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06.11.2026 | 05:35

Goldfantasie, Pharma-Comeback und KI-Boom – Lahontan Gold, Bayer und AMD im Aktien-Check

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Bildquelle: Pixabay

Ein Goldprojekt mit gewaltigem Ertragspotenzial, ein Pharmakonzern mit neuem Rückenwind und ein Chipentwickler auf Rekordkurs: Lahontan Gold, Bayer und AMD liefern derzeit spannende Nachrichten. Besonders groß ist der Hebel beim kanadischen Goldentwickler, dessen Santa-Fe-Projekt laut Frühstudie enormes Wachstumspotenzial verspricht. Bayer hob jüngst indes die Ergebnisziele an, während AMD vom Ausbau der Rechenzentren profitiert. Wo jetzt die Chancen liegen und wo Anleger genauer hinsehen müssen - drei interessante Aktien im Check.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Lars Winter
ISIN: Lahontan Gold Corp | CA50732M1014 , BAYER AG NA | DE000BAY0017 , US0079031078

Inhaltsverzeichnis:


     

    Der Autor

    Lars Winter

    Lars Winter

    Der gebürtige Nordhesse blickt auf eine über 25-jährige Laufbahn im Finanzjournalismus und aktiven Portfoliomanagement zurück und gilt als ausgewiesener Experte für deutsche Nebenwerte und Special Situations.

    Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Göttingen mit Schwerpunkt im Bank- und Kapitalmarktrecht startete er zur Jahrtausendwende seine Karriere in der Frankfurter Finanzszene. Als Börsen- und Wirtschaftsjournalist schrieb der passionierte Hobbygolfer für führende Börsenbriefe, Finanzzeitungen und Wirtschaftsmagazine wie die Platow Börse, Capital Depesche, BÖRSE ONLINE, Capital und die Financial Times Deutschland.

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    Lahontan Gold: Viel Potenzial unter Nevadas Wüstenboden

    Bei Lahontan Gold nimmt die geplante Wiederbelebung der Santa-Fe-Mine konkrete Formen an. Mitte Oktober präsentierte das Unternehmen eine aktualisierte vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie, kurz PEA. Sie beziffert den Nettobarwert nach Steuern bei einem Abzinsungssatz von 5 % auf rund 820 Mio. USD. Gegenüber den 56,5 Mio. USD der Studie von 2024 entspricht das mehr als einer Vervierzehnfachung. Die interne Verzinsung erreicht über 40 %. Damit erhält die Geschichte rund um das Gold- und Silberprojekt in Nevada eine neue wirtschaftliche Dimension.

    Der Rechnung liegen Preise von 3.600 USD je Unze Gold und 49 USD je Unze Silber zugrunde. Über elf aktive Produktionsjahre könnte Santa Fe nach den Modellannahmen einen Nachsteuer-Cashflow von rund 1,3 Mrd. USD erwirtschaften. Solche Beträge erklären, warum das Projekt für spekulativ orientierte Rohstoffanleger interessant ist. Entscheidend bleibt allerdings, welche Annahmen das Unternehmen später im tatsächlichen Betrieb bestätigen kann.

    Vorgesehen ist ein Tagebau mit Haufenlaugung. Das Verfahren ist in Nevada erprobt und passt zur Geschichte des Standorts. Zwischen 1988 und 1995 wurden dort bereits rund 359.000 Unzen Gold und 702.000 Unzen Silber gewonnen. Lahontan entwickelt somit einen ehemaligen Produktionsstandort weiter. Das schafft eine andere Ausgangslage als bei einer bislang völlig unerschlossenen Lagerstätte, ersetzt aber weder neue Genehmigungen noch die notwendige Finanzierung.

    Im Durchschnitt kalkuliert die Studie mit einer Jahresproduktion von rund 91.900 Unzen Goldäquivalent. Ab dem vierten Betriebsjahr soll der jährliche Ausstoß im Mittel auf etwa 112.500 Unzen steigen. In vier Jahren des Minenplans wird sogar die Marke von 120.000 Unzen überschritten. Den angenommenen Metallpreisen stehen nachhaltige Gesamtkosten, die sogenannten AISC, von 2.250 USD je Unze gegenüber. Daraus ergibt sich im Modell ein ansehnlicher Spielraum für Erträge.

