Unternehmer und Kolumnist erklärt und vergleicht er die verschiedensten Geschäftsmodelle sowie Märkte für interessierte Börsianer.

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