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05.11.2026 | 05:32

Palantir mit Wachstumsturbo, Amazon mit Cloud-Power und HPQ Silicon vor dem nächsten Schritt. Drei Aktien mit Fantasie im Check

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Bildquelle: HPQ Silicon

Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von HPQ Silicon

Palantir wächst rasant, Amazon verdient prächtig mit seiner Cloud und HPQ Silicon arbeitet am kommerziellen Durchbruch seiner Batterietechnologie. Drei Unternehmen, drei unterschiedliche Ausgangslagen – und viel Fantasie. Während die beiden US-Konzerne bereits Milliarden umsetzen, könnten beim kleinen Materialspezialisten aus Kanada schon überschaubare Aufträge viel bewegen. Wir nehmen die drei spannenden Aktien näher unter die Lupe.

Lesezeit: ca. 7 Min. | Autor: Lars Winter
ISIN: HPQ Silicon Inc | CA40444L1031 , Amazon.com Inc | US0231351067 , US69608A1088

Inhaltsverzeichnis:


     

    Der Autor

    Lars Winter

    Lars Winter

    Der gebürtige Nordhesse blickt auf eine über 25-jährige Laufbahn im Finanzjournalismus und aktiven Portfoliomanagement zurück und gilt als ausgewiesener Experte für deutsche Nebenwerte und Special Situations.

    Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Göttingen mit Schwerpunkt im Bank- und Kapitalmarktrecht startete er zur Jahrtausendwende seine Karriere in der Frankfurter Finanzszene. Als Börsen- und Wirtschaftsjournalist schrieb der passionierte Hobbygolfer für führende Börsenbriefe, Finanzzeitungen und Wirtschaftsmagazine wie die Platow Börse, Capital Depesche, BÖRSE ONLINE, Capital und die Financial Times Deutschland.

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    Palantir: Der KI-Boom bringt Power in die Bilanz

    Über Künstliche Intelligenz wird viel gesprochen. Palantir liefert inzwischen eindrucksvolle Zahlen dazu. Der US-Softwarekonzern meldete am 2. November für das dritte Quartal einen Umsatzsprung um 96 % auf 2,31 Mrd. USD. Gegenüber dem Vorquartal legten die Erlöse um weitere 20 % zu. Damit übersprang das Unternehmen erstmals die Marke von 2 Mrd. USD beim Quartalsumsatz. Besonders dynamisch entwickelt sich das Geschäft mit amerikanischen Unternehmen: Hier stiegen die Erlöse um 148 % auf 984 Mio. USD.

    Das ist auch deshalb bemerkenswert, weil Palantir lange vor allem mit staatlichen Auftraggebern in Verbindung gebracht wurde. Nun übertraf das amerikanische Geschäft mit privaten Unternehmen erstmals die Erlöse mit US-Behörden. Dabei läuft auch dieser Bereich kräftig: Der Umsatz mit amerikanischen Regierungsstellen kletterte um 96 % auf 953 Mio. USD. Die Expansion wird somit von beiden Kundengruppen getragen.

    Hinzu kommt eine hohe bereinigte Profitabilität. Palantir wies einen bereinigten operativen Gewinn von rund 1,43 Mrd. USD aus, entsprechend einer Marge von 62 %. Diese Kennzahl klammert unter anderem aktienbasierte Vergütungen aus und darf deshalb nicht mit dem unbereinigten Betriebsergebnis gleichgesetzt werden. Das Management erhöhte zudem die Umsatzprognose für das Gesamtjahr auf ein Wachstum von rund 91 %.

    Für Anleger liegt der Reiz darin, dass sich die Nachfrage nach KI-Anwendungen bereits in konkreten Geschäftsabschlüssen und stark steigenden Erlösen niederschlägt. Palantir muss den wirtschaftlichen Nutzen seiner Technologie somit nicht mehr allein mit Zukunftsvisionen begründen. Die jüngsten Zahlen liefern handfeste Argumente.