    Wie stark die Rechnung auf die Edelmetallpreise reagiert, zeigt die Sensitivitätsanalyse. Beim in der Studie verwendeten höheren Preisszenario von 4.166 USD für Gold und 59 USD für Silber steigt der Nachsteuer-Nettobarwert auf rund 1,13 Mrd. USD, die interne Verzinsung auf 50,4 %. Selbst bei 3.000 USD für Gold und 30 USD für Silber verbleibt ein rechnerischer Projektwert von rund 476 Mio. USD. Das sind Szenarien der Untersuchung und keine Aussage über den jeweils aktuellen Börsenpreis der Edelmetalle.

    Für den Aufbau der Mine werden zunächst rund 172 Mio. USD benötigt. Über die Laufzeit kommen etwa 158 Mio. USD an Erhaltungsinvestitionen hinzu. Ein Finanzierungsmix aus Eigenkapital, Krediten und möglicherweise Streaming- oder Royalty-Vereinbarungen bleibt daher ein zentrales Thema.

    Die vorhandene Ressourcenbasis kann sich sehen lassen: Santa Fe verfügt über rund 1,195 Mio. Unzen Goldäquivalent in der angezeigten und weitere 1,190 Mio. Unzen in der abgeleiteten Kategorie. Hinzu kommt die Chance auf zusätzliche Funde in der Umgebung und in größerer Tiefe. Auch das Restmaterial auf historischen Laugungsflächen und Halden könnte wirtschaftlich interessant werden. Ob und in welchem Umfang daraus zusätzliche Werte entstehen, müssen Bohrungen und technische Untersuchungen zeigen.

    Für neue Nachrichten ist jedenfalls gesorgt. Nach dem Unternehmensupdate vom 27. Oktober wurden im laufenden Jahr bereits insgesamt 13.334 Bohrmeter auf Santa Fe und West Santa Fe absolviert. Zahlreiche Laborergebnisse stehen noch aus. Die hohe Explorationsaktivität in Nevada verzögert die Analysen. Sobald die Ergebnisse vorliegen, sind neue Impulse möglich.

    Zusätzliche Fantasie verspricht das nur rund 13 Kilometer entfernte West Santa Fe. Dort waren Ende Oktober neun von 19 geplanten Bohrlöchern abgeschlossen. Das Programm soll bekannte Mineralisierung genauer erfassen und mögliche Erweiterungen testen. Die erste Ressourcenschätzung wird inzwischen für Anfang 2027 angestrebt.

    Die Umweltbasisstudien sind laut Unternehmen abgeschlossen. Die Betriebsplanung soll die Grundlage für das weitere Genehmigungsverfahren bei der US-Landbehörde BLM bilden. Lahontan strebt die für den Baubeginn erforderlichen Genehmigungen 2027 an. Damit rücken neben Bohrergebnissen zunehmend konkrete Entwicklungsentscheidungen in den Vordergrund. Gelingt es dem Management, Genehmigungen und Finanzierung zusammenzubringen, könnte der Markt das Projekt neu bewerten. Für risikobereite Anleger bleibt Lahontan eine aussichtsreiche, allerdings hochspekulative Goldwette.

    Bayer: Das Pharmageschäft macht wieder Hoffnung

    Bei Bayer liefert das dritte Quartal neue Argumente für ein Comeback der Aktie. Der Umsatz stieg um 4,1 % auf 10,05 Mrd. EUR, das EBITDA vor Sondereinflüssen um 6,9 % auf 1,62 Mrd. EUR. Besonders das Pharmageschäft mit Nubeqa und Kerendia sorgt für Zuversicht. Zusätzlichen Rückenwind bringt die chinesische Zulassung des Schlaganfallmedikaments Asundexian. Für das Gesamtjahr erwartet Bayer nun ein währungsbereinigtes EBITDA vor Sondereinflüssen von 9,8 bis 10,3 Mrd. EUR statt 9,6 bis 10,1 Mrd. EUR.

    Unter dem Strich stand allerdings noch ein Quartalsverlust von 672 Mio. EUR. Das bereinigte Ergebnis je Aktie sank von 0,49 auf 0,31 EUR. Auch die Nettofinanzverschuldung von rund 31,1 Mrd. EUR bleibt erheblich. Immerhin verbesserte Bayer die Prognose für den freien Cashflow um 1 Mrd. EUR auf minus 1,5 bis minus 0,5 Mrd. EUR.

    Die operative Richtung stimmt damit zunehmend. Für eine dauerhaft höhere Bewertung müssen die Fortschritte allerdings auch nach Finanzierungskosten, Sonderbelastungen und Rechtszahlungen sichtbar werden. Die jüngsten Zahlen stärken die Hoffnung auf eine Erholung; eine durchgreifende finanzielle Entlastung steht aber noch aus.

    Die meisten Analysten raten bei Bayer zwar weiterhin zum Kauf. Insgesamt stehen aktuell 18 Kaufempfehlungen, 3 Halte-Voten und einer Verkaufsempfehlung gegenüber. Im Mittel sehen die Experten den fairen Wert bei leicht unter 60 EUR – das sind aktuell nur noch rund 7 % über dem aktuellen Kurs. Mit geschätzten KGVs von 11,3 für 2026 und 10,8 für 2027 wird die Aktie in etwa auf dem Niveau der Konkurrenz gehandelt. Bayer bietet mutigen Langfristanlegern mit Ausdauer eine interessante Turnaround-Chance.

    AMD: Rechenzentren treiben das Wachstum

    AMD setzt im Chipgeschäft ein Ausrufezeichen. Im dritten Quartal legte der Umsatz um 45 % auf rund 13,4 Mrd. USD zu. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg um 74 % auf 2,09 USD. Wachstumsmotor ist das Geschäft mit Rechenzentren: Dessen Erlöse kletterten um 97 % auf 8,5 Mrd. USD. Die Nachfrage nach EPYC-Prozessoren und Instinct-Beschleunigern zeigt, wie stark AMD am Ausbau der KI-Infrastruktur beteiligt ist.

    Für das Schlussquartal stellt das Management rund 17 Mrd. USD Umsatz mit einer Schwankungsbreite von 3 % in Aussicht. Das signalisiert eine weitere Beschleunigung. Der Quartalsgewinn nach Rechnungslegungsstandard GAAP erreichte rund 2,4 Mrd. USD. AMD liefert damit neben kräftigem Wachstum auch erhebliche Erträge.

    Viele internationale Analysten trauen AMD noch einiges zu. Insgesamt stehen aktuell 47 Kaufempfehlungen lediglich 9 Halte-Voten gegenüber, Verkaufsempfehlungen gibt es nicht. Im Mittel sehen die Experten den fairen Wert bei knapp 631 USD – rund 30 % über dem aktuellen Kurs. Die Bewertung der Aktie ist allerdings weiterhin sportlich. Auf Basis der Konsens-Gewinnschätzungen für 2026 und 2027 errechnen sich KGVs von über 67 beziehungsweise 32. Damit wird der AMD-Titel mit deutlichen Aufpreisen im Vergleich zur globalen Konkurrenz bewertet.

    Für die Aktie bleibt entscheidend, wie viel künftiger Erfolg bereits im Kurs steckt. Wer auf das Unternehmen setzt, wettet auf weitere Marktanteilsgewinne und einen anhaltend hohen Investitionsbedarf der Kunden. Verzögerungen beim Ausbau von Rechenzentren oder enttäuschte Margenerwartungen könnten entsprechend stark durchschlagen. Operativ überzeugt AMD derzeit mit Tempo und steigender Ertragskraft. Für wachstumsorientierte Anleger ist der Titel interessant, ein gestaffelter Einstieg kann das Risiko ungünstigen Timings verringern.

    Fazit

    Lahontan Gold bietet im Trio den unmittelbarsten Hebel auf die Entwicklung eines einzelnen Großprojekts und die höchste Kurschance. Die Frühstudie zeigt erhebliches Wachstumspotenzial, dessen Erschließung aber noch Genehmigungen und viel Kapital verlangt. Bayer punktet mit einer verbesserten operativen Perspektive und angehobenen Zielen, muss die Erholung jedoch in eine stärkere Bilanz übersetzen. AMD liefert das kräftigste laufende Wachstum, bleibt zugleich von hohen Erwartungen an das KI-Geschäft abhängig. Für spekulative Rohstoffanleger steht Lahontan im Mittelpunkt. Bayer ist die Turnaround-Wette, AMD die wachstumsstarke Ergänzung.


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    Der Autor

    Lars Winter

    Lars Winter

    Der gebürtige Nordhesse blickt auf eine über 25-jährige Laufbahn im Finanzjournalismus und aktiven Portfoliomanagement zurück und gilt als ausgewiesener Experte für deutsche Nebenwerte und Special Situations.

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