    Eine starke operative Entwicklung macht allerdings nicht jeden Einstiegskurs attraktiv. Wer solche Wachstumsraten fortschreibt, setzt die Messlatte für kommende Quartale hoch. Schon eine nachlassende Dynamik kann dann Enttäuschungen auslösen, obwohl das Unternehmen weiter wächst. Für eine Kaufentscheidung gehört deshalb neben der Begeisterung über das Geschäft stets ein nüchterner Blick auf die Bewertung dazu.

    Zumal die Bewertung der Aktie bei aller Wachstumsfantasie sportlich ist. Das geschätzte KGV für das laufende Jahr liegt bei rund 120. Für das kommende Jahr steht die Bewertungskennziffer trotz Gewinnsprung immer noch bei gut 78. Die internationale Analystenschar ist dennoch weiterhin optimistisch gestimmt. Insgesamt votieren 27 Banken und Researchdienste aktuell mit Kaufen. 7 Analysten raten zum Halten, 2 zum Verkauf von Beständen. Das durchschnittliche Kursziel von 219 USD lässt noch rund 25 % Potenzial nach oben. Palantir bleibt unter dem Strich eine spannende Wachstumsaktie für mutige Langfristanleger.

    HPQ Silicon: Spannende Aktie mit hohem Potenzial

    Bei HPQ Silicon steht eine andere Etappe im Mittelpunkt. Der kanadische Technologiespezialist konzentriert sich zunehmend auf siliziumbasierte Anodenmaterialien für Batterien. Besonders interessant sind anspruchsvolle Anwendungen in Drohnen, Verteidigung und Luftfahrt. Wasserstoff und pyrogene Kieselsäure ergänzen das Portfolio. Damit gewinnt die Strategie an Kontur. Entscheidend wird nun, ob sich die technischen Fortschritte in ein wirtschaftlich tragfähiges Geschäft übersetzen lassen.

    Eine Schlüsselrolle spielt die französische Novacium SAS. Laut Halbjahresabschluss zum 30. Juni 2026 hält HPQ einen Anteil von 36,8 % und verfügt über Optionen für eine mögliche Aufstockung. Hinzu kommen die entsprechenden nordamerikanischen Vermarktungsrechte für die Batterie- und Wasserstofftechnologien von Novacium. HPQ besitzt damit sowohl eine Beteiligung am Technologiepartner als auch einen eigenen regionalen Ansatzpunkt für die spätere kommerzielle Verwertung.

    Ein wichtiger Schritt gelang mit der ENDURA+ GEN4-Zelle. Die zertifizierte Konfiguration besitzt eine Nennkapazität von 6.500 Milliamperestunden beziehungsweise 23,4 Wattstunden. Im Juli wurde die Sicherheitszertifizierung nach UL 1642 erreicht. Im August folgte die Transportzertifizierung nach UN 38.3. Damit lassen sich die Zellen weltweit an potenzielle Kunden versenden und in deren Qualifizierungsprogramme einbringen.

    Für die weitere Entwicklung ist das wesentlich. Ein zusätzlicher Laborrekord schafft Aufmerksamkeit. Der Test beim späteren Anwender entscheidet dagegen darüber, ob eine Technologie tatsächlich für dessen Produkte infrage kommt. Die Batterien müssen unter den jeweiligen Einsatzbedingungen überzeugen. Erst daraus kann die Grundlage für eine belastbare Lieferbeziehung entstehen.

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    Erste Bestellungen geben Anlass zur Zuversicht. Für FPV-Drohnen der französischen Armee wurden Batteriepakete mit GEN3-Zellen geordert. Im September folgte ein Erstauftrag des Drohnenherstellers Alta Ares über mehr als 100 Batteriepakete. Die Auslieferung war bis Ende September vorgesehen, wurde bislang allerdings nicht als vollständig abgeschlossen bestätigt. Der Auftrag dokumentiert Interesse. Ob daraus ein regelmäßig wiederkehrendes Geschäft wird, hängt von den Einsatz- und Qualifizierungsergebnissen ab.

    Zusätzliche Aufmerksamkeit bringt die Vereinbarung mit Aptera Motors. Der Hersteller solarbetriebener Elektrofahrzeuge will die GEN4-Zellen im Labor untersuchen. Geprüft werden sollen unter anderem Energiedichte, Ladeverhalten, Lebensdauer und Sicherheit. Für HPQ eröffnet sich damit der Zugang zu einer weiteren anspruchsvollen Anwendung. Gerade dort, wo Reichweite und Energieeffizienz entscheidend sind, können leistungsfähigere Batterien einen interessanten Ansatz bieten. Aptera hat allerdings eine Evaluierung vereinbart, eine verbindliche Lieferzusage ist damit noch nicht verbunden. Für die Börsenstory ist der Test dennoch ein sinnvoller Fortschritt, weil ein weiterer potenzieller Anwender die Technologie näher untersucht. Welche wirtschaftliche Bedeutung daraus entsteht, werden erst die Ergebnisse und mögliche Anschlussvereinbarungen zeigen.

    Unterstützung für den industriellen Ausbau kommt vom kanadischen Staat. Für die Entwicklung einer heimischen Produktionsplattform wurden Fördermittel von bis zu 3 Mio. CAD zugesagt. Angestrebt wird eine kontinuierliche Herstellung von jährlich 50 Tonnen Anodenmaterial. Diese Größenordnung beschreibt ein Entwicklungsziel und keine bereits installierte, stabil laufende Kapazität. Die Förderung erleichtert somit den Weg zur Industrialisierung. Den Nachweis einer verlässlichen Serienfertigung muss HPQ noch erbringen.

    Genau an dieser Stelle liegt ein wesentlicher Hebel für die Aktie. Zwischen einer technisch interessanten Entwicklung und einem wiederholt bestellten Industrieprodukt besteht ein erheblicher Unterschied. Bestätigte Lieferungen, Folgeaufträge und eine reproduzierbare Fertigung würden die Grundlage schaffen, HPQ stärker anhand konkreter Geschäftsaussichten zu beurteilen. Bis dahin bleibt die Bewertung wesentlich von Erwartungen an den Markteintritt geprägt.

    Die übrigen Aktivitäten liefern zusätzliche Optionen. Wasserstoff befindet sich noch in der Entwicklung und sollte vorerst entsprechend vorsichtig gewichtet werden. An dritter Stelle steht Fumed Silica, also pyrogene Kieselsäure. Das Gemeinschaftsunternehmen HPQ Silica Polvere, an dem HPQ und PyroGenesis jeweils 50 % halten, arbeitet an der Kommerzialisierung. Dieser Prozess dauert allerdings länger als ursprünglich erhofft. Der Schwerpunkt der Investmentstory liegt deshalb klar bei den Batteriematerialien.

    Unter dem Strich wird die Geschichte greifbarer. Zertifizierungen erleichtern den Kundenzugang, erste Bestellungen schaffen praktische Anknüpfungspunkte und laufende Tests eröffnen Chancen auf weitere Anwendungen. Jetzt kommt es darauf an, daraus planbare Erlöse zu entwickeln. Gelingt der Übergang, besitzt die Aktie erhebliches Neubewertungspotenzial. Die Aktie dürfte im Erfolgsfall noch deutlich höhere Kurse sehen. Für risikobereite Anleger ist HPQ Silicon daher eine spekulative und aussichtsreiche Depotbeimischung.

    Amazon: Die Cloud macht den Unterschied

    Wie sich technologische Nachfrage bereits in großem Maßstab auszahlen kann, zeigt Amazon. Der US-Konzern steigerte seinen Umsatz im dritten Quartal um 12 % auf 201,9 Mrd. USD. Der operative Gewinn legte von 17,4 auf 28,1 Mrd. USD zu. Mit 13,9 % erreichte die operative Marge einen Unternehmensrekord.

    Besonders kräftig entwickelte sich AWS. Die Cloud-Sparte erhöhte ihre Erlöse um rund 39 % auf 46 Mrd. USD. Ihr operatives Ergebnis erreichte 17,8 Mrd. USD und lieferte damit deutlich mehr als die Hälfte des operativen Konzerngewinns. Die Zahlen unterstreichen, wie stark die Ertragsentwicklung inzwischen von diesem Geschäftsbereich geprägt wird.

    Der Ausbau kostet allerdings enorme Summen. Über die vergangenen zwölf Monate war der freie Cashflow mit 42,4 Mrd. USD negativ. Amazon führt das vor allem auf deutlich höhere Sachinvestitionen zurück, insbesondere im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz. Für das Gesamtjahr erwartet das Management weiterhin zahlungswirksame Investitionen von etwa 220 Mrd. USD.

    Die Nachfrage lässt sich bereits an umfangreichen Umsätzen und operativen Gewinnen ablesen. Gleichzeitig muss das zusätzlich eingesetzte Kapital über die kommenden Jahre eine attraktive Rendite erwirtschaften. Gute Quartalszahlen beantworten diese langfristige Frage nur teilweise.

    Gerade deshalb lohnt es sich, neben dem Gewinn auch die Entwicklung des freien Cashflows zu verfolgen. Ein Unternehmen kann operativ immer mehr verdienen und während einer massiven Ausbauphase dennoch erhebliche Mittel verbrauchen. Für den langfristigen Anlageerfolg zählt, was die Investitionen später zusätzlich einbringen.

    Nach Schätzungen von Analysten liegt das KGV für 2027 bei knapp 22, für das Jahr 2028 bei rund 20. Angesichts der starken Marktposition von Amazon ist das nicht überteuert. Rücksetzer bleiben daher Kaufgelegenheiten für langfristig orientierte Investoren. Im Mittel liegt das durchschnittliche Kursziel bei 323 USD, ein Potenzial von knapp 30 %. Insgesamt raten aktuell 62 Analysten zum Kauf der Aktie, nur 2 zum Halten von Beständen. Verkaufsempfehlungen gibt es nicht.

    Amazon bietet damit einen Zugang zum Technologiewachstum, bei dem das bestehende Geschäft bereits eine breite wirtschaftliche Grundlage liefert. Neue Kapazitäten können weiteres Wachstum ermöglichen. Ob daraus auch eine attraktive Aktienrendite entsteht, hängt jedoch ebenso vom Einstiegspreis wie vom späteren Geschäftserfolg ab.

    Fazit

    Palantir setzt den KI-Boom in rasantes Wachstum um. Der KI-Spezialist ist allerdings ambitioniert bewertet. Für mutige Langfristanleger bleibt der Titel dennoch interessant. Für Neueinsteiger bieten sich Rücksetzer zum Aufbau von Positionen an. Amazon profitiert von der hohen Ertragskraft seiner Cloud-Sparte. Eine sehr starke Marktposition und hohe Cloud-Erträge treffen bei den US-Amerikanern auf gewaltige Investitionen. Für langfristig orientierte Anleger bleiben Kursrückgänge Kaufgelegenheiten. Besonders spannend ist HPQ Silicon, wo sich die Fortschritte auf dem Weg zur Vermarktung zunehmend verdichten. Zertifizierte Batteriezellen, erste Bestellungen und Tests bei potenziellen Kunden geben der Story mehr Substanz. Gelingt es, daraus wiederkehrende Aufträge und eine verlässliche Produktion zu entwickeln, könnte das eine deutliche Neubewertung anstoßen und die nächsten Kurstreiber liefern. Der kommerzielle Durchbruch steht zwar noch aus, doch für risikobereite Anleger bietet sich bei HPQ eine aussichtsreiche Chance, sich frühzeitig zu positionieren.


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    Der Autor

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    Lars Winter

